Davide Callà

01. Februar 2011 22:54; Akt: 01.02.2011 21:59 Print

«Ich stand vor dem Karrierenende»

von Andy Huber - Am Sonntag gegen den FC St. Gallen will GC-Regisseur Davide Callà (26) nach zehn Monaten Verletzungspause sein Comeback geben und Konstanz beweisen – dafür muss aber das rechte Problemknie halten.

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Davide Callà (r.) bestreitet nach seiner vierten Knieoperation gegen St. Gallen sein erstes Saisonspiel. (Key)

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Davide Callà, wie geht es Ihrem rechten Knie?
Davide Callà: Danke, es hält allen Belastungen stand. Und deshalb bin ich unendlich froh, endlich wieder Fussball spielen zu können.

Haben Sie je daran gezweifelt?
Ja. Vor meinem letzten Eingriff im April letzten Jahres sagte mir Kniespezialist Dr. Heinz-Jürgen Eichhorn, dass diese Operation auch für ihn eine Herausforderung sei. Er machte mir jedoch klar, dass ich möglicherweise meine Karriere beenden müsse. Glücklicherweise kam es anders.

Sie haben in den letzten fünf Jahren vier Operationen am rechten Knie hinnehmen müssen und kamen nur wenig zum Einsatz. Wie geht man damit um?
Es war schon eine unheimlich harte Zeit, zumal ich vorher nie verletzt war. Man beginnt zu zweifeln, fühlt sich wie auf dem Abstellgleis. Aber glücklicherweise hatte ich immer den Rückhalt der Familie und meiner langjährigen Freundin Rahel. (Lacht) Sie arbeitet als Lehrerin, sie kann also gut zuhören und hat viel Geduld.

Positiv gesehen dürften Sie in Kniefragen inzwischen ein Spezialist sein.
Es kamen tatsächlich schon Spieler zu mir und fragten mich um Rat, als sie Kniebeschwerden hatten.

Dass Ihr Knie hält, wird Ihren Trainer Ciri Sforza freuen – GC ist Letzter, der Abstieg droht.
Da unten gehört GC nicht hin und ich tue alles, damit wir wieder nach oben kommen. Aber dabei werde ich auf meinen Körper hören. Ich will endlich längere Zeit ohne Verletzung durchspielen können.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft – Ihr Vertrag endet im Sommer?
Damit befasse ich mich noch nicht. Glauben Sie mir: Träumte ich vor ein paar Jahren noch von einem Auslandtransfer oder der Nati, bin ich reifer und bescheidener geworden. Ich will jetzt einfach nur jede Minute auf dem Platz geniessen. Dafür bin ich schon dankbar.