Nach der Blamage

10. Februar 2011 00:49; Akt: 10.02.2011 08:20 Print

«Ich schiesse nie mehr einen Elfmeter»

von Reto Fehr, Malta - Alex Frei hat genug: Er wird in der Nati keinen Penalty mehr schiessen. Auch andere glauben zu wissen, wie mit der Malta-Blamage umgegangen werden muss.

Die Reaktionen von Alex Frei, Steve von Bergen, Blerim Dzemaili, Eren Derdiyok und Pirmin Schwegler nach dem 0:0 gegen Malta.
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«Eines steht fest: Ich werde nie mehr einen Penalty schiessen in der Nati. Wenn man zweimal einen Elfmeter verschiesst, hat man am Penaltypunkt nichts mehr zu suchen», erklärt Alex Frei nach dem Spiel gegen Malta. Nach zwei Minuten scheiterte er zuvor mit seinem Versuch, schon im Spiel gegen Australien konnte er eine solche Möglichkeit nicht nutzen. Hält sich der Stürmer an seine Rücktrittserklärung, wären die Chancen auf einen Elfmeter in den verbleibenden zwei Spielen sowieso klein, aber jetzt ist klar, dass ein anderer Schütze bestimmt werden muss. Gökhan Inler wäre der logische Nachfolger – doch auch er scheiterte gegen Malta aus elf Metern.

Dass ein neuer Elfmeterschütze gesucht werden muss, ist die eine Sache, welche die Nati aus dem Malta-Test mitnimmt. Und was sonst noch? «Nicht viel, ausser viel Negativem», weiss Frei. «Wir müssen bei stehenden Bällen wieder gefährlicher werden, in der Bewegung besser sein und abgeklärter auftreten.» Klar ist: «Beschönigen muss man nichts», so der Captain, «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen und dürfen das Spiel nicht wegwischen, sondern müssen darüber diskutieren.» Mit seiner Leistung ist der Basler verständlicherweise nicht zufrieden: «Ich hätte nicht gedacht, dass es noch schlechter gehen kann als gegen Luxemburg. Aber das habe ich heute gesehen. So selbstkritisch muss man sein.»

«Das war einfach ungenügend»

Wenig Positives sieht auch Steve von Bergen: «Das war einfach ungenügend von uns. Mitnehmen können wir nicht viel, weil wir nicht viel gezeigt haben», erklärt der Verteidiger. Auf der Suche nach Positivem nennt er die Tatsache, dass man kein Tor eingesteckt hat. Auch nicht gerade ein Husarenstück gegen ein Team wie Malta. Von Bergen schaut lieber nach vorne: «Wichtig sind die Punkte gegen Bulgarien.» Maltas gute Startphase kann er sich einigermassen erklären: «Das ist oft so gegen kleine Teams. In den ersten 30 Minuten geben sie alles. Sie haben nicht gestern erst mit dem Fussballspielen begonnen.» Angetan zeigte sich der Abwehrspieler von Stürmer Michael Mifsud: «Der muss etwas Gutes gegessen haben. In den ersten 25 Minuten waren wir noch in der Kabine und er total bereit.»

Wichtig ist das Spiel gegen Bulgarien

Während Frei und von Bergen das Spiel ehrlich analysieren, bemühen Eren Derdiyok und Blerim Dzemaili die üblichen Plattitüden nach einem Stolperer gegen einen Underdog: «So ist Fussball, wenn es nicht läuft, läuft es nicht. Positiv ist, dass wir zwei Elfmeter zugesprochen erhielten. Wenn man die Chancen nutzt, steht es 3 oder 4:0», glaubt Derdiyok und Dzemaili – der mit seinem Comeback insgesamt zufrieden war – sagt: «Wir hatten viele Chancen, das müssen wir mitnehmen.»

Was aber allen Spielern klar ist: Wichtig wird die Partie am 26. März in Sofia gegen Bulgarien. Ein Sieg dort und die Schmach von Malta ist vergessen. Vielleicht sollte Steve von Bergen Maltas Wirbelwind Michael Mifsud zuvor noch anrufen und fragen, was er denn genau gegessen hatte vor dem Spiel.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 10.02.2011 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr geht halt nicht

    Sind wir doch realistisch, die resultate wiederspiegeln die möglichkeiten der Nati. Wir haben kein Stürmer der in den grossen Ligen Tore schiesst. Frei ist vorbei, Yakin überbewertet und Streller ein guter Axpo Spieler. Das wären alle.

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  • Georges Schrepfer am 10.02.2011 04:02 Report Diesen Beitrag melden

    Lachnummer

    die Schweizernati bleibt die Lachnummer der Nation. Schade wirklich sehr schade.

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  • Ch. Mayer am 10.02.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nati ohne Frei, sofort!

    je eher Frei geht desto besser für unsere Nati!! Mach die Augen auf Othmar!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven am 11.02.2011 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Einfacher geht es nicht

    Wenn man den Ball von 11 Metern, und mit nur einem Gegner (Torwart) nicht ins Tor bringt, wie will man denn ein Tor im spiel herausschiessen gegen 11 Gegner und mehr als 11 Meter Abstand?

  • Gilbert Meister am 11.02.2011 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alex, das wars endgültig

    Wie will Alex Frei gegen Bulgarien oder England ein Tor schiessen, wenn er nicht einmal gegen Malta völlig unbedrängt von 11m trifft?

  • Oli am 11.02.2011 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach unglaublich !!!

    Bin ja mal gespannt, wie das Publikum und die Fans beim nächsten nationalen Auftritt von Frei reagieren wird. Ich hoffe, diese sind "nicht" ganz so hart zu ihm, sonst bekommt er dann noch einen Weinkrampf. ;-) Darum würde ich ihm vorher schon mal ein Familienpack Tempos überreichen. Sorry. Aber Frei ist einfach nicht mehr tragbar. Schaut Euch mal im Ausland Spiele an und auch die Interviews der Spieler. Das sind Profis und nicht so verzogene, überbezahlte und nichtsleistende Divas wie Frei !!! Hoffentlich erreicht die CH nicht die EM. Ich will mich nicht noch mehr schämen !!!

    • fd am 11.02.2011 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Bleibt mal cool...

      schweiz bleibt nun mal ein Fussballzwerg , darum sollte man sich nicht überwältigen, auch wenn mal gegen Spanien( man weiss heute noch nicht wiee ) gewonnen hat. auch die medien sollten zurückschrauben, schaut lieber ski....sorry, nicht mal hier klappt es, sow wies aussieht :O)

    • Peter am 11.02.2011 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Frei beantwortet Interviews sehr professionell. Auch deswegen war er bei den BVB Fans Publikumsliebling(!).

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  • Fan von Barca am 11.02.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr seid Flaschen

    CH-Fussball ist Kasperlitheater aber nichts ernstes. Es ist zuviel Geld im Spiel als dass sich die Truppe wirklich anstrengen MUSS. National siehts zwar meistens gut aus mangels Vergleichen aber was dann im Ausland passiert, da kann man schonungslos das Niveau unserer sogennanten Stars sehen, nicht mehr als Hinterhof-Fussballl aber dafür mega gut bezahlt und Weltmeister im Schönreden inkl. Trainer.

  • oberaargauer am 11.02.2011 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    SChweizerfussball wird überbewertet

    janu, der fusball bei uns wird definitiv überbewertet! Sorry, war der fussball je gut (in int. vergleich) ? Nicht wirklich, und doch klammern sich immer wieder alle und die medien daran........ tja leider sieht man nicht der realität ins auge. schweizerfussbal ist im internatianlen parkett einfach unterdurchschnitt.......