Fabian Lustenberger

10. Juni 2011 14:01; Akt: 10.06.2011 15:53 Print

«Ich glaube nicht, dass einer blöd tut»

von Sandro Compagno, Hobro - Vier Jahre in Deutschland haben Fabian Lustenberger körperlich und mental gestählt. Der Profi hat ein turbulentes Jahr hinter sich, das er mit einer guten EM krönen will.

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Das Schweizer Kader an der U21-EM in Dänemark.

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Fabian Lustenberger ist der unumstrittene Boss im Mittelfeld und bildet zusamen mit Frank Feltscher (Bellinzona) und Yann Sommer (Basel) den «20er-Klub» in Pierluigi Tamis Mannschaft. Alle drei haben 20 oder mehr Spiele für die U21 bestritten. Goalie Sommer ist Captain, Feltscher und Lustenberger stehen in der internen Hackordnung weit oben. «Ich bin keiner, der eine grosse Klappe führt», sagt Lustenberger, «ich will durch meine Leistung auf dem Platz ein Leader sein.» Bei Bundesliga-Aufsteiger Hertha Berlin hat der 23-Jährige zuletzt regelmässig gespielt und bezeichnet sich folgerichtig als «voll im Rhythmus».

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Seit vier Jahren ist der Blondschopf für die Hertha tätig und hat in dieser Zeit allerlei erlebt: Höhenflüge, die fast in der Champions League endeten, lange Verletzungspausen, die niederschmetternde Erfahrung des Gangs in die 2. Bundesliga und den süssen Erfolg des Aufstiegs in der abgelaufenen Saison. Das Jahr in der Zweitklassigkeit habe ihm gezeigt, welchen Aufwand ein Favorit betreiben müsse: «Wir standen in jedem Spiel unter Druck. Uns wollte jeder schlagen. Wir hatten ja auch das mit Abstand beste Kader der Liga.»

«Wir müssen hier die eigenen Egos hinten anstellen»

Die EM ist für «Lusti», wie ihn der deutsche Boulevard nennt, ein «schöner Abschluss einer turbulenten Saison». Sie seien gut aufgestellt, meint Lustenberger: «Jede Position ist doppelt besetzt.» Dass dieser Umstand auch Konfliktpotenzial birgt, ist ihm durchaus bewusst, schliesslich wolle jeder spielen: «Aber wir müssen hier die eigenen Egos hinten anstellen. Von einer Halbfinal- oder gar Final-Qualifikation würde schliesslich jeder profitieren. Ich glaube deshalb nicht, dass einer ‹blöd tut›, wenn er nicht spielt.»

Im Klub erhält der Ex-Luzerner in der neuen Saison neue Konkurrenz: Von Bayern München kommt Andreas Ottl, der Lustenberger und Peter Niemeyer um zwei Plätze im defensiven Mittelfeld konkurrenziert. Hertha-Trainer Markus Babbel hat seine Mannschaft auf den 25. Juni zum Start des Sommertrainings aufgeboten; es ist der Finaltag der U21-Europameisterschaft.

Den Trainingsstart wird «Lusti» in jedem Fall verpassen – er wird nach der EM mit seiner hochschwangeren Freundin Monique zwei Wochen Ferien machen.

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