Erich Vogel

22. Februar 2019 08:28; Akt: 22.02.2019 08:42 Print

«GC mangelt es an Führungskompetenz»

von E. Tedesco - GC steckt in der grössten Krise seit 1949. Für Erich Vogel, ehemaliger Fussball-Manager und GC-Vizepräsident, gibt es nur einen Ausweg: Fehler eingestehen und zurücktreten.

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Was kommt noch? Seit letztem Sonntag ist GC Tabellenletzter und ausgerechnet jetzt kommt heraus, dass CEO Manuel Huber während der grössten Krise der Clubgeschichte in der Karibik weilt. Verärgert über die GC-Führung, verkündete Hauptsponsor Reinhard Fromm seinen Rückzug per Ende Saison. Auch Erich Vogel, ehemaliger Fussball-Manager und GC-Vizepräsident von 2007 bis 2009, spricht im Interview mit 20 Minuten Klartext.

Herr Vogel, mit der Niederlage gegen Xamax ist GC auf den letzten Tabellenplatz gerutscht. Und CEO Manuel Huber weilt in der Karibik. Wie geht das?
Ich habe das auch mitbekommen. Das ist auf jeden Fall sehr speziell.

Was meinen Sie mit sehr speziell?
In so einer Situation müssen die Obersten in der Hierarchie, Stephan Anliker für die strategische und Manuel Huber für die operative Führung, hinstehen und Verantwortung übernehmen. Sie stehen an vorderster Front. Der Präsident entscheidet, wie viel Freiheiten und Kontrolle er ausübt. Freiheiten gewähren heisst aber nicht, dass man sich aus der Verantwortung stehlen kann. Wenn er das zulässt, dass sein oberster Angestellter in so einer Krise Ferien macht, ist das sehr speziell und wird auch von den Spielern wahrgenommen.

Aber der CEO schiesst keine Tore und gewinnt keine Spiele.
Das ist schon klar, aber Spieler nehmen in schwierigen Zeiten wie ein Seismograph alles wahr. Diese Wahrnehmung läuft mehr im Unbewussten ab, aber sie gibt den Spielern das Gefühl einer Schwäche, wenn die Führung nicht da ist, und kann Auswirkungen auf die Leistung haben.

Und verärgert zudem auch Hauptsponsor Reinhard Fromm, der droht, auszusteigen.
Man muss jedem Sponsor Sorge tragen und sich um ihn kümmern – umso mehr, wenn man finanziell nicht gut dasteht.

Der Hauptschuldige an der aktuellen GC-Krise heisst demnach für Sie Stephan Anliker?
GC steckt in der grössten Krise seit 1949. Für mich ist klar, dass es GC an Fussball- und Führungskompetenz mangelt. Seit Anliker übernommen hat, wurde GC 8., 4., 8., 9. und liegt jetzt auf Rang 10. Die Tendenz deutet nach unten. Die Tabelle zeigt, dass GC derzeit die schwächste Mannschaft ist. Wer wie viel Schuld an der Misere trägt, muss jeder selber erkennen. Aber wem GC wirklich am Herzen liegt, der tritt Ende Saison von sich aus zurück. Eine starke Persönlichkeit würde sagen: Ich habe zu viele Fehler gemacht, ich ziehe die Konsequenzen.

Man könnte aber auch sagen: Ich habe den Karren in den Dreck gezogen, ich schleiche mich nicht aus der Verantwortung.
Dann geht es dieser Person lediglich ums eigene Wohl, Ego und Prestige. Man muss auch erkennen können, wenn man etwas nicht geschafft hat. GC wurde in den letzten fünf Jahren immer schlechter, das würde man in keiner anderen Branche dulden. Wenn einem diese Krise nicht zu denken gibt ... Es hiess aber immer nur: Der Vogel macht Unruhe. Die Mannschaft ist jung oder die Mannschaft ist noch nicht eingespielt.

Ist das Ihre Kritik am Kader?
GC hat in dieser Saison 20 Transfers gemacht. 20! Ich habe noch keinen Club erlebt, der so Erfolg hatte. Zu viele neue Spieler haben immer auch Auswirkung auf jene, die schon da sind. Die sportliche Gesamtverantwortung trägt Georges Perego, der Chef von Sportchef Mathias Walther. Perego ist seit 25 Jahren im Geschäft und somit lange genug dabei, um das zu wissen. Er ist der Erste, der zum Wohl des Vereins zurücktreten muss, aber es würde mich sehr überraschen, wenn er zu seinen immensen Fehlern stehen würde.

Sie sehen unter dieser Führung also keine Zukunft für GC?
Irgendwann muss man sagen: Es ist genug und wichtig, das Wohl des Vereins in den Vordergrund zu stellen. Denn GC muss damit rechnen, dass es absteigt. Wenn man dann nicht gleich wieder aufsteigen sollte, könnte GC komplett verschwinden.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitri am 22.02.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt

    Ich bin ja kein Fan von Vogel, aber hier hat er recht.

  • gc fan am 22.02.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Handelt

    Bei GC muss ein Erdbeben passieren vor Ende Saison. Wenn man schnell handelt und neuen Schwung in die ganze Führung und Mannschaft bringt ist noch einiges zu retten. Es sind noch viele Runden zu spielen jedoch darf man NICHT MEHR WARTEN.

  • Sepp am 22.02.2019 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GC

    Ganzer Vorstand mit Trainer und Sportchef entlassen, fähige Leute holen und dann klappt es

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter am 23.02.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thun

    Was passiert, wenn in Thun wieder verloren wird? Nichts, Fink bleibt Trainer, Anliker bleibt, Huber geniesst weiter seine Ferien - und GC steigt ab. Kann ja nicht sein, dass niemand etwas tut und endlich mal auf den Tisch klopft! Aber jeder deckt jeden und keiner hat auch nur ein bisschen Mum.

  • mawe am 23.02.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Abgerechnet wird am letzten Spieltag.

    Abgerechnet wird am letzten Spieltag. Abstiegskonzept aus der Schublade herausholen und von der Defensive aus spielen. Punkte müssen her und schön spielen ist passe.

  • Hugo Fröhlich am 23.02.2019 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Abstieg ist unvermeidbar !

    Ein Abstieg ist das einzige richtige um einen Neustart zu veranlassen. Dieses Schiff ist aktuell nicht mehr steuerbar und wird bald versinken, besser gesagt absteigen. Ein Neustart mit neuen Leuten ist nötig. Die Inkompetenz der Führung (Sportchef, Präsident) kann nur mit einem Abgang gewürdigt werden !

  • Karla am 23.02.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Führungskompetenz?

    Wie soll ein Huber Führungskompetenz haben? Der ist viel zu jung! Sonst wäre er jetzt nicht in der Karibik, sondern da am Ort des Geschehens und würde mal ein Machtwort sprechen.

  • Paolo am 23.02.2019 03:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zirkusverein

    Die Führungkompezemz von GC lässt zu wünschen übrig einziger brauchbarer in der Führung bei GC ist Matias Walter der Rest unbrauchbar.Wie viele Junge talentierte Spieler hat GC mit seiner Fussballpolitik kaputt gemacht.Das ist schlicht und einfach ein Zirkusverein.Das ist auch der Schweizerfussball unbrauchbar.Im Ausland wäre das max .1 Liga Niveau.