Ottmar Hitzfeld

26. März 2011 21:51; Akt: 26.03.2011 21:52 Print

«Ich gebe noch nicht auf»

von Eva Tedesco, Sofia - Ottmar Hitzfeld ist trotz der Enttäuschung nicht bereit aufzugeben. Der Schweizer Nationaltrainer kämpft weiter für die EM-Qualifikation.

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«Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagt der Lörracher an der Pressekonferenz nur wenige Minuten nach dem enttäuschenden 0:0-Remis der Eidgenossen in Bulgarien. «Solange eine Chance noch theoretisch und rechnerisch möglich ist, werden wir versuchen alles zu tun, um das Unmögliche noch wahr zu machen.» Und die passenden Durchhalteparolen von Hitzfeld. «Ich hoffe sogar, dass wir vielleicht in England gewinnen können. Warum nicht? Wir haben auch schon mal Spanien geschlagen an der Weltmeisterschaft und darum gebe ich mich noch nicht geschlagen – und die Mannschaft auch nicht!»

Das Hoffen auf ein kleines Wunder. In Anbetracht dessen, dass die Mannschaft seit der WM in Südafrika stagniert, scheint es aber am 4. Juni im Wembley eher ein grösseres Wunder zu brauchen. Seit drei Partien hat die Nati nunmehr kein Tor erzielt. Auf die peinliche 0:1-Niederlage in Montenegro folgten erst ein torloses Remis im Testländerspiel auf Malta und nun ein weiteres 0:0 in der EM-Qualifikation in Sofia. Die Hoffnung, dass der Knoten ausgerechnet im Mutterland des Fussballs platzt ist nicht ausgeschlossen, aber wohl gering.

Zweite Hälfte stimmt Hitzfeld zuversichtlich

Die nötige Zuversicht holt Hitzfeld vor allem aus der Leistungssteigerung seines Teams in der zweiten Halbzeit gegen Bulgarien und dem Willen der Mannschaft. «Vom Kämpferischen her kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen», sagt Hitzfeld. «Sie hat bis zur letzten Sekunde in der Nachspielzeit gekämpft.» Mit etwas Glück hätte man die Partie schliesslich auch gewinnen können. Hitzfeld nennt die hundertprozentige Chance von Alex Frei (30.), den Goalie Mihailov grossartig pariert und die guten Chancen in den letzten Minuten der Partie von Eren Derdiyok und Nati-Neuling Mario Gavranovic.

Am Ende hilft das torlose Remis in Sofia weder den Schweizern noch den Bulgaren weiter. Darin waren sich beide Trainer einig. Auch Hitzfelds Trainerkontrahent Lothar Matthäus klammert sich noch an einen Strohhalm. «Am Ende hat keiner einen Punkt gewonnen. Beide Teams haben zwei Punkte verloren», sagt Matthäus. Die theoretische Chance, sich doch noch für die Barrage zu qualifizieren, sieht auch der ehemalige Spieler von Hitzfeld. «Die Chance ist sicher noch da.» Ob aber Matthäus als Trainer der Bulgaren auch die Chance erhält, die Qualifikation positiv zu beenden, ist unsicher. Im bulgarischen Verband rumort es. Bulgarische Medien wollen wissen, dass die Tage des Deutschen als Nationaltrainer angezählt sind. Matthäus auf diese Gerüchte: «Ich bin immer noch sehr motiviert und habe auch noch einen laufenden Vertrag, den ich gerne erfüllen will.»