VfL Wolfsburg

10. Februar 2011 10:29; Akt: 10.02.2011 11:35 Print

«Elfer-Dieb» Diego muss nicht zahlen

Nach der Trainerentlassung in Wolfsburg kann Diego aufatmen. Er erhält nun doch keine Busse von 100 000 Euro für das unerlaubte Antreten zum Penalty.

Diegos verschossener Elfmeter gegen Hannover. (Quelle: ARD)
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Der Brasilianer Diego, der am letzten Wochenende in Wolfsburg für Aufregung sorgte, in dem er sich gegen den Willen des Trainers als Penaltyschütze vordrängte und den Elfer verschoss (20 Minuten Online berichtete), wird weit weniger hart bestraft als dies ursprünglich angekündigt war. Er profitiert dabei von der Entlassung von Trainer Steve McClaren. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, zieht Interimscoach Pierre Littbarski die vom Engländer verhängte Geldbusse von 100 000 Euro zurück. Damit bleibts bei einer Spielsperre, die Littbarski bei seinem Amtsantritt am Mittwoch sofort bestätigt hatte («Wir sind nicht der FC Diego»).

Das Problem: Offenbar war der Engländer McClaren nicht befugt, dem eigenwilligen Spielmacher Diego eine Strafe in dieser Höhe aufzubrummen. Ausserdem waren die Verantwortlichen des Vereins nicht über die Sanktion informiert. Der Coach war offenbar mit der Massnahme über das Ziel hinaus geschossen, dabei hatte man ihm doch stets fehlende Härte vorgeworfen. Littbarski, der der Busse grundsätzlich nicht abgeneigt war, sind die Hände gebunden: «Von meiner Seite wird es keine Geldstrafe geben. Ich war auch bei dem Gespräch zwischen McClaren und Diego nicht dabei.» Der Brite war noch am selben Tag, als er die Sanktionen gegen den fehlbaren Spieler ausgesprochen hatte, entlassen worden.

Diego, das Problemkind

Für 15 Millionen Euro stiess Diego im letzten Sommer von Juvenuts Turin zum VfL Wolfsburg. Der Brasilianer sollte die «Wölfe» mit seinen Genie-Streichen nach einer verpatzten Saison wieder an die Spitze der Bundesliga führen. Doch statt seinem Team Stabilität und Kreativität zu geben, sorgt der Spielmacher immer wieder für Ärger.

Gegen Hannover 96 schnappte sich Diego in der 80. Minute beim Stand von 0:1 bei einem Elfmeter gegen den Willen seines Trainers den Ball und knallte das Leder an die Querlatte. Der Brite tobte nach dem fatalen Fehlschuss an der Seitenlinie, denn eigentlich hatte er vor dem Spiel Neuzugang Patrick Helmer als Schützen bestimmt.

Doch das kümmerte Diego wenig: «Ich habe in jedem Klub, in dem ich gespielt habe, die Elfmeter geschossen», so der Brasilianer nach der Partie.

(mon/pre)