Ottmar Hitzfeld

21. Mai 2012 22:32; Akt: 22.05.2012 07:42 Print

«Eine traurige Geschichte für den Verband»

von Eva Tedesco - Die Nati testet gegen Deutschland und Rumänien. Einen Tag vor dem Zusammenzug bezieht Trainer Ottmar Hitzfeld zu diversen Themen Stellung. So auch zur Chaos-Meisterschaft 2011/12.

Die Schweizer Nationalmannschaft testet am 26. Mai in Basel gegen Deutschland und vier Tage später in Luzern gegen Rumänien. Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld spricht über die Rolle der Schweizer in den beiden Testspielen. (Video: 20 Minuten Online)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Fussballverband informierte im Rahmen einer Medienorientierung über die neue Partnerschaft mit der Athleticum Sportmarkets AG. Nach der Präsentation stellte sich Ottmar Hitzfeld den Fragen der Medien. Der Nati-Trainer, der am Morgen aus Rom zurückgekehrt war, wo er sich den Cupfinal zwischen Juve und Napoli mit seinen drei Natispielern Stephan Lichtsteiner, Blerim Dzemaili und Gökhan Inler angesehen hat, spricht über diverse Themen.

Umfrage
Wie endet die Partie Schweiz - Deutschland?
24 %
9 %
67 %
Insgesamt 2192 Teilnehmer

Hitzfeld zum italienischen Cupfinal: «Es war ein spannendes Spiel, in dem ich mitgefiebert habe. Alle drei Spieler sind zum Einsatz gekommen und haben eine gute Leistung gezeigt. Es war ein kampfbetontes, hartumkämpftes Spiel und ich bin deshalb froh, das sich keiner verletzt hat. Inler, Dzemaili und Lichtsteiner werden am Dienstagabend in Feusisberg einrücken. Ich wollte ursprünglich, dass sie schon zum Mittagessen da sind, aber Napoli hat noch etwas zu feiern und von da her brauchen die Spieler Zeit für sich.»

...zur Super-League-Saison 2011/12: «Es war eine fantastische Saison für den FC Basel – man soll ja immer mit dem Positiven beginnen. Es war phänomenal, was der FCB geleistet und welche Glanzpunkte er mit den Siegen gegen ManU und Bayern gesetzt hat. Das war beste Werbung für den Schweizer Fussball. Ansonsten hat der Verband sehr viel Arbeit mit Konkursen und Punktabzug gehabt. Das hat dem Verband international geschadet. Wenn die Fifa und Uefa eingeschaltet werden, ist das schlecht und eine traurige Geschichte für einen Verband.»

... zur Euro 2012: «Ich werde die Euro nicht vor Ort verfolgen, weil kein Qualifikationsgegner von uns dabei sein wird. Es wird für mich interessant sein zu sehen wie sich die Favoriten verkaufen und welche Taktik sich die einzelnen Teams gegen die Grossen ausdenken werden. Ausserdem interessiert mich, welche Trends sich entwickeln und Systeme gespielt werden.»

... zum Zusammenzug der Nati und den Neuen: «Ich habe noch einmal die Gelegenheit neuen Spielern eine Chance zu geben, ehe es im Herbst mit der Qualifikation für die WM losgeht. Michel Morganella hat bei Novara in Italien regelmässig gespielt und Fortschritte gemacht. Er ist ein junger Spieler, der auf der Position des rechten Aussenverteidigers eingesetzt werden kann. Er spielt sehr körperbetont und ist laufstark. Adrian Winter hat sich durch konstant gute Leistungen beim FC Luzern aufgedrängt. Er ist einer, der spät entdeckt wurde, aber jetzt eine eindrucksvolle Karriere nachweisen kann. Er kann im rechten und linken Mittelfeld und auch ganz vorne eingesetzt werden. Er ist ein Offensivspieler, der seine Schnelligkeit unter Beweis stellt, technisch gut ist und Torinstinkt hat. Alain Wiss ist ein junger, begnadeter Spieler, der eine gute Ausstrahlung hat. Er ist einer, der nicht so auffällig spielt, aber sehr wertvoll für die Mannschaft ist, weil er die Löcher im Mittelfeld stopft, ein gutes Stellungsspiel und hohe Spielintelligenz hat. Er wird auch bei Olympia in London dabei sein.

... zum Test gegen Deutschland: «Wir werden versuchen, Deutschland ein Bein zu stellen. Deutschland ist unter Druck, weil sie zum einen das letzte Spiel gegen Frankreich verloren haben und zum anderen die Euro vor der Tür steht. Die Bewertung fällt in so einer Zeit immer sensibler aus. Deshalb werden sie topmotiviert auftreten. Für uns ist das ein Highlight und eine grosse Möglichkeit, uns zu präsentieren, weil diese Spiele nicht nur in der Öffentlichkeit wichtig sind, sondern in ganz Europa beobachtet werden. Wir wollen zeigen, was wir können. Ich freue mich gegen Deutschland spielen zu können, als Deutscher. Aber es nicht wichtig, dass für mich einige Emotionen mehr da sind wie für andere: Ich freue mich, dass die Schweizer Nationalmannschaft gegen Deutschland antreten kann und wir werden versuchen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen.»

... zur Favoritenrolle: «Gegen Deutschland sind wir nicht der Favorit. Wir können gelöster auftreten und nur gewinnen. Für mich ist wichtig, dass wir die Balance zwischen der defensive und dem Spiel gegen vorne finden. Wir wollen versuchen mitzuspielen und nicht nur zu kontern. Gegen Rumänien sind wir der Favorit und können auch etwas verlieren – an Prestige und Selbstvertrauen. Deshalb ist für mich das Spiel in Luzern einen Tick wichtiger, als das gegen Deutschland.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Gerber am 22.05.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Coach auswechseln

    Wie soll eine Mannschaft gewinnen, wenn der Trainer eine so negative Ausstrahlung hat?

  • Sven Svenson am 22.05.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nervende Pessimisten

    Die ganze Nörgelei und das Gemeckere stehen mir bis zum Hals. Ja, die EM wurde verpasst. Na und? Wir sind keine Fussballmacht und waren in den letzten 8 Jahren mit den Erfolgen verwöhnt. Die Quali Gruppe für die WM sieht leicht aus und die Schweiz müsste sich hier auch qualifizieren, aber im vornherein schon so negativ zu denken ist einfach eine verdammte Marotte! Bleibt zu Hause, geniesst das hoffentlich schöne Wetter und macht was anderes, wenn euch die Nati nervt. Besser als im Stadion die eigenen Spieler auszupfeiffen. Solche "Fans" braucht es nicht. Hopp Schwiiz!

  • Phillip L. am 21.05.2012 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    EM Stat

    Mal schauen ob die Schweiz gegen eine deutsche C-Mannschaft mitspielen kann. Zum Warmschießen vor der EM wird es aber langen. Go Germany !

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven Svenson am 22.05.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nervende Pessimisten

    Die ganze Nörgelei und das Gemeckere stehen mir bis zum Hals. Ja, die EM wurde verpasst. Na und? Wir sind keine Fussballmacht und waren in den letzten 8 Jahren mit den Erfolgen verwöhnt. Die Quali Gruppe für die WM sieht leicht aus und die Schweiz müsste sich hier auch qualifizieren, aber im vornherein schon so negativ zu denken ist einfach eine verdammte Marotte! Bleibt zu Hause, geniesst das hoffentlich schöne Wetter und macht was anderes, wenn euch die Nati nervt. Besser als im Stadion die eigenen Spieler auszupfeiffen. Solche "Fans" braucht es nicht. Hopp Schwiiz!

  • Magic am 22.05.2012 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    SFV / Hitzfeld

    Hitzfeld wird längerfristig gesehen wertvolle Arbeit für den Schweizer Fussball verrichten. Wobei ich mir beim SFV jedoch Sorgen mache. Nicht nur das Hickhack mit dem leidigen Herrn Constantin. Nein jetzt bringt es der SFV auch noch fertig, das Barrage-Spiel CHL.-SPL. am selben Tag wie das Freundschaftsspiel Schweiz-Deutschland vom 26.05. anzusetzen! Danke SFV!

  • Hans H am 22.05.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    letzte Chancen

    Mit einem Sieg gegen Deutschland, vergesse ich alle Blamagen seit Hitzfeld. Da es aber niemals passieren wird: Hitzfeld raus!

  • Thomas H. am 22.05.2012 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Trainerwechsel

    Es ist dringend an der Zeit für einen Trainerwechsel. Diese negative austrahlung kann einfach nicht zu Erfolg führen. Und zudem würde eine neue taktik sicherlich nicht schaden..

  • Mark am 22.05.2012 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Oh je....... schwaches Gedächtnis?

    Im selben Interview äusserte sich Hitzfeld auch über den CL-Final und jammerte vor, dass die Nati nie so destruktiv wie Chelsea spielen würde. Nun, wir erinnern uns alle lebhaft an das WM-Spiel vs Spanien. Exakt genau gespielt erst noch mit Angst statt Mut. Nur soviel Herr Hitzfeld: Chelsea war besser als die Bayern in Sachen Mut, Kampfgeist, Teamspirit, Effizienz, Elfmeterschiessen usw. Bayern war besser im jammern, Fehlschüssen, Egoismus und im Verlieren. Und die Nati braucht endlich neue Ideen und eine andere Spielweise!