Nati-Zusammenzug

03. Oktober 2011 19:54; Akt: 04.10.2011 14:35 Print

«Es ist schade, dass solche Dinge passieren»

Vor den wichtigen EM-Qualispielen im Oktober ist die Schweizer Nati wieder in Feusisberg eingetroffen. Darunter auch Eren Derdiyok, der sich zu seiner Zeit auf der Bank und über Chaoten äusserte.

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Um 18 Uhr hat Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld den Zusammenzug für die Schweizer Nationalspieler hoch über dem Zürichsee angesetzt. Die ersten Söldner, wie Valon Behrami trafen bereits am frühen Nachmittag ein. Behrami hat am Sonntag mit seiner Fiorentina mit Fieber gegen seine ehemaligen Kollegen von Lazio (1:2) gespielt und genoss die Ruhe am Nachmittag im Hotel. Zwei, drei Kilo leichter, aber guten Mutes begrüsste er seine Nati-Kollegen, ehe er sich wieder aufs Zimmer zurückzog.

Eren Derdiyok kam kurz vor dem «Zapfenstreich» in Feusisberg an. Der Leverkusen-Stürmer hat sich am Wochenende eindrücklich als Torschütze zurückgemeldet und mit einem Traumtor von sich reden gemacht. Aus vollem Lauf hat der ex Bebbi den Ball erst mit links gelupft, dann mit rechts, dann drehte er sich und vollendete herrlich mit einem Fallrückzieher. Es war das 2:1 des Pillenklubs beim Sieg gegen Wolfsburg (3:1) und ausgerechnet gegen Nati-Keeper Diego Benaglio. «Es war das schönste Tor in meiner Karriere», sagt Derdiyok. Und sein zweiter Saisontreffer im 6. Bundesligaspiel.

Aus dem Internet von den Ausschreitungen erfahren

Obwohl der Stürmer zuletzt selten zum Einsatz gekommen war, hat er nie an sich gezweifelt. «Ich habe eine sehr gute Vorbereitung gemacht und bin auch gut in die Meisterschaft gestartet. Warum mich der Trainer zuletzt auf der Bank gelassen hat, weiss ich nicht, aber ich habe weiter gearbeitet und gut trainiert.» Auch die Verhärtung im Oberschenkel ist auskuriert. Jetzt freut sich Derdiyok auf die Nati.

Eine Thema am Rand des Zusammenzugs waren die Ausschreitungen im Derby im Letzigrund. Die meisten Spieler haben im Internet darüber gelesen. Auch der Basler Stürmer. «Ich weiss gar nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Ich schaue gern einen Match, als Fan, als Spieler. Im Stadion waren Kinder und Familien und für die ist es sehr schade, wenn sie solche Dinge erleben müssen.» Derdiyok versteht, dass es gewisse Spiele gibt, die emotional sind, aber man könne auch mit Applaus und wenn nötig, auch mit Pfiffen seine Emotionen kundtun. «Es ist schade, dass solche Dinge passieren.»

Einer steckte noch im Stau

Nach der Begrüssung bezogen die Spieler ihre Zimmer. Schon um 19 Uhr bat Hitzfeld zum ersten Training im Hotel und der Fokus war wieder ganz auf die wichtigen Spiele gerichtet. «Alles oder nichts» lautet die Devise, die der Nati-Coach ausgegeben hat. Beim ersten lockeren Auftakt fehlte aber einer: Stefan Lichtsteiner. Der Rechts-Verteidiger, der am Sonntagabend noch mit Juve gegen die AC Milan im Einsatz gestanden hat, ist in der Blechlawine am Gotthard stecken geblieben.

(ete)