Nach Bayern-Pleite

02. November 2019 19:25; Akt: 02.11.2019 22:29 Print

«Die kommenden Tage werden sehr unruhig»

Nach der 1:5-Schlappe der Bayern gegen Frankfurt spricht Torhüter Manuel Neuer Klartext – und Trainer Niko Kovac findet keine Worte mehr. Und der Verein trifft eine erste Massnahme.

Ab der 9. Minute waren die Bayern gegen Frankfurt nur noch zu zehnt auf dem Rasen.
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Die 1:5-Klatsche gegen Frankfurt war für die Bayern die höchste Niederlage seit dem 4. April 2009, als man gegen den späteren Meister Wolfsburg mit dem gleichen Resultat unterging. Bald darauf musste der damalige Trainer Jürgen Klinsmann seinen Posten räumen.

Auch der jetzige Trainer des Rekordmeisters, Niko Kovac, steht gewaltig unter Druck. Nach dem Schlusspfiff erklärte er: «Nach acht Minuten wurde alles über den Haufen geworfen. Danach lagen wir 0:2 hinten. Wir haben wieder zu viele Fehler gemacht, hatten zu einfache Ballverluste. Leichte Fehler werden umgehend bestraft.»

Wieso der Bruch nach acht Minuten? Bayern-Verteidiger Boateng erhielt die Rote Karte und musste vom Platz, nachdem er als letzter Mann Frankfurts Stürmer Paciencia von den Beinen geholt hatte. Danach lief die Partie für das Heimteam. Kostic und Sow schossen Frankfurt in Führung, der Anschlusstreffer von Lewandowski kurz vor der Pause liess die Bayern nochmals auf die Wende hoffen. Doch in der zweiten Halbzeit brach die Münchner Defensive komplett auseinander.

«Ich weiss, wie das Geschäft läuft»

Bayerns Torhüter Manuel Neuer fand nach der Partie klare Worte: «Du darfst hier keine fünf Dinger bekommen. Aber es ist kein riesiges Wunder, was passiert ist. Es hat sich ein bisschen angebahnt. Die kommenden Tage werden sehr unruhig.»

Dessen schien sich auch Trainer Kovac bewusst zu sein, als er vor das Mikrofon trat. Zuerst sagte er zwar, dass er den frühen Platzverweis als entscheidenden Faktor der Niederlage sah, danach aber zeigte sich seine Verunsicherung über die gesamte Situation im Club. Ob er nach all den durchzogenen Wochen das Vertrauen der Clubführung noch spüre, antwortete Kovac: «Wie soll ich das jetzt nach dem Spiel wissen? Mein Gefühl ist nicht wichtig. Diese Frage müssen sie den Verantwortlichen stellen.»

Und auf die Frage des ZDF-Reporters, welche Vorgaben seine Spieler in der Partie gegen Frankfurt denn konkret nicht umgesetzt hätten, antwortete Kovac: «Was wollen sie jetzt von mir wissen? Ich muss mit Ihnen nicht alles teilen.» Und danach sagte er nichts mehr.

Im Anschluss bei der Pressekonferenz wirkte der 48-Jährige schon gefasster, ruhiger, als er sagte: «Ich weiss, wie das Geschäft läuft. Ich bin nicht naiv oder blauäugig.» Die Bayern haben in den letzten zehn Partien 16 Gegentore kassiert, und am kommenden Wochenende kommt es in München zum Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund. Der Druck an der Säbener Strasse wird immer grösser.

Fussball

(tmü)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rino R. am 02.11.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bereits angekündigt

    Selbstverständlich kommen unruhige Tage. Es kommt ja sogar ein Stürmli, wie man lesen konnte.

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  • Walter Borpa am 02.11.2019 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Altpapier rausstellen

    Auch bei uns wird's unruhig. Morgen soll's ja ein Stürmli geben.

  • Reto Bali am 03.11.2019 03:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolke 7

    Seit dem Tottenham Sieg schweben einige Spieler auf Wolke 7 und kommen nicht von selber wieder runter. Knabri als Beispiel. Da ist ein Trainer durchaus gefragt zu handeln. Boateng ist meiner Meinung nach unfähig, Tackling geht anders

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel W am 06.11.2019 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schupps und weg ist er

    Und schwuppd ist er weg. Unruhig ist bloss der Vorname. Nun wird sich zeigen, ob der neue Besen gut kehrt....

  • Marcel W am 03.11.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keep cool

    In München ist Fussball mehr als ein Spiel. Ist man nicht Tabellenführer wird alles hinterfragt. Bayern hat genug Substanz um Ende Jahr Meister werden zu können und wenn nicht, geht die Welt nicht unter.

    • wuege55 am 03.11.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

      Bayern Dortmund 5:1

      Die Antwort zum Ausgang des nächsten Spiels. In einer Woche werden die Journalisten fragen, wer Nachfolger von Favre sein soll.

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  • Röbi am 03.11.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigkeit

    Nehmen alles viel zu wichtig. Was ist diese Niederlage gegen die gezielte Tötung der Menschen in den laufenden Kriegen.

  • Katzerich am 03.11.2019 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medien-Hysterie

    Eine Mannschaft, die während 80 Minuten einen Mann weniger auf dem Feld hat, verliert logischerweise. Da kann kein Trainer etwas dafür.

  • Bernerfussballfan am 03.11.2019 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FC Bayern

    Es ist doch schön das man sieht das in Deutschland nicht nur Bayern Fussball spielen kann. Seit Jahren gibt es endlich eine spannende Meisterschaft. Hoffe nur die deutschen Medien können dies auch akzeptieren. Aber es ist halt immer am einfachsten den Trainer zu hinterfragen. Das zeigt aber nur einmal mehr den billigen Journalismus. Hoffe nur der Kovac bleibt als Trainer, er kann nicht auch noch Schuld sein wenn seine trägen Spieler sich nicht am Riemen reissen. Dis Spannung in Bundesliga bleibt hoffentlich bis Ende Saison das wäre super für den Fussball.