Babbels Rachefeldzug

03. Mai 2012 22:03; Akt: 04.05.2012 11:15 Print

«Hertha hat den Abstieg verdient»

Ex-Hertha-Coach Markus Babbel gastiert am letzten Bundesliga-Spieltag mit Hoffenheim in Berlin. Gewinnt er, steigt Hertha ab. Babbel würde sein ehemaliges Team am liebsten selbst abschiessen.

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Der Rausschmiss bei Hertha scheint Markus Babbel noch gehörig zu stinken. (Bild: Keystone)

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Am Samstag heisst es für Hertha Berlin alles oder nichts. Gewinnen die Berliner die letzte Partie der Saison gegen Hoffenheim, so klettert der Hauptstadtklub auf den vorerst rettenden Barrage-Platz. Resultiert nur ein Remis oder gar eine Niederlage, steigt Hertha mit dem Schweizer Fabian Lustenberger nach nur einer Saison in der Bundesliga wieder ab.

Die ganze Rechnerei ist jedoch müssig, wenn der 1. FC Köln gleichzeitig im Heimspiel gegen Bayern München siegt. Dann nämlich werden die Geissböcke die Barrage gegen den Drittplatzierten der zweiten Bundesliga bestreiten. Ein erneuter Abstieg käme in Berlin einem Schock gleich und wäre der traurige Schlusspunkt einer missratenen Saison.

Babbel rechnt mit Hertha ab

Lustenberger und seine Teamkollegen haben sich vor dem alles entscheidenden Spiel in einem offenen Brief an ihre Fans gewandt: «Wir bitten Euch alle, jeden Einzelnen von Euch - auch diejenigen unter Euch, die meinen, dass wir es gar nicht mehr verdient hätten: Helft uns 90 Minuten lang, unterstützt uns 90 Minuten lang, macht 90 Minuten Dampf, seid 90 Minuten für uns da!», schreibt Kapitän Lewan Kobiaschwili auf der Homepage des Vereins.

Mit Markus Babbel entscheidet ausgerechnet der Trainer, der Hertha vor einem Jahr zurück in die Bundesliga führte, über die Zukunft seines ehemaligen Vereins. Mittlerweile trainiert dieser nämlich die Hoffenheimer und nimmt vor dem Showdown kein Blatt vor den Mund. «Mit mir wäre die Hertha nicht abgestiegen», rechnet er mit seinem Ex-Klub ab, wo er im Dezember nach einem heftigen Streit mit Geschäftsführer Michael Preetz den Stuhl räumen musste.

«Wer nur acht Punkte holt, darf sich nicht beklagen»

Selbst wenn der 39-jährige Babbel immer noch ein Hertha-Tattoo auf dem Oberarm trägt, nutzt er sein erstes Gastspiel für eine persönliche Retourkutsche. Der Rausschmiss scheint ihm bis heute alles andere als gerechtfertigt, was man ihm irgendwie nicht übel nehmen kann. Mit ihm haben die Berliner bis Saisonmitte 20 Punkte gesammelt, unter den nachfolgenden Coaches Michael Skibbe, Interimstrainer René Tretschock und jetzt Feuerwehrmann Otto Rehhagel nur acht mickrige Zähler.

«Wer in der Rückrunde nur acht Punkte holt, von besseren Teams überholt wird und es so sportlich nicht schafft, darf sich nicht beklagen. Dann hat Hertha den Abstieg verdient.» Für seinen 90-minütigen Fight gegen die Hertha, wo er eineinhalb Jahre amtete, sucht er die Unterstützung bei seinem neuen Verein. In Berlin müsst ihr besonders laut sein. Den Gefallen müsst ihr mir tun», sagte er zu den Hoffenheim-Fans.

Den Berlinern scheint das Nachtreten des Ex-Trainers nicht sauer aufzustossen. Geschäftsführer und Hertha-Legende Michael Preetz wollte die Sticheleien nicht kommentieren, konnte es dann aber doch nicht sein lassen: «Wir spielen gegen Hoffenheim und nicht gegen Babbel. Im Fussball gibt es normalerweise die Rote Karte, wenn jemand nachtritt.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • babbel am 04.05.2012 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    preetz verdient abstieg

    mit babbel wären sie nicht abgestiegen! 20 zu 8 punkte sagen schon alles..für babbel eine riesengenugtuung preetz wider in liga 2 zu schicken..

  • Bastian Lustenberger am 04.05.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Legitim

    Das Babbel sauer ist, ist absolut verständlich. Anstatt Babbel hätte Preetz den Tritt in den Allerwertesten verdient. Was er aus der Hertha in der Rückrunde gemacht hat, grenzt an eine Comedy-Show. Und diese Mannschaft mit Spielern wie Ramos, Raffael oder Lasogga hat definitiv das Potenzial Bundesliga zu spielen. Die Qualität des Kaders ist mit Sicherheit nicht schlechter als die von Augsburg beispielsweise. Preetz hat's versaut und ich bin ebenfalls der Ansicht, dass Babbel den Ligaerhalt geschafft hätte. Schade um diesen Traditionsverein!

  • Michu am 04.05.2012 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht Herr Babbel

    In solchen Tagen sieht man deutlich welcher Trainer Charakter hat und welcher nicht. Herr Babbel gehört bestimmt nicht zur ersten Gruppe. Und seine Bilanz in Berlin war auch nicht gerade meisterhaft. Menschlich wird er irgendwann dafür die Rechnung kassieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • babbel am 04.05.2012 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    preetz verdient abstieg

    mit babbel wären sie nicht abgestiegen! 20 zu 8 punkte sagen schon alles..für babbel eine riesengenugtuung preetz wider in liga 2 zu schicken..

  • Bastian Lustenberger am 04.05.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Legitim

    Das Babbel sauer ist, ist absolut verständlich. Anstatt Babbel hätte Preetz den Tritt in den Allerwertesten verdient. Was er aus der Hertha in der Rückrunde gemacht hat, grenzt an eine Comedy-Show. Und diese Mannschaft mit Spielern wie Ramos, Raffael oder Lasogga hat definitiv das Potenzial Bundesliga zu spielen. Die Qualität des Kaders ist mit Sicherheit nicht schlechter als die von Augsburg beispielsweise. Preetz hat's versaut und ich bin ebenfalls der Ansicht, dass Babbel den Ligaerhalt geschafft hätte. Schade um diesen Traditionsverein!

  • Michu am 04.05.2012 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht Herr Babbel

    In solchen Tagen sieht man deutlich welcher Trainer Charakter hat und welcher nicht. Herr Babbel gehört bestimmt nicht zur ersten Gruppe. Und seine Bilanz in Berlin war auch nicht gerade meisterhaft. Menschlich wird er irgendwann dafür die Rechnung kassieren.

    • Hanni am 04.05.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Doch...

      Und was sagen sie zum Verhalten von Michael Preetz und der Entlassung von Herrn Babbel? Das war alles andere als gerechtfertigt und sauber. Ich kann da Herrn Babbel schon verstehen...

    • Otto am 04.05.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Endlich mal ein Trainer der sich wehrt

      Nachtreten ist das vielleicht, aber auch das erste grobe Foul von Preetz, die Entlassung, hätte eine rote Karte verdient gehabt. Ich kann diese Rollenspiele nicht mehr ab: die Sportdirektoren und Präsidenten, die sich verhalten dürfen wie sie wollen, und die entlassen Trainer, die doch bitte die Klappe halten sollen. Recht hat er der Babbel: mit ihm wäre die Hertha nicht abgestiegen. Und sagen darf er es auch. Und warum stört das den Preetz: weil ihm hier einer vorzeigt und es auch schön einreibt, was er verbockt hat. Und was ihm hoffentlich Ende Saison den Job kosten wird!

    • yane am 04.05.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Vielleicht war seine Bilanz in Berlin nicht meisterhaft, zumindest Bundesliga-reif war sie jedoch :-) Ausserdem kann ich es absolut verstehen, dass er noch ein schlechtes Bild von seinem ehemaligen Arbeitgeber hat, nachdem was mit ihm abgezogen wurde!

    • Lukas am 04.05.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

      Übeltäter Preetz

      Es ist bestimmt nicht die feine Art von Babbel. Aber wenn man sich die Geschichte von Hertha zu Gemüte führt, wird einem klar, dass der eigentliche Schwarze Peter Michael Preetz ist. Seit der Entlassung von Manager Dieter und danach Favre ging es mit dem Verein nur noch bergab...Verständlich, dass einem als ehemaligen Trainer solche Situationen auf den Keks gehen! Babbel hat mit "seiner" Aufsteiger Hertha sehr gute Arbeit geleistet bis sich Preetz vertan hat. Bin ebenfalls überzeugt, Hertha wäre schon lange im gesicherten Mittelfeld mit Babbel.

    • Ralf am 04.05.2012 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      Einer Meinung

      Schade Herr Babbel, eigentlich habe Sie eine solche Schelte doch gar nicht nötig- Sie sind ja wieder Trainer einer oberklassigen Mannschaft und haben nun über diese Regie zu führen. Und zu sagen, dass unter Ihnen alles besser wäre und die Mannschaft nicht gegen den Abstieg kämfpen müsste finde ich doch recht mutig. Schliesslich müsste die Hertha auch mit rund 18 Punkten mehr nohc um den Klassenerhalt kämpfen...

    • Berliner Freund am 04.05.2012 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      und Favre

      Hei Michu; was war den mit Favre? Er hat auch nachträglich seine Meinung kundgetan gegenüber dem Herren Preetz. In Berlin müsste endlich Preetz weg, so könnte vernünftig an der Zukunft gebastelt werden

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