Strellers Rücktritt

14. Juni 2019 20:39; Akt: 14.06.2019 20:48 Print

«Für mich ist Fussball auch Entertainment!»

12 Momente in 2 Jahren. Ein kleiner Rückblick mit Zitaten des zurückgetretenen FCB-Sportchefs Marco Streller.

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«Dass die Fussstapfen riesig sind, dessen bin ich mir bewusst. Ich habe davor Respekt – aber keine Angst. Sonst würde ich die Aufgabe nicht übernehmen.» Die neue Clubleitung des FC Basel mit Marco Streller spricht an der Pressekonferenz nach am 7. April 2017. «Ich habe meine Stärken vielleicht eher in der Kommunikation. Geht es um die Administration, dann ist das weniger der Fall.» Streller (2. von rechts) spricht dabei auch über Schwächen. «Ich finde zudem, dass es gerechtfertigt ist, wenn nun Leute Zweifel haben. Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn ich am Anfang unterschätzt werde.» Diesen Gefallen machten Streller von Anfang an viele ... «Vielleicht bedeutet unser Konzept mit mehr Spielern aus dem eigenen Nachwuchs ja tatsächlich, dass die Zeiten von 17 Punkten Vorsprung vorbei sind. Vielleicht wird die Meisterschaft dadurch dann auch spannender. Aber was ist der Fussball? Für mich ist er ganz klar auch Entertainment!» Dass diese Aussage ihn schnell einholen würde, dachte Streller da kaum. «Es ist nicht hoch genug zu werten. Es ist sensationell. Es war eine unglaubliche Kampagne. Ich bin ja ein Optimist, aber zwölf Punkte hätte ich auch nicht für möglich gehalten.» Ende 2017 kann Streller eine positive Bilanz ziehen – zumindest in der Champions League. Als Belohnung gibt's bei der Achtelfinal-Auslosung Manchester City (rechts Sportdirektor Txiki Bergiristain) «Was mich als Ex-Spieler sehr beeindruckt, ist wie schnell die Mannschaft in einer Partie das System wechseln kann. Diese Flexibilität im Spiel ist wichtig, weil das heute elementar ist im Fussball. Das ist schlicht unglaublich und freut mich riesig für Raphael Wicky und seine Mannschaft.» Es gibt darum auch Lob für trainer Raphael Wicky (rechts) «Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns dieser Misserfolg für die Zukunft auf seltsame Art guttut. In der neuen Saison wollen wir beweisen, dass wir es besser können.» Bereits nächsten Sommer dreht der Wind, YB ist Meister. Die Zuversicht bleibt. «Wicky macht sehr, sehr viel gut und ist noch ein junger Trainer. Aber genau so, wie ich auch Fehler gemacht habe, hat auch er vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht.» Aber dennoch gibt's auch schon leise Kritik am Trainer. 3 Monate später, im Juli 2018, war Wicky bereits entlassen. «Mit 19 Punkten Rückstand auf YB können wir nicht zufrieden sein. Aber es hat trotzdem grosse Freude gemacht, zu sehen, wie die jungen Spieler sich entwickeln.» Die Zwischenbilanz im Dezember 2018 zeigt: Auch mit dem neuen Trainer Marcel Koller (rechts) wird es nicht besser. «Das Team ist sicher besser, als es in der Tabelle dasteht.» Aber Streller will den Durchblick behalten und bleibt optimistisch. «Marcel Koller ist schon sehr lange im Geschäft. Es gibt vieles, was ich von ihm lernen kann und es gibt sicher auch ein paar Dinge, die er von mir lernen kann – obwohl ich ein, zwei Jahre jünger bin.» Von Harmonie ist im Dezember 2018 wenig zu spüren. «Es war nicht immer ganz einfach in einer Situation, als wir schon mitten in der Saison waren. Aber wir sehen den Fussball ähnlich und haben einen sehr guten Draht zueinander gefunden.» Oder täuschte da noch bloss die Optik? Heute, nach dem Rücktritt Strellers, dürfte man sagen: Nein ...

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Vor zwei Jahren trat Marco Streller voller Elan als neuer Sportchef des FC Basel an. Nun ist er heute enttäuscht zurückgetreten. Was er in den letzten 24 Monaten während seiner Amtszeit bei Zwischenbilanzen und Momenten des Zurückblickens sagte, erfahren Sie in der Bildstrecke.

Fussball

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 14.06.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inhalt

    Aha, Stärken in der Kommunikation?! Das hat man ja in den letzten Tagen gesehen. Vor jedes Mikrofon zu rennen, wie schon als Spieler praktiziert, heisst noch bei weitem nicht, stark in der Kommunikation zu sein. Entscheidend ist, WAS man sagt, Herr Streller, und nicht wie viel... Ich wünsche Ihnen dennoch alles Gute.

  • joe.waschl. am 14.06.2019 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Barfuss oder Lackschuh.

    Entertaiment. Das stimmt. Nur ist Streller, ein Florian Silbereisen und kein Harald Juhnke.

  • Eisenfaust Basel am 14.06.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach schweigen?

    Aber der Streller will weiterhin im Verwaltungsrat bleiben, lol. Was meint eigentlich der Burgener oder andere Vereinsvertreter zum ganzen? Irgend ein öffentliches Statement muss doch kommen? Verrückt dieses Chaos, man könnte meinen der FCB sei ein Dorfverein!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 17.06.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dilemma bei vielen Vereinen

    Es erstaunt mich mit welchen Qualifikationen man zum Sportchef werden kann. Der FCB ist ein wirtschaftlich geführtes Unternehmen und sollte da schon gewisse Grundbedingungen erfüllen, eine davon ist die interne Risikoanalyse. Anscheinend besteht da erheblicher Nachholbedarf. Ein guter Fussballer ist doch nicht einfach ein guter Manager, so einfach geht das nicht.

  • B.B. am 16.06.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Baslerbebbi

    Der FC Basel wurde mit grossen Einsatz und Sachverstand über viele Jahre aufgebaut ! Und jetzt ? Soll das alles kurzfristig im Nichts versenkt werden ? Marco Streller, sicher ein überragender Fussballer, aber ganz sicher kein Fussball Funktionär, hat die Konsequenzen gezogen. Herr Burgener ! Als "unbedeutender" FC Basel Fan appeliere ich jetzt an Ihr Pflichbewusstsein ! Unterstützen Sie von mir aus was oder wen sie wollen ! Selbstverständlich ! Aber nicht mit dem Portfolio des FC Basel ! Und schon gar nicht als Club Präsident. Folgen Sie bitte Herrn Strellers Beispiel ! Danke !

  • Dani am 15.06.2019 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCB

    Unerträglich dieser Schmarren, der hier zu Strellers Rücktritt zu lesen ist ! Fakt ist, die Aufgabe war immens schwer, nachdem Heusler den Club verscherbelt hat !!

    • Timo am 15.06.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      Stimmt allerdings. Hauptsächlich Schmarren. Nicht wert zu lesen.

    • B.B. am 16.06.2019 21:53 Report Diesen Beitrag melden

      Baslerbebbi

      Die Aufgabe WAR, IST und wird immer schwer sein ! Insofern müssen Leute ran die den entsprechenden Sachverstand haben. Da gibt es nichts zu beschönigen, zu rechtefertigen oder zu entschuldigen ! Herr Streller wie auch Herr Burgener sind meiner Meinung nach nicht die richtigen Personen für diesen Job. Eigene Interessen dürfen nicht den Interessen des FC Basel übergeordnet werden ! Wobei Herr Streller bedingt den Hut genommen hat. Und das ist wenigstens schon mal ein Anfang. Kein Schmarren !

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  • dayton am 15.06.2019 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Frauenpower

    hoffentlich tritt die Nachfolge ein weiblicher Sport-Chef (Sportchefin) an. Frauen können ja eh alles besser -zudem kann dann am Lohn gespart werden.

  • Normaler am 15.06.2019 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strellers Rücktritt, X Berichte, wieso...

    Nicht jeder Präsident kann ein Hr. Heusler sein, das ist mal klar. Aber auch Präsidenten können ausgewechselt werden, wenn sie nicht mehr tragbar sind. Streller hat leider vielmals zuerst geredet und erst dann nachgedacht. Er steht viel zu gerne im Vordergrund. Er ist 100% Mediengeil. Das macht kein guter Sportchef. Der Klub heisst FC Basel, nicht FC Streller oder FC Burgener. Das Problem müssen sie intern so rasch als möglich lösen, sonst geht der Schaden in Basel ins unermessliche. Gute Sportchefs konzentrieren sich auf die Arbeit und nicht tägliches Medien bla bla. Gibt genügend Beweise.