Ottmar Hitzfeld

03. Februar 2011 23:04; Akt: 04.02.2011 11:28 Print

«GC gehört für mich in die Super League»

von Andi Huber - Einen Tag vor Beginn der Rückrunde in der Super League äussert sich Ottmar Hitzfeld (62) zur Meisterschaft, den Spielen mit der Schweizer Nationalmannschaft und zu seiner Zukunft.

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Ottmar Hitzfeld - ein Mann mit Profil. (Bild: Keystone)

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Ottmar Hitzfeld, sind Sie froh, dass es auch in der Schweiz wieder losgeht?
Ottmar Hitzfeld:
Natürlich bin ich froh, dass auch in der Schweiz König Fussball wieder das Zepter übernimmt. Ich habe die Spieler, die betreffend Nomination fürs Nationalteam in Frage kommen, bereits in den Tests mit ihren Klubs verfolgt. Nun freue ich mich, sie im Wettkampf am Werk zu sehen und mir ein Bild machen zu können über ihren Gesundheits-, Fitness- und Formstand.

Welche Partie werden Sie sich am Wochenende zu Gemüte führen?
Ich werde natürlich alle Spiele verfolgen, zum Teil direkt via TV, zum Teil als Aufzeichnung. Live im Stadion werde ich bei Zürich – Luzern sein.

Wie sehen Sie die Vorzeichen dieser Frühlingsrunde?
Es ist fast wie der Beginn einer neuen Meisterschaft. Für alle Teams beginnt es wieder bei null. Und es ist noch alles möglich.

Wer wird Meister, und wer steigt ab?
Ich gebe keine Prognosen ab.

Wer hat sich am besten verstärkt?
Auch Transfers kommentiere ich nicht.

Welcher Spieler könnte der grosse Star der Rückrunde werden?
Ich will keine Namen nennen, sondern generell sagen, dass wir alle gespannt sein dürfen, welche Spieler sich in teilweise neuen Umfeldern wie in Szene setzen können, welche Spieler den Sprung vom Nachwuchsspieler in ihre erste Mannschaft schaffen, wer sich wie wo durchsetzt. Wichtig ist für mich insbesondere, dass Auswahlspieler, sei es fürs A-Team oder die U21, regelmässig spielen und als Leistungsträger zur Geltung kommen.

Ihr Ex-Klub GC ist Letzter, hat die Führung ausgewechselt und plant ausserhalb Zürichs zu spielen. Was halten Sie davon?
Als ehemaliger Trainer von GC verfolge ich dessen Entwicklung natürlich mit einem besonderen Augenmerk. Die Grasshoppers gehören für mich ganz klar in die Axpo Super League. Sie haben viele grosse Kapitel in der Geschichte des Schweizer Fussballs geschrieben mit Gewinnen von Meisterschaften und Cup-Wettbewerben. Und sie haben ein ganz tolles geschrieben in der Rückrunde der letzten Saison. Ich traue dem Team von Ciri Sforza auch heuer zu, dass es von weit hinten wieder weit nach vorne stösst.

Hakan Yakin war zuletzt angeschlagen. Machen Sie sich im Hinblick auf den Test am nächsten Mittwoch gegen Malta Sorgen um ihn?
Ich habe mit seinem Klubtrainer Rolf Fringer gesprochen und gehe davon aus, dass Yakin am Samstag in Zürich mit dem FC Luzern einlaufen wird. Und wenn er spielt, ist er automatisch ein Thema für das Länderspiel vom Mittwoch gegen Malta.

Was beschäftigt Sie sonst noch in Ihrer Mannschaft?
Wie bereits gesagt: Gesundheitszustand und Formstand aller potenziellen Nationalspieler.

In Ihrem Aufgebot für das Malta-Spiel steht auch Blerim Dzemaili. Weshalb haben Sie Ihn nominiert?
Dzemaili stand aber immer unter Beobachtung. Ich war stets informiert über den Zustand seiner Gesundheit und seiner Form. Dzemaili ist ein Spieler mit Ecken und Kanten, der in meinen Überlegungen immer eine Rolle spielte. Jetzt ist er erstmals seit seinem Transfer von Torino zu Parma über eine längere Zeit konstant gut und gesund – und darum nun auch wieder aufgeboten.

In einer Umfrage von 20 Minuten fordern fast alle Super-League-Trainer, dass Ihr Vertrag als Naticoach bis 2014 verlängert wird. Ehrt Sie das?
Es freut einen natürlich immer, wenn die geleistete Arbeit anerkannt wird, insbesondere wenn absolut kompetente Fachleute zu diesem Urteil kommen.

Wie ist der Stand der Verhandlungen mit dem Verband?
Das ist zur Zeit überhaupt kein Thema für mich. Und wenn ich mit der Verbandsspitze Gespräche führe, gebe ich sowieso keine Wasserstandsmeldungen über deren Verlauf ab. Mein Fokus ist jetzt auf dem Malta-Spiel und dann geht es volle Kraft Richtung Spiel in Bulgarien.

Könnten Sie sich auch vorstellen, anderswo zu arbeiten – Angebote gibt es ja wohl genug ...
Der Fussball lehrt einen ja, dass man nie nie sagen soll und dass es keine endgültige Wahrheit gibt, aber ich habe keine anderen Pläne, als mit der Schweiz weiterzuarbeiten. Ich bin noch immer sehr stolz, Coach des Schweizer Nationalteams zu sein. Und motivierter denn je!