Xamax-Besitzer

01. Juni 2011 11:26; Akt: 01.06.2011 12:22 Print

«Ich bin weder Mörder noch Dieb»

Bulat Tschagajew, der neue starke Mann von Xamax, wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Spieler mit dem Tod bedroht zu haben. Er habe sich bei seiner Ansprache auf einen schwer kranken Jungen bezogen.

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Kurz nach dieser Aufnahme ist es in der Xamax-Kabine offenbar zum Eklat gekommen: Der neue Besitzer Bulat Tschagajew (rechts) soll seinen Spieler gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie nicht besser spielten. (Bild: Keystone)

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Die Geschichte ist für die liebliche Schweizer Fussballwelt fast zu unglaublich, um wahr zu sein: Da stürmt Bulat Tschagajew, der neue Besitzer von Neuchâtel Xamax, in der Pause des Cupfinals in die Mannschaftskabine und kritisiert die Spieler aufs Schärfste. Wie das Westschweizer Fernsehen TSR berichtet, soll der Tschetschene «I will kill you all» in die Runde geschrien haben. Daraufhin sei es zu Handgreiflichkeiten zwischen ihm und Torhüter François Bénédik gekommen.

«Ich habe diese Worte nie ausgesprochen», sagt Tschagajew nun in einem Interview mit «Le Matin». Er habe sich bei seiner Ansprache auf ein SMS eines jungen Xamax-Fans bezogen, der im Spital liege und mit dem Tod ringe. In diesem Sinn habe er den Spielern gesagt, dass sie den Jungen töten werden, wenn sie nicht für ihn kämpften. «Und dann habe ich angefügt, dass es an ihnen liege, für ihn zu sterben – das ist alles», so Tschagajew.

«In Tschetschenien humanitär tätig»

Der milliardenschwere Geschäftsmann wehrt sich auch gegen den Vorwurf, er habe sein Vermögen mit undurchsichtigen Geschäften erworben. «Ich bin weder Mörder noch Dieb», so Tschagajew. Er habe während seiner Karriere keine einzige Person absichtlich getäuscht, Schwarzgeld kenne er nicht. Überhaupt sei er in seiner Heimat Tschetschenien überwiegend humanitär tätig.

Ganz offensichtlich – Interviewanfragen beantwortet er sonst nur sehr zurückhaltend – versucht Tschagajew, die Wogen in Neuenburg zu glätten. In der Tat dürften ihm die Skandalmeldungen nicht helfen, sein bereits stark angekratztes Image aufzuwerten. Von den Mitarbeitern der Xamax-Geschäftstelle darf er allerdings keine Rückendeckung erwarten – er hat sie kurzerhand alle entlassen.

(fum)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Isotop am 01.06.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturschock

    Herr Tschagajew wird in der Zeit in der im Neuchatel Xamax gehört wohl noch einige "Kulturschocks" erfahren.

  • Brazzo Salihamidzic am 01.06.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    oh Schreck!

    was für ein Aufschrei um diese Angelegenheit. Der Typ hat doch Niemandem was getan. "Die Geschichte ist für die liebliche Schweizer Fussballwelt fast zu unglaublich, um wahr zu sein" Was bitte sollte daran unglaublich sein wenn ein Vereinsfunktionär den Spielern Feuer unter dem Allerwertesten macht? Schaut lieber dass das Hooligan-Problem gelöst wird!

  • Stefan Schaad am 01.06.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Zeit..

    Ich gebe Xamax 3 Jahre, bis wir sie nach einem Skandal wieder in der NLB sehen werden..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brazzo Salihamidzic am 01.06.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    oh Schreck!

    was für ein Aufschrei um diese Angelegenheit. Der Typ hat doch Niemandem was getan. "Die Geschichte ist für die liebliche Schweizer Fussballwelt fast zu unglaublich, um wahr zu sein" Was bitte sollte daran unglaublich sein wenn ein Vereinsfunktionär den Spielern Feuer unter dem Allerwertesten macht? Schaut lieber dass das Hooligan-Problem gelöst wird!

  • Isotop am 01.06.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturschock

    Herr Tschagajew wird in der Zeit in der im Neuchatel Xamax gehört wohl noch einige "Kulturschocks" erfahren.

  • Stefan Schaad am 01.06.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Zeit..

    Ich gebe Xamax 3 Jahre, bis wir sie nach einem Skandal wieder in der NLB sehen werden..

  • Manfred am 01.06.2011 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    die Geister die ich rief...

    Tja, hier trifft wohl der Spruch "die Geister die ich rief..." voll und ganz zu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand zum Milliardär wird - nota bene als überwiegend humanitär tätiger Zeitgenosse - ohne dass er sein Umfeld fest im Griff hat. Wer dachte, dass die Übernahme keine personellen Konsequenzen hat, soll bitte weiter träumen..

  • Heinrich Frisch am 01.06.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld...

    ....die Aktionäre von Xamax hatten damals die Wahl zu entscheiden, ob Sie einen Mann wie Tschagajew an der Spitze der Clubleitung wollen oder nicht. Anscheinend war das finanzielle (übernahme)Angebot an die Aktionäre überdeutlich schmeichelnd ausgefallen. Sportlich relevante Errungenschaften brachte er auf jeden Fall keine mit sich.

    • Ueli B. am 01.06.2011 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Geld, nichts als Geld

      Und wieder eines der unendlich vielen Beispiele: Geld regiert die Welt!

    • Peter Silie am 01.06.2011 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      Absolut richtig!

      Ach könnten wir uns doch bloss von Luft und Liebe ernähren! ;)

    • Hans Wurst am 01.06.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Na dann guten Appetit. Geld schmeckt bestimmt fein. ;-)

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