Uli Forte

24. Februar 2011 23:00; Akt: 24.02.2011 23:48 Print

«Es geht jetzt nicht um Einzelschicksale»

von Sandro Compagno - Drei Spiele, drei Pleiten: St. Gallen hat den Start ins Jahr 2011 gründlich verhauen. Am Sonntag muss Trainer Uli Forte gegen Thun siegen. Der Ex-Thuner Scarione soll ihm dabei helfen.

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Unter Druck: Uli Forte braucht gegen Thun einen Sieg. (Foto: Keystone)

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Uli Forte, Sie haben mit Oscar Scarione den Kreativspieler erhalten, den Sie sich sehnlichst gewünscht haben. Ist damit die Lücke, die Moreno Costanzos Abgang gerissen hat, endlich geschlossen?
Uli Forte: Ich hoffe es. Ich wünsche mir, dass Oscar die entscheidenden Bälle in die Tiefe spielen und das eine oder andere Tor schiessen wird.

Der FC St. Gallen hat im Winter sechs neue Spieler geholt. Hatten Sie im Herbst ein Team, das nicht konkurrenzfähig war?
Das kann man so nicht sagen. Wir wollten einfach alles tun, um gut gerüstet in die zweite Meisterschaftsphase starten zu können. Der Verein hat mehr gemacht, als ich erwarten durfte. Er hat mir jeden Wunsch erfüllt.

Das erhöht den Druck auf Sie.
Der Druck ist immer gleich gross. Schliesslich geht es ­darum, die nötigen Punkte zu holen, um aus diesem Strudel herauszukommen. Die Mannschaft hat die Qualität, es ist nur eine mentale Frage.

Und da sind Sie gefordert.
Ja, ich muss den Schlüssel finden, um diese Blockade in den Köpfen zu lösen.
Ist das Spiel gegen Thun für Sie ein Spiel der letzten Chance?
So würde ich es nicht nennen. Es ist ein wichtiges Spiel für den Verein, es geht hier nicht um Einzelschicksale.

Am Samstag beim 1:3 in Zürich gab es «Forte raus!»-Rufe.
Zu sagen, das berühre mich nicht, wäre eine Lüge. Es tut weh. Aber ich kann die Fans auch verstehen, die viel Geld, Leidenschaft und Freizeit in den FC St. Gallen stecken. Für einen Trainer gehören solche Rufe halt auch zum Geschäft. Ich kann nur alles unternehmen, um das schnellstens zu ändern. Und dazu helfen nur Siege.