Bayern-Coach Flick

10. November 2019 10:06; Akt: 10.11.2019 10:28 Print

«Geniesse eine Flasche Rotwein mit meiner Frau»

Bayern dürfte nach dem 4:0 über Dortmund längerfristig mit Hansi Flick als Trainer planen. Und Lucien Favre findet kaum Worte.

Beeindruckende Form: Robert Lewandowski trifft für die Bayern am Laufmeter - hier zum 1:0 gegen Dortmund.
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Das beeindruckende 4:0 von Bayern München über Borussia Dortmund liess stolze, zufriedene Gewinner zurück und entsprechend ratlose, kleinlaute Verlierer.

Gewinner des Abends war Hansi Flick. Als Interimscoach war er von den Bayern-Verantwortlichen nach der Entlassung von Niko Kovac vor einer Woche präsentiert worden. Flicks Auftrag: Den FCB in den zwei Spielen gegen Piräus (2:0) und Dortmund (4:0) coachen. Nach dem überzeugenden Erfolgen bleibt er erstmal weiter Trainer. «Wir machen bis auf Weiteres mit Hansi weiter, er hat das jetzt gut gemacht und er hat unser Vertrauen», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstag nach dem Sieg. «Hansi hat vor dem Spiel gesagt, die zwei Spiele sind jetzt erstmal die Ziellinie. Die Ziellinie hat er heute bravourös überschritten.» Jetzt mache man in aller Ruhe mit Flick weiter, sagte Rummenigge. Man müsse dem Coach ein «grosses Kompliment» aussprechen.

Wie lange die Münchner mit Flick planen, sagte Rummenigge nicht. Auch nicht, was das für die Trainersuche des deutschen Rekordmeisters bedeute. «Was wir machen, das möchte ich nicht in der Öffentlichkeit kommentieren.»

Flicks selber mochte noch nicht zu weit in die Zukunft schauen. «Ich geniesse heute Abend eine schöne Flasche Rotwein mit meiner Frau, meine Familie ist gekommen. Das passt, ich bin zufrieden.» Der 54-Jährige, der 2014 als Assistent von Joachim Löw Weltmeister geworden war, lobte nach der Gala seine Spieler ausdrücklich. «Sie haben heute gezeigt, dass sie Fussball auch wirklich zelebrieren können», sagte Flick. «Die Mannschaft hat gewusst, dass sie in der Pflicht ist, und das hat sie gut umgesetzt.»

Müller: «Wir waren mutig»

Ein Nutzniesser des Trainerwechsels ist Thomas Müller. Der Mittelfeldspieler musste zuletzt unter Kovac oft auf der Bank Platz nehmen, kam unter Flick nun zweimal von Beginn weg zum Einsatz. «Kompliment an die Mannschaft. Wir haben das, was der Hansi in der kurzen Zeit einzuschleifen versucht hat, echt gut umgesetzt», sagte Müller. «Wir waren mutig. Die Spieler waren durch den Trainerwechsel noch mehr gefordert, die Alibis waren weg.»

Der Schweizer Trainer in Diensten des BVB, Lucien Favre, zeigte sich derweil ernüchtert: «Bayern war viel besser als wir. Tempo, Ballannahme, Technik. Wir waren nicht gut. Es war eine grosse Enttäuschung.» Favre war noch am Dienstag, nach dem überzeugenden 3:2 gegen Inter in der Champions League, ein gelöster Trainer gewesen und hatte dem Vorwurf seines Sportchefs Michael Zorc, Dortmund müsse endlich einmal «Männerfussball» zeigen, gelassen entgegen gesehen. «Das war eigentlich gar kein Fussball», sagte Zorc dann im Anschluss an das Bayern-Spiel, auf die Debatte angesprochen.

Der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw hatte die Partie live im Stadion verfolgt. «Die Bayern haben mehr Druck auf das Tor ausgeübt. Dortmund wirkte ängstlich», sagte er. Sein früherer Assistent Flick könne zu einer Dauerlösung werden, befand Löw. «Ich denke schon. Er hat die Kompetenz und eine hohe emotionale Fähigkeit, mit den Spielern umzugehen», sagte er.

Einen sehr versöhnlichen Abschluss seiner offiziellen Zeit als Bayern-Präsident erlebte Uli Hoeness. «Der Terminkalender hätte es nicht besser richten können», sagte ein zufriedener Hoeness, der an der Hauptversammlung nächste Woche offiziell als Präsident abtritt. «Das war eine Demonstration von der ersten bis zur letzten Minute. Ich muss mich bei der Mannschaft bedaken, das Spiel wird mir immer in Erinnerung bleiben», sagte Hoeness weiter.

Fussball

(mrm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EX Knacki Uli am 10.11.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Koffer-Packer

    Der Hansi ist am Auspacken und der Favre am Einpacken!;)

  • Beaetel am 10.11.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie höher die Erwartungen

    Wie grösser die Enttäuschung. Ein bisschen mehr Realismus der Dortmunder Spitzen wäre ganz sicher nicht kontraproduktiv

  • Moppelinho am 10.11.2019 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeistertrainer

    Glückwunsch an Bayern. Die haben da einen Trainer der weis wie man Titel gewinnt(2014). Bei Dortmund sieht das ein bisschen anders aus. Der favre weis wie man nicht absteigt. (Siehe Gladbach). P.s. Als flick bei der Nationalmannschaft war hat diese selbige den besten Ball gespielt. Kann man leider jetzt nichts mehr davon sehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • vorbi am 10.11.2019 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Da soll noch einer sagen ...

    ... die Bayern-Spieler hätten nicht gegen Kovac "gearbeitet", d.h. eben nicht mehr gearbeitet sondern nur dessen Absetzung provoziert. Ist ihnen gelungen. Nun hoffe ich einfach, dass die zwei Siege "Eintagsfliegen" waren. Ist ja nicht mehr zu überbieten, die Überheblichkeit im Bayernumfeld...

  • KvB am 10.11.2019 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realistisch bleiben

    Die alten, sogar die letzten zwei Coaches von BVB, waren erfolgreicher. Favre trifft immer auf ein falsches Kader an, denn die andern Mannschaften hatten sich verstärkt oder blieben zusammen. Dann noch ohne Verletzungen. Das ist mit Sicherheit nicht die Wunschwahl von Favre. Ausgenommen Einige. Hakimi mag schon gut und schnell sein. Er kann und muss noch viel lernen, aber schiesst auch sehr viele Böcke. Wo war er am Samstag? An die Medien:"Nicht zu viel rühmen.BVB hat viele junge Spieler.

  • Dr. Feelgood am 10.11.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Ist schon lustig wenn im Tv immer wieder gesagt wird, dass man sich Zuhause dafür eine guuuute Flasche Rotwein reinpfeift...würde er sagen, dass sich einen guuuten Joint reinzieht wäre es "der" Skandal...

  • Päuli am 10.11.2019 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird besser

    Hallo!? 3 der letzten 4 BuLi-Spiele hat Dortmund gegen Bayern mit 6:0, dann 5:0 und gestern nur noch mit 4:0 verloren. Es wird also besser beim BVB, mit Favre. Die Steigerung ist doch deutlich zu erkennen.

  • Real1394 am 10.11.2019 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NoHate

    War ja klar das ein Deutscher Trainier wieder den AntiKicker Müller spielen lässt