Witzige Präsentation

19. Juni 2019 09:04; Akt: 19.06.2019 16:16 Print

«Ich bin zum Fussballspielen hier, oder?»

Ein Video des FC Köln mit der Schweizer Nationalspielerin Rachel Rinast geht viral. Kein Wunder, denn es ist zum Schreien.

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Eigentlich wollte Rachel Rinast nicht mehr. Sie hinterfragte sich: «Warum tue ich mir das an? Du wirst doch eh gleich wieder angeschissen für all das, was du falsch machst.» Die 27-Jährige musste nach ihrem Wechsel vom FC Basel beim SC Freiburg unten durch. «Mir wurde ständig gesagt, wie schlecht meine Technik sei, wie schlecht mein Stellungsspiel, ich müsse an meinem rechten Fuss arbeiten. Und so weiter.» Der 28-fachen Schweizer Nationalspielerin, die 2015 auf internationaler Ebene debütiert hatte, fehlte die Wertschätzung. Sie zog die Reissleine und löste Ende Dezember ihren laufenden Vertrag mit dem Bundesligisten auf – nach nur sechs Monaten.

Die Verteidigerin heuerte in Israel beim Frauenteam von ASA Tel Aviv an. Als Jüdin hat sie sich dort gut zurecht- und die Freude am Fussballspielen wiedergefunden. In Deutschland – wo Rinast aufgewachsen und daher Doppelbürgerin ist – hatte sie nie den Eindruck, dass ihr harte Arbeit und Extra-Trainings angerechnet wurden. «Man hat mich einfach abgestempelt als Holzfuss.» An der Mittelmeerküste konnte sie in den vergangenen Monaten neues Selbstvertrauen tanken.

Nun gibt Rinast ihr Comeback in der Bundesliga. Allerdings nicht in Freiburg, sondern beim 1. FC Köln, für den sie schon von 2010 bis 2012 und 2013 bis 2016 gespielt hatte. Auf ihr zweites Engagement in Köln folgte ein Abstecher zu Bayer Leverkusen.

«Aber Rachel Rinast wollte kein Video...»

In Israel sei eigentlich alles perfekt gewesen. «Wir sind Meister und Pokalsieger geworden, ich habe ein neues Land und sehr nette Menschen kennengelernt», blickt sie zurück. Doch zwei Dinge haben ihr gefehlt: «Köln und der FC.» Der Traditionsverein nimmt die Schweizer Nationalspielerin mit offenen Armen wieder auf. «Rachel hat ein riesiges Herz für den FC. Sie hilft uns nicht nur auf dem Platz weiter, sondern wird auch menschlich eine Bereicherung sein. Wir sind glücklich, dass sie wieder da ist», wird Trainer Willi Breuer auf der Club-Homepage zitiert.

Doch damit nicht genug: Der 1. FC Köln hat mit der Rückkehrerin ein Video (siehe oben) gedreht. Angepriesen wird es mit «Wir haben wirklich alles versucht. Aber Rachel Rinast wollte kein Video...» – sie weiss genau, was sie will...

Fussball

(ddu)

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