Marco Schönbächler

12. August 2019 06:05; Akt: 12.08.2019 06:07 Print

«Es bringt nichts, jetzt alles zu hinterfragen»

von E. Tedesco - Der FCZ kann nicht mehr gewinnen und liegt auf dem letzten Tabellenplatz. Trotzdem lässt sich FCZ-Routinier Marco Schönbächler nicht verrückt machen.

Das sagen die Spieler nach dem 2:2 zwischen dem FCZ und Xamax in der 4. Super-League-Runde zum Remis im Letzigrund. (Video: 20 Minuten)
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«Es ist schon vergleichbar mit dem letzten Wochenende. Es hat viele ähnliche Sachen gegeben in dem Spiel und wir haben alles dran gesetzt um den Sieg zu holen», sagt Marco Schönbächler nach dem 2:2 gegen Xamax, «es hat aber wieder nicht sein sollen. Es fühlte sich am Schluss an, als hätte man die Faust ins Gesicht bekommen.» Wie in Sion vor einer Woche spielte der FCZ in Überzahl, verschoss einen Penalty und musste am Ende Punkte einbüssen.

Wie gewonnen, so zerronnen. Nur wenige Sekunden fehlten dem FC Zürich am Sonntag gegen Xamax zum ersehnten ersten Saisonsieg. Dann aber raubte Gaëtan Karlen den Zürchern mit einem sehenswerten Fallrückzieher in der 95. Minute zum 2:2 jede Hoffnung auf die drei Punkte. Dabei hatte alles so gut begonnen. Nicht nur, aber besonders für Marco Schönbächler.

Traumkombination der Zürcher

In der 44. Minute schloss das FCZ-Urgestein eine Traumkombination über Mimoun Mahi, Toni Domgjoni und Blaz Kramer zur erlösenden 1:0-Führung ab. Es war «Schönbis» erster Treffer seit dem 23. Juli 2018 und die erste FCZ-Führung der Saison. Selten sah man die Zürcher Nummer 27 so emotional jubeln wie nach diesem 1:0. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände. Wie gross muss die Erlösung in diesem Moment bloss gewesen sein. Wie gross der Druck zuvor.

Danach ging es ähnlich wie vor einer Woche in Sion weiter. Im Wallis verschoss Benjamin Kololli einen Elfmeter. Gegen Xamax traf Mimoun Mahi die Latte (Schönbächler: «Das kann passieren im Fussball»). Diesmal machte es der FCZ aber insgesamt besser als im Wallis. Assan Ceesay (platzt jetzt der Knoten?) erzielte die neuerliche Führung für den FCZ. Bis Karlen kam.

Bilanz des Grauens

«Wir haben nicht viel zugelassen, aber wir müssen uns das Spiel noch einmal genau anschauen. Es kann nicht sein, dass wir die Tore über Standards bekommen», sagt Schönbächler. «Wir hatten den Sieg fast in den Händen und verlieren ihn in der letzten Sekunde wieder.» Den Rückschlag in letzter Sekunde zu verkraften sei schwierig. Schönbächler weiter: «Das Selbstvertrauen ist aber dennoch da, denn wir spüren, dass es besser wird.»

Nur: Die Bilanz des FCZ unter Trainer Ludovic Magnin wird eher düsterer. Im Jahr 2019 hat Magnin nur fünf von 22 Meisterschaftspartien gewonnen. Seit Mitte Mai ist der FCZ nunmehr sieglos. Nervös machen lässt sich Schönbächler deshalb aber noch lange nicht. Dafür ist der 29-Jährige zu lange im Geschäft. Aktuell bestreitet er seine 14. Profisaison. Gegen Xamax absolvierte er das 295. Pflichtspiel für den FCZ. Da hat man wohl schon zu viel erlebt, um jetzt schon auf Panik zu machen.

«Nach nur vier Runden müssen wir uns noch nicht verrückt machen. Es bringt nichts, jetzt schon alles zu hinterfragen, denn wir haben vieles gut gemacht. Wir werden in Zukunft unsere Punkte noch einfahren.» Die nächste Gelegenheit bietet sich schon am Mittwoch im Heimspiel gegen den FC St. Gallen. Das Spiel wurde wegen des Leichtathletik-Meetings «Weltklasse Zürich», das am 29. August im Letzigrund stattfindet, vorgezogen.

Fussball

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marj am 12.08.2019 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCZ quo vadis?

    Die Bilanz von Magnin spricht Bände und die Einwechselungen gegen Xamax ebenfalls. Wie lange will man hier noch zuschauen? Wahrscheinlich bis es zu spät ist!

    einklappen einklappen
  • Grins am 12.08.2019 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grins

    Keine Panik Ludovic wird es mit seinem Fussballverstand schon richten.Canepas und Magnin grosse Kenner der Materie.

  • Beni Ochsner am 12.08.2019 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ideen sollte man haben

    Ich weiss genau was dem FCZ fehlt, zu Tim und Struppi fehlt noch noch ein Kapitän und der kann nur Archibald Haddock heissen und schon geht's Bergauf. Überlegen Sie es sich mal Herr Canepa, da könnten Sie zwei Fliegen auf ein Schlag erledigen, der FCZ hätte einen Superkapitän und Sie ein Pfeifenrauchendes Gspähnli

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ancio am 13.08.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ludo

    Warum hinterfragen der Abstieg wird Tatsache

  • Waler Portmann am 12.08.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Der FCZ wird mit grösster Wahrscheinlichkeit Letzter oder geht in die Barrage. Selbst Thun ist besser, weil die Einsicht haben und vor allem geschickt einkaufen und alles realistisch genug sehen. Dem Club mag ich es nicht gönnen, den Südkurven-Deppen hingegen schon.

  • Zigerfrigg am 12.08.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Blockade

    Ich bin überzeugt, das die Spieler ein mentales Problem haben. Der Trainer versteht es anscheinend nicht, diese Blockade zu lösen.

  • Erwin Widmer am 12.08.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Interview mit LM

    Was sagt Ludovic Magnin: Im Fussball hat man keine Zeit. Deshalb müssen wir gewinnen, um den Kritikern den Mund zu stopfen ...... ! Solche Aussagen von einem Trainer (Raiffeisen Super League) zeigt das respektloses Verhalten vor allem gegenüber den zahlenden Zuschauern.

  • FCZ Fan am 12.08.2019 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange nich?

    Der Pumuckl ist doch schon lange unten durch bei allen, warum flliegt dieser Nichtsnutz nicht endlich? Seine Alte verprasst seine ganze Kohle auf den Malediven, so stehts auf FB. Wohl beide nicht die Hellsten;-))