Gökhan Inler

01. Juni 2011 12:44; Akt: 01.06.2011 13:02 Print

«Für mich beginnt eine neue Zeit»

von Eva Tedesco - Mit Gottes Segen und Gökhan Inler bricht die Schweizer Nationalmannschaft in eine neue Zukunft auf. Doch der Oltner muss seine Rolle erst noch finden.

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Gökhan Inler ist der neue Captain der Nationalmannschaft und der verlängerte Arm von Nati-Coach Ottmar Hitzfeld auf dem Platz. (Keystone/AP)

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«Ich bin der Nati-Pfarrer», stellt sich der Herr am Rand des Trainingsplatzes in Freienbach vor und übergibt Gökhan Inler eine Plastiktasche. Als neuer Captain der Nationalmannschaft soll Inler im Namen von Peter Hallauer jedem Nationalspieler einen Brief und Appenzeller Biber aushändigen. Natürlich nicht ohne der Nati auch Gottes Segen und Glückwünsche mit auf den Weg zu geben.

Eine kleine Aufgabe im Gegensatz zu der, die in England und überhaupt in Zukunft auf den «Capitano» wartet. Der Mittelfeldspieler ist erstmals als Captain an einem Nati-Zusammenzug und reiht sich in die Galerie von prominenten Namen wie Heinz Hermann, Alain Geiger, Ciri Sforza, Johan Vogel und Alex Frei ein, indem ihn Naticoach Ottmar Hitzfeld zum Nachfolger des zurückgetreten Baselbieters bestimmt hat. Die Fussstapfen, die der (Noch-)Udinese-Söldner nach Frei auszufüllen hat, sind indes gross. Und die Nati befindet sich im Umbruch. Die bisherige Hierarchie existiert nicht mehr, die neuen zentralen Figuren müssen sich erst finden.

Serie-A-Torschützenkönig als Lehrmeister

Nach dem Rücktritt von Frei hatten sich Inler und Hitzfeld in Venedig getroffen. Der Lörracher hat ihm in der Stadt der Lagunen klar dargelegt, wie er sich seinen verlängerten Arm vorstellt. «Der Trainer hat mir gesagt, dass ich den jungen Spielern helfen soll in die Mannschaft hineinzuwachsen. Er will, dass ich in der Nati der Leader werde, zu dem ich bei Udinese geworden bin.» Inler hat sich vorgenommen, Mannschaftsgeist vorzuleben und seine Mitspieler mitzuziehen, wie er es beim Serie-A-Klub von seinem Captain Antonio Di Natale erlebt hat. Vom Torschützenkönig der Serie A habe er gelernt, wie wichtig es ist, mit ganzem Herzen bei der Sache zu sein.

«Das letzte Jahr in Udine war meine beste von vier Saisons.» Das Erreichen der Champions-League-Qualifikation ist der Lohn. Der Solothurner hat dabei als «Sechser» zentral vor der Abwehr gespielt. Eine ähnliche Position soll er nach dem geplanten Systemwechsel auf ein 4-2-3-1-System oder in einem 4-1-4-1 auch in der Nati bekleiden. Als Schnittstelle zwischen Defensive und Mittelfeld, wo er seine defensive Stärke ausspielen und die Dreier bzw. Viererkette vor ihm seine offensive Schwäche kompensieren kann. Und auch als Dirigent.

Inler will keine Riesen-Vorträge halten

Nur, viele Worte sind nicht das Ding des bald 27-Jährigen. «Ich brauche auch in der Nati nicht die Riesen-Vorträge zu halten», sagt Inler zum Thema, «wenn ich etwas zu sagen habe, werde ich mich sicher äussern. Ich werde mich vor die Spieler stellen, wenn nötig, und sie können immer zu mir kommen, wenn sie Hilfe brauchen. Aber als Mensch verändere ich mich bestimmt nicht». Hitzfeld ist überzeugt, dass das Amt eine Chance für Inler sein kann. Das gelte für alle, speziell aber für Inler.

Die Aufbruchstimmung hoch über dem Zürichsee ist spürbar. Mit diesem neuen Spirit will die «Next Generation» am Samstag ein Wunder schaffen, wie es an der WM mit dem 1:0-Sieg gegen den späteren Weltmeister Spanien gelungen ist. Und auch wenn dieses Wunder nicht ganz wiederholt werden kann, muss man sich um die junge Truppe keine Sorgen machen – denn die nächste Qualifikation für die WM 2014 steht bald an. Mit Inler als Captain und Leader – und vielleicht auch wieder mit Appenzeller Biber und mit Gottes Segen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Salvo am 01.06.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Das nenne ich doch mal ein Captain, endlich. Dieser Mann ist ein echter Fussballspieler, auf dem Platz führt er Regie und in der Umkleidekabine dirigiert er seine Leute. Auch ausserhalb des Spielfelds ist er sich stets seiner Rolle bewusst und treibt das Team nicht ins Lächerliche. Er hat sich die Rolle als Captain schon lange verdient! Goodbye Alex, jetzt kannst du endlich deiner Bestimmung nachgehen: Den Tee vor der Pause bereitstellen!

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  • Veron am 01.06.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Topspieler!

    inler wird seine aufgabe erfüllen, in der Serie A hat er schon längst bewiesen das er einer der besten defensivmittelfeldspieler der welt ist, darum überrascht mich wenig wieso juve ihn unbedingt haben will und dazu bereit ist tief in die tasche greifen! in der nati wird er sich noch besser entfalten können und sein ganzes talent zeigen. ein sieg gegen England ist in heutiger hinsicht durchaus realistisch, denn man darf nicht vergessen shakiri und xhaka mögen noch jung sein aber gelten zu den besten U21 junioren der welt! vielleicht sehen wir inler bei manchester utd in der nächsten saison!!

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  • Martin Wassmer am 01.06.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Entscheid

    Endlich ein Captain der das Team und nicht sich selbst im mittelpunkt sieht. Viel Glück Gökhan!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Wassmer am 01.06.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Entscheid

    Endlich ein Captain der das Team und nicht sich selbst im mittelpunkt sieht. Viel Glück Gökhan!

  • Adrian am 01.06.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    keine Leaderfigur

    Inler ist ein sehr guter Fussballer, aber alles andere als eine Leaderfigur. Das können andere übernehmen. Es hat bisher nicht funktioniert und ist auch diesmal eine zu schwere Last

  • alex am 01.06.2011 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    inler zu juve

    inler komm zu juve, wir brauchen dich!

    • Claudio Brunner am 01.06.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Inler bleibt (hoffentlich)!

      Udinese spielt nächste Saison Championsleague, Juve nicht einmal in der Europe League... wenn er schon wechselt, dann immerhin zu einem Klub der international vertreten ist!

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  • Salvo am 01.06.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Das nenne ich doch mal ein Captain, endlich. Dieser Mann ist ein echter Fussballspieler, auf dem Platz führt er Regie und in der Umkleidekabine dirigiert er seine Leute. Auch ausserhalb des Spielfelds ist er sich stets seiner Rolle bewusst und treibt das Team nicht ins Lächerliche. Er hat sich die Rolle als Captain schon lange verdient! Goodbye Alex, jetzt kannst du endlich deiner Bestimmung nachgehen: Den Tee vor der Pause bereitstellen!

    • Kyra am 04.06.2011 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      Mal sehn

      Wie gut das ihr immer wisst was sich in der Garderobe abspielt. Ein Kapitän muss kein Freund sein, sondern ein Typ mit Charakter. Wird sich zeigen ob Inler den hat. Alex hatte in der Mannschaft kein Problem. Das wurde nur von den Medien angedichtet. Aber ich wünsche dem neuen Team viel Glück. über kurz oder lang hätte sowieso ein Wechsel stattgefunden.

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  • Veron am 01.06.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Topspieler!

    inler wird seine aufgabe erfüllen, in der Serie A hat er schon längst bewiesen das er einer der besten defensivmittelfeldspieler der welt ist, darum überrascht mich wenig wieso juve ihn unbedingt haben will und dazu bereit ist tief in die tasche greifen! in der nati wird er sich noch besser entfalten können und sein ganzes talent zeigen. ein sieg gegen England ist in heutiger hinsicht durchaus realistisch, denn man darf nicht vergessen shakiri und xhaka mögen noch jung sein aber gelten zu den besten U21 junioren der welt! vielleicht sehen wir inler bei manchester utd in der nächsten saison!!

    • Ephraim Chiozza am 01.06.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Definitiv Topspieler

      Zu Manchester United wird er nicht wechseln, da gibts mit Fletcher, Carrick, Gibson, Giggs, Park und den nachrückenden Jugenspielern Pogba und Tunnicliffe einfach zu viel "inhouse" Konkurrenz.. Juve würde ich für Inler viel mehr begrüssen, zumal Aquilani wieder nach Liverpool gehen wird..

    • Eichenberger jörg am 01.06.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      Udinese

      Juve spielt nicht mal CL oder Europacup, lieber er bleibt bei Udinese welche CL spielen. Dann kann er noch ein Jahr stark Werbung machen.

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