Offener Brief an Fifa

28. Mai 2015 09:53; Akt: 28.05.2015 21:16 Print

«Es ist ein System der modernen Sklaverei»

Fussballer haben einen offenen Brief an die Fifa geschrieben. Sie kämpfen für die Rechte der Arbeiter in Katar. Mehr dazu im Ticker.

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Gestern noch forderte Uefa-Präsident Michel Platini (r.) Fifa-Boss Sepp Blatter zum Rücktritt auf. Heute beglückwünscht er ihn zur Wiederwahl. Sepp Blatter bleibt Präsident der Fifa und tritt damit seine fünfte Amtszeit an. Notare zählen die Stimmen nach der Wahl zum Fifa-Präsidenten aus. «Ich stehe Ihnen zur Verfügung. Und wenn Sie mich wollen, liebe Freunde, dann danke ich Ihnen», sagte Fifa-Präsident Sepp Blatter in seiner Rede kurz vor der Wahl. Israels Verbandspräsident Ofer Eini (vorne Mitte) reicht seinem palästinensischen Amtskollegen Jibril al Rajoub (Mitte) die Hand. Der Kongress hatte Blatters Vorschlag angenommen, eine Kommission zu gründen, die sich dem Zwist zwischen den Verbänden Israel und Palästina annimmt. Fifa-Vizepräsident Prinz Ali bin al-Hussein hält seine Rede vor der Wahl. Er tritt gegen Sepp Blatter an. Fifa-Präsident Sepp Blatter (r.) und Prinz Ali bin al-Hussein reichen sich vor der Wahl die Hand. Demonstranten wollten ins Hallenstadion - die Polizei drängte sie zurück. Die Polizei hat weitere Beamte aufgeboten. Zwei Demonstranten gelang es ins Hallenstadion einzudringen. Mit Rufen störten sie den Fifa-Kongress. Die Security begleiteten die Damen hinaus. Sepp Blatters erster Auftritt nach dem Auffliegen des Korruptionsskandals: «Es wird noch mehr schlechte Nachrichten geben», sagte er an der Eröffnung des Fifa-Kongresses. IOC-Präsident Thomas Bach hielt ebenfalls eine Rede: «Es sind wichtige Tage für die Fifa, aber auch schwierige und traurige Tage.» Vor, zwischen und nach den Reden wurde immer wieder musiziert, getanzt und gesungen. Uefa-Präsident Michel Platini: «Nur ein Wechsel an der Spitze kann bei der Fifa etwas ändern.» Platini will Blatters Wahl verhindern und empfiehlt die Stimme dem Herausfordere Ali bin al-Hussein zu geben. Mehrere Fifa-Funktionäre sind wegen Verdachts auf Korruption am 27. Mai 2015, zwei Tage vor der Fifa-Präsidentschaftswahl, festgenommen worden. Die Polizeiaktion ist im Zürcher Hotel Baur au Lac durchgeführt worden. Einige der Verhafteten sind aus diesem Personaleingang geführt worden. Die Festgenommenen werden mit Sichtschutz aus dem Nobelhotel eskortiert (Screenshot eines Smartphone-Videos). Beamte begleiten Verhaftete zu einem Auto. Mitglieder der Schweizer Strafverfolgungsbehörde an der Rezeption des Baur au Lac. Das Interesse ist riesig, vor Ort sind zahlreiche Medienvertreter aus aller Welt. Journalisten vor dem Nobelhotel Baur au Lac. Die Polizei vor dem Fünf-Sterne-Haus. Innenhof des Luxushotels. Die Organisation von Sepp Blatter wird immer wieder mit Korruption in Verbindung gebracht. Der Hauptsitz des Weltfussballverbands Fifa in Zürich. Um 11 Uhr findet hier eine Medienkonferenz statt. Riesenaufgebot der Medien am Zürichberg, wo die Fifa ihren Hauptsitz hat. Journalisten kurz vor der Medienkonferenz. Fifa-Sprecher Walter De Gregorio.

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Im Zürcher Hotel Baur au Lac sind in den frühen Morgenstunden sechs Funktionäre der Fifa verhaftet worden, wie das Bundesamt für Justiz einen Bericht der «New York Times» bestätigt. Laut dem Bericht besteht Verdacht auf Korruption. Die Festgenommenen sollen der US-Justiz überstellt werden.

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Der Polizeieinsatz habe während eines jährlichen Meetings im Nobelhotel stattgefunden. Die Ermittler sollen an der Rezeption Schlüssel bekommen und somit Zugang zu den Zimmern erhalten haben. Wie die Zeitung schreibt, sollen sich die Festgenommenen nicht gewehrt haben, Handschellen seien keine eingesetzt worden.

Erste Namen bekannt

Der Fifa-Offizielle Eduardo Li aus Costa Rica ist laut dem Reporter von seinem Zimmer zu einem Seitenausgang des Hotels begleitet worden. Des Weiteren sollen Jeffrey Webb von den Cayman-Inseln, Eugenio Figueredo aus Uruguay und Jack Warner von Trinidad und Tobago verhaftet worden sein. Figueredo war Präsident des südamerikanischen Fussballverbands, Warner war bis 2011 die Nummer zwei hinter Sepp Blatter.

Der Fifa-Präsident selber soll nicht unter den Verhafteten sein, wie Sprecher Walter de Gregorio zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte.

Polizei bestätigt Einsatz

Gemäss einer Mitteilung des Bundesamtes für Justiz (BJ) hatten die USA um die Verhaftungen ersucht. Das BJ liess deshalb die Verdächtigten festnehmen. Gegen die Fussballfunktionäre wird in New York wegen Annahme von Bestechungsgeldern und verdeckten Provisionen ermittelt. Angenommen haben sollen sie diese von den Neunzigerjahren bis heute.

Vertreter von Sportmedien und Sportvermarktungsunternehmen sollen gemäss BJ in Zahlungen an hochrangige Fussballfunktionäre - Delegierte des Weltfussballverbandes Fifa und andere Funktionäre von Fifa-Unterorganisationen - in Höhe von über 100 Millionen Dollar verwickelt gewesen sein.


(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobi Meier am 27.05.2015 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    endlich, wurde auch Zeit!

  • Andi am 27.05.2015 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verdacht?

    Wieso Verdacht? Das liegt doch seit Jahren klar auf der Hand.

    einklappen einklappen
  • DerLeser am 27.05.2015 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nachricht

    Das ist doch mal eine gute Nachricht am Morgen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fufi am 28.05.2015 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Millionen

    Es ist einfach unerhört dass Menschen Millionen hin und her schieben damit ein paar Marionetten einem Ball nachrennen. Andere kämpfen darum, genug zu Essen zu haben. Ich schäme mich manchmal, Mensch zu sein.

  • Papa am 28.05.2015 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Durchblick

    Die grössten Benefizianten des Fussballs wurden hier überhaupt noch nicht genannt...nämlich die Kreditoren. Und die wissen sich immer aus dem Rampenlicht zu halten... Das sind höchstwahrscheinlich auch diejenigen, die die Polizeiaktion in die Wege geleitet haben... Wer glaubt dass die Fifa grössere Entscheide selbst trifft hat ein Brett vor dem Kopf. Wie bei jeder anderen Firma dient die Geschäftsleitung schlussendlich den KREDITOREN, nicht den Aktionären. Der Kreditor ist IMMER der Höchste in der Wirtschaftshierarchie, NICHT der Aktionär.

  • J. Meyer am 28.05.2015 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Blatter soll endlich zurücktreten

    Ein Präsi, der von Filz u Korruption nichts mitbekommen haben will, ist unglaubwürdig. Aber geld steht eben über Ethik, Menschenwürde u ntritt Menschenrechte mit Füssen u doch nimmt SB diese Begriffe (zu) oft in den Mund. Auch das wirkt mehr als unglaubwürdig wie so Vieles aus dem Hause Blatter. Ein Präsi ohne Rückgrat u Charakter, der nur an seinem Präsisessel denkt u nicht aus Verantwortungsgefühl heraus zurücktritt, wird seine Glaubwürdigkeit erst recht nicht mehr erlangen.

  • Crash am 28.05.2015 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Auslosungen

    Dann glaub ich an die Auslosungen auch nicht mehr, wo ich schon immer bezweifelt habe.

  • realist am 28.05.2015 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA ist wie eine Grossbank

    FIFA ist wie eine Grossbank. Die Skandale werden in den nächsten Jahren in kleinen Portionen serviert.