Punkteabzug für Sion

30. Dezember 2011 14:52; Akt: 30.12.2011 15:18 Print

«Es sollen nicht andere Klubs profitieren»

Der Schweizerische Fussballverband bestraft den FC Sion hart. Mediensprecher Marco von Ah erklärt, warum man sich für einen Punkteabzug von 36 Zählern und nicht für Forfaitniederlagen entschied.

SFV-Sprecher Marco von Ah nimmt gegenüber 20 Minuten Online Stellung zum Sion-Entscheid.
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Mit -5 Punkten findet sich der FC Sion seit Freitagmittag am Tabellenende der Axpo Super League wieder. Der Grund: Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat sich dem Druck der Fifa gebeugt und durchgegriffen. Für jedes Spiel, in dem die Sittener einen der sechs nicht spielberechtigten Profis eingesetzt hatten, gibts drei Punkte Abzug, 36 im Total. Damit zieht der Verband den Kopf aus der Schlinge. Hätte man den FC Sion nämlich nicht sanktioniert, wären die Nationalmannschaft und sämtliche Schweizer Klubs ab 14. Januar auf internationaler Ebene gesperrt worden.

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Die Fifa liess dem SFV die Qual der Wahl: Punkteabzug oder Forfaitniederlagen. Die Schweizer Verbandsfunktionäre haben abgewägt und sich schliesslich für Ersteres entschieden. Mediensprecher Marco von Ah erklärt: «Wir wollten Sion bestrafen für das Verhalten, das sie an den Tag gelegt haben, indem sie sich wiederholt nicht an Reglemente gehalten haben. Darum steht die Strafe für die Walliser im Vordergrund und nicht, dass noch andere Klubs davon profitieren können.» Hätte man sich nämlich für die Variante «Forfaitniederlagen» entschieden, dann hätte nicht nur Sion Punkte verloren, sondern auch andere Klubs Zähler dazugewonnen. Die Folge: Es wäre zu Verschiebungen in der Tabelle gekommen. Mit der aktuellen Lösung fallen «bloss» die Walliser ans Tabellenende zurück, die anderen Klubs werden ausser einem Ranggewinn nicht tangiert.

«Wollten Sion weiter stützen»

Nach Statuten hätte der Verband gar die Möglichkeit gehabt, den FC Sion aus der Meisterschaft auszuschliessen. Doch das stand gemäss von Ah nicht zur Debatte. «Wir wollten das nicht. Wir wollten den FC Sion weiter stützen und unterstützen – auch schützen, so gut es geht.» Das habe der SFV auch immer gemacht und sich deshalb auch ein Stück weit mit der Fifa angelegt. Denn die vom Weltverband angedrohte Suspension der Schweizer Klubs vom internationalen Spielgeschehen sei nicht erst vor Kurzem zur Sprache gekommen. «Wir sind schon im August mit dem Begriff konfrontiert worden», so der Verbandssprecher. «Wir haben – wenn wirs in der Fussballsprache sagen wollen – dort eigentlich die Gelbe Karte riskiert für Zeitspiel, aber wir wollten unseren Weg gehen auf unseren Instanzen.» Aber auch auf diesem wäre man schliesslich auf eine harte Strafe mit massivem Punkteabzug für die Sittener gekommen.

Von Ah rechnet nicht damit, dass Christian Constantin und sein Verein das Urteil kampflos akzeptieren werden. «Es würde mich eher überraschen. Die Wege sind eigentlich klar. Man kann das Urteil anfechten. Der FC Sion kann es vors CAS ziehen und das CAS wird dann einen Entscheid fällen, der gültig ist für Sion, für den SFV und für die Fifa.»

(mon/fum)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C / P am 30.12.2011 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    SKANDAL!

    Das ist ja unglaublich und grenzt an einen Skandal, dass der kleine SFV der Nötigung der FIFA nachgibt und so einen Entscheid trifft. CC konnte ich bis jetzt noch nie leiden, aber jetzt würde ich hinter ihm stehen.

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  • Martin Aeberli am 30.12.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ciao Consti

    Sehr gut: Entweder man unterwirft sich den Statuten von Verbänden und spielt mit oder man lässt beides bleiben - An alle "Schweizerrechtler": Wenn ihr Schweizer Recht umgesetzt haben wollt, gründet eure eigenen Ligen und Verbände!

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  • epic fail am 31.12.2011 01:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es war einmal... 

    es gab einmal, vor nicht allzulanger Zeit eine grosse Werbekampanie der Fifa, da ging es doch um Fairness und Respekt... Mehr muss man dazu nicht erwähnen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nati-Hymne-Mitsinger am 02.01.2012 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Trotz Fehler anderer selber Schuld

    Ich versteh die ganze Aufregung nicht recht. Klar, sowohl die Fifa als auch der SFV haben Fehler gemacht. Trotzdem (und mir tuts auch leid für Sion als Klub und seine Fans) aber eingebrockt hat es sich CC selbst, also ist es nichts als gerecht, dass er die Suppe auslöffelt. Er hat sich schon so oft durchgeschlängelt und so oft hat man ihn mit Nachsicht behandelt, aber einmal muss Schluss sein, sonst macht jeder was er will. CC wusste, dass er Hadari nicht hätte holen dürfen, danach wusste er, dass er gegen die Transfersperre verstösst (sich durchschlängelt), also was hat er anderes erwartet?

  • Daniel Kowalsky am 01.01.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ein cooler Bluff des SFV im Pokerspiel

    Mit dem letzten Satz hat sich der SFV verraten: "Das CAS wird dann einen Entscheid fällen, der gültig ist für Sion, für den SFV und für die Fifa". Der SFV hat mit dieser total überzogenen Entscheidung den Forderungen der FIFA voll entsprochen und dem schweizer Fussball zunächst einmal den Hals aus der Schlinge gezogen. Insgeheim rechnet er aber fest damit, dass die Gerichte Urteil kippen werden. Die FIFA wird dann akzeptieren müssen, dass dem SFV die Hände gebunden sind und selber durchgreifen, indem sie Sion von allen internationalen Wettbewerben bis auf weiteres ausschliessen.

  • Fans am 31.12.2011 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wallis lässt grüssen

    Hoffe das CC noch genug Power hat und weiter kämpft .

  • zürcher am 31.12.2011 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schadenfreude

    ihr seid entweder schadenfroh oder kennt euch mit dem fall sion nicht aus. schadenfreude ist jedem seine sache, ok, hab ich auch ein bisschen. aber alle anderen; informiert euch zuerst richtig!

    • Beobachter am 02.01.2012 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      "Richtige" Meinung

      Das siehst du nur zum Teil richtig. Denn, es ist schwierig, trotz gutem Hintergrundwissen sich bei einem so komplexen Fall, eine "richtige" Meinung bilden zu können.

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  • Begeisterter Fussballfan am 31.12.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gutes Urteil

    Super gemacht vom SFV. Endlich wird diesem durchgeknallten Typen der Meister gezeigt. Jetzt müsste er nur noch lebenslänglich für alle Fussballaktivitäten gesperrt werden, dann wäre der Frieden wieder hergestellt. Auch die Fairness wurde lange mit Füssen getreten. Nach diesem Urteil kann man wieder von Fairness sprechen. Jetzt müssten nur die Clubs die gegen Sion verloren haben, die geklauten Punkte noch zurückerhalten.