Sepp Blatter

14. Mai 2012 23:17; Akt: 15.05.2012 04:26 Print

«Ich habe ein ruhiges Gewissen»

Fifa-Boss Sepp Blatter will sich 2015 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Zumindest sagte er das bei Schawinski im Talk. Den Untersuchungen wegen Korruption sieht er gelassen entgegen.

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Roger Schawinski mit Fifa-Boss Sepp Blatter gestern im Gespräch. (SRF)

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Um die Korruption aus dem Weltfussballverband Fifa zu verbannen, hat Präsident Sepp Blatter Reformen angekündigt. «Wenn ich diese bis 2015 nicht durchbringe, stelle ich mich nicht mehr zur Wiederwahl», sagte der 76-Jährige gestern Abend bei «Schawinski» im Schweizer Fernsehen. Allerdings: Auch wenn die ­Reformen durchkämen, trete er nicht mehr an. «Unter keinen Umständen?», fragte Roger Schawinski nach. «Wer weiss, wie die Umstände sein werden», liess Blatter dann doch ein Türchen offen.

Im Talk äusserte sich der Fifa-Boss zu Schmiergeldern, gekauften Stimmen und dem jüngsten Druck aus dem Europarat: «Bei mir hat sich noch niemand vom Europarat gemeldet – wir werden denen zeigen, dass viele Vorwürfe haltlos sind.» Er sei aber froh, dass auch eine Untersuchung gegen ihn laufe. «Ich habe ein ruhiges Gewissen.»

Schawinski, der sich insgesamt zahm zeigte, fragte Blatter auch, wieso er erst jetzt gegen die Korruption vorgehe. «Es war vorher nicht aufgezeigt worden», sagte dieser bloss. Gar nicht beantworten wollte er die Frage, ob die Vergabe der WM 2022 an Katar ebenfalls unter korrupten Umständen zustande gekommen sei. Und auf sein Salär angesprochen meinte Blatter: «Ich weiss nicht mal, wie viel ich verdiene.» Was denn das Schlimmste für ihn wäre, wollte Schawinski schliesslich ­wissen. «Der Verlust der Ehre», sagte der Fifa-Boss.

(rom/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dario am 15.05.2012 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eine halbe Stunde Langeweile

    Selten so eine langweilige Sendung gesehen. Schawinski, der ja dafür bekannt ist, eher zu provokativ und völlig überspitzte Fragen zu stellen zeigte sich zart wie ein Lämmchen und wagte kaum, die Machenschaften der FIFA zu hinterfragen. Zum Beispiel wie es Mr. Ruhiges Gewissen rechtfertigt, dass die FIFA noch keinen Rappen Steuern zahlen muss und was Südafrika ausser den Stadien und den Schulden von der WM bleibt. Schwach, einfach nur Schwach

  • Markus Winter am 15.05.2012 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wer's glaubt!

    Wer's glaubt!

  • Mich Gerber am 15.05.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schawi, plötzlich zahm..

    Das war ja total daneben von Schawi. Sonnst wettert er gegen die FIFA was das Zeug hält. Nun da Blatter vor ihm sitzt, macht er ihm Komplimente. Traurig, nach 15 Minuten habe ich ausgeschaltet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werni Weber am 15.05.2012 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rogers Sepp

    So sieht eine wirklich gute PR aus. Bei Autotests würde dass heissen, der Aschenbecher ist etwas klein, die Sitzbezüge etwas zu blass, aber ein Wagen der Topklasse. Zu gut deutsch: Weisswaschen.

  • Mauro Zannin am 15.05.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuschend

    Habe mich auf dieses Interview gefreut, die Sendung war dann aber enttäuschend. Schade! Blatter ist ein seltener Gast in Interviews. Kritische Fragen sind nur bedingt erlaubt. Warum ausgerechnet Roger Schawinski sich auf so was einliess ist mir schleierhaft.

  • Roger Wehrli am 15.05.2012 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    zahnloses interview

    das war ein insgesamt sehr enttäuschendes interview zwischen zwei spezis. aber wer nur hat dem roger schawinski die zähne gezogen? sogar bei beckmann oder lanz geht es ja noch wilder zu als bei diesem schlafpillen-talk von gestern.

  • solala am 15.05.2012 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhiges Gewissen

    Jeder Mensch baut schlussendlich seine eigene Realität um sich. So auch der Sepp Blatter, darum kann er auch so überzeugend sein mit der Behauptung, das er ein ruhiges Gewissen hat

  • Miguel am 15.05.2012 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Wenn die Gäste nicht auf der gleichen politischen Linie wie Herr Schawinski sind dann setzt er sie unter Druck und lässt sie kaum zu Wort kommen. Jetzt wo aber ein mächtiger älterer Herr Blatter da ist, hält sich Schawinski zurück und lässt Herrn Blatter immer schön seine Märchengeschichten zu Ende erzählen und setzt ihn kein bisschen unter Druck. Und wo bitteschön sollte man beim Herr Blatter noch Ehre finden, unfassbar.