U21-Coach Tami

10. Juni 2011 12:00; Akt: 10.06.2011 14:08 Print

«Für solche Spiele leben wir»

von Eva Tedesco, Hobro - Bis auf zwei Positionen hat U21-Naticoach Pierluigi Tami seine Elf für das EM-Eröffnungsspiel gegen Dänemark im Kopf. Die A-Nati spielte bei seiner Selektion keine Rolle.

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Pierluigi Tami schwört seine Trupee aufs Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Dänemark ein. (Bild: Keystone)

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Nach letzten Gewichtskontrollen, medizinischen Routine-Checks und einem Foto-Shooting der Uefa für die offiziellen Screens und TV-Grafiken durften die U21-Nationalspieler am Donnerstagabend endlich auf den Rasen. Die Schweizer absolvieren ihre Trainingseinheiten in unmittelbarer Nähe des Teamhotels in Hobro, einer idyllischen Kleinstadt, zwischen den Spielorten Aalborg und Aarhus. Das schmucke 4-Sterne-Hotel mit dem Namen «Amerika» liegt sprichwörtlich am Ende der Welt.

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«Das Hotel, die Anlage und der Rasen sind sehr gut», sagt Naticoach Pierluigi Tami zu 20 Minuten Online. Wie auch die Stimmung und die Arbeitsmoral der U21-Internationalen - trotz einer langen Saison, die viele der Cracks hinter sich haben. Das Thema der Übungseinheit zwei Tage vor dem Startspiel galt dem Offensiv-Verhalten.

Das Zentrum bildeten Xavier Hochstrasser und Moreno Costanzo. In der Spitze testete Tami Schalke-Jungspund Mario Gavranovic, der wegen einer Fussverletzung das Ende der Meisterschaft weitgehend verpasst hatte. Senkrechtstarter Granit Xhaka, der letzten Samstag bei der A-Nati noch zur Startelf gezählt hat, fand sich am Donnerstag für einmal nur in der B-Formation wieder.

«11 glückliche und 12 unglückliche Spieler»

«Priorität hat nicht, ob einer in der A-Nati gespielt hat oder nicht», so Tami. «Ich habe Xhaka diverse Male in der Rückrunde der Meisterschaft beobachtet und er ist ein Kandidat, weil er Qualität hat und nicht weil er im Wembley gespielt hat.» Ob er den FCB-Jungstar gegen die Dänen von Beginn weg bringt oder nicht, so weit liess sich Tami dann aber nicht in die Karten blicken. Am Samstagmorgen werden die Spieler von ihm erfahren, welche unter ihnen die EM eröffnen. «Dann habe ich elf Spieler, die glücklich sind und zwölf, die nicht zufrieden sind. Das ist mir bewusst», sagt der Natitrainer.

Die Anspannung steigt bei der «zweithöchsten Nationalmannschaft», wie FCB-Goalie Yann Sommer die U21-Nati bezeichnet. Alle sind froh, wenn es am Samstag endlich losgeht. Gegen den Gastgeber erwartet Tami ein volles Stadion (Fassungsvermögen 6100 Zuschauer) in Aalborg und ein fanatisches Publikum, das Dänemark zum Titel tragen will. Doch wegen dem Heimvorteil der Dänen ist Tami nicht bange: «Das sind doch genau die wichtigen Spiele in der Karriere eines Profis. Für solche Spiele leben wir.»

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