Stephan Lichtsteiner

12. September 2019 07:02; Akt: 12.09.2019 07:02 Print

«Ich will keine Sonderbehandlung»

von Eva Tedesco - Erstmals in der Bundesliga – und dort gleich im Abstiegskampf. Stephan Lichtsteiner (35) spricht über seine neue Herausforderung.

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Mit 35 Jahren hat Stephan Lichtsteiner immer noch nicht genug: Das Ziel des Nati-Captains ist die EM 2020. Am 8. Juni 2018 wird Stephan Lichtsteiner vor dem Testspiel gegen Japan von SFV-Präsident Peter Gilliéron für das 100. Länderspiel geehrt. Dem Captain fehlen nun noch 18 Spiele bis zur Rekordmarke von Heinz Hermann. Am 11. Juni 2018 reist der Nati-Captain zu seiner fünften Endrunde mit der SFV-Auswahl. Nicht ganz 100: Am 3. Juni 2018 absolvierte der Nati-Captain in Spanien (1:1) sein 99. Länderspiel. Das 50. Länderspiel ist sechs Jahre her. Lichtsteiner gewann mit der Schweiz in der WM-Quali für Brasilien am 7. September 2012 in Ljubljana gegen Slowenien 2:0. Sein Debüt in der Nati gab Lichtsteiner am 15. November 2006 gegen Brasilien. Die Schweiz verlor in Basel 1:2. Auf Clubebene wechselt Lichtsteiner im Sommer 2019 in die Bundesliga zu Augsburg. Noch lange nicht genug: Am 5. Juni 2018 gab der 34-jährige Innerschweizer offiziell seinen Wechsel zu Arsenal bekannt und wird Mannschaftskollege von Granit Xhaka. «Die letzten zehn Jahre waren eine wichtige Lebenserfahrung, die geknüpften Freundschaften werden nicht abbrechen», sagt Lichtsteiner nach seinem Abschied von Juventus Turin im Mai 2018. Sieben Meistertitel in Serie: Mit Juventus gewann Stephan Lichtsteiner jedes Jahr die Serie A. Erstmals in der Serie A: Vor Juventus spielte Lichsteiner von 2008 bis 2011 bei Lazio Rom und wurde dabei einmal italienischer Pokalsieger. Der Durchbruch: Nach drei Jahren bei Lille in der Ligue 1 wurde Stephan Lichtsteiner auch für die anderen Grossclubs interessant. Auf dem Sprung nach Frankreich: GC-Präsident Walter Brunner verabschiedet Stephan Lichtsteiner 2005 nach vier Jahren bei den Grasshoppers.

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Wie gut haben Sie sich in Deutschland schon eingelebt?
Ich habe mich überall relativ schnell eingewöhnt. Die letzten beiden Male hatte ich einfach nur den Nachteil, dass ich keine Vorbereitung mitmachen konnte. Bei Arsenal konnte ich nur zehn Tage mit der Mannschaft mittrainieren vor dem Saisonstart und in Augsburg gar nicht. Das macht es diesmal zu einer weiteren Herausforderung, aber es macht extrem Spass und ist eine coole Challenge, die ich in meinem Alter packen will.

Viele Stars suchen ihr Glück zum Ende der Karriere in den USA. Es gab im Sommer auch um Sie solche Gerüchte. War das Abenteuer Amerika für Sie und Ihre Familie kein Thema?
Das war kein Thema. Ich wollte auf einem hohen Level weiterspielen und Augsburg ist jetzt für mich perfekt.

Sie haben nach Ihrer Unterschrift gesagt, dass Sie so etwas noch nie gemacht hätten. Präzisieren Sie bitte dieses «so etwas».
Rein von der Clubgrösse her haben wir bei Augsburg ganz andere Ziele als bei meinen bisherigen Stationen Lille, Lazio, Juventus und Arsenal. Dort ging es jeweils um internationale Plätze, um Titel und darum, möglichst weit oben zu stehen. Bei Augsburg steht der Klassenerhalt im Vordergrund. Ich darf aber sagen, dass wir eine gute Mannschaft haben mit einigen sehr guten Spielern. Es macht wirklich Spass, mit diesem Team zu trainieren und zu spielen.

Macht es vielleicht auch eben darum Spass, weil es ganz etwas anderes ist als das bisher Gewohnte?
Nicht unbedingt. Spass macht es, weil für mich der Fussball ein unheimlich geiler Sport ist und ich im Sommer gemerkt habe, wie sehr mir eine Mannschaft fehlt. Deswegen habe ich mich entschieden, ein Jahr dranzuhängen und meine Ziele noch einmal hoch zu stecken. Ich möchte den Club, die Mannschaft und natürlich auch mich einen Schritt vorwärtsbringen. Das Schöne für mich ist: immer wieder neue Ziele setzen, neue Herausforderungen suchen. Darum geht es doch im Leben: ohne Eitelkeiten Vollgas geben.

Werden Sie in Augsburg als Star wahrgenommen? Wie sehen Sie Ihre Rolle?
Das ist genau das Denken, das ich nicht habe. Ich bin nicht nach Augsburg gekommen als Juve- oder Arsenal-Spieler, als Spieler mit Weltklasseausweis, der über zehn Jahre Erfahrung auf Top-Niveau hat. Das ist schön, das habe ich erreicht, aber das habe ich alles schon archiviert. Ich sehe mich wie jeder andere Augsburg-Spieler und will keine Sonderbehandlung. Ich will einfach zeigen, dass ich weiterhin auf Topniveau spielen kann.

Wie ist Ihnen der Einstand gelungen?
Mit Gegnern wie Dortmund und Bremen in den ersten Spielen war der Start nicht ganz einfach. Die Rote Karte im letzten Spiel gegen mich war unglücklich für uns und für mich, aber das sind Sachen, die passieren. Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel L. am 12.09.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann wieder?

    Schade durften wir Stephan Lichtsteiner nicht gegen Irland spielen sehen. Er war/ ist es, der immer mit vollem Einsatz dabei war und damit einen positiven Eindruck hinterliess. In der Nationalmannschaft wünschte ich mir mehr 'Lichtsteiners' und weniger Diven!

  • Katzerich am 12.09.2019 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichti rein - Petko raus

    Nach den Last-Minute Katastrophen der Nati sollte der Trainerovic endlich merken, dass Routine in seiner Hintermannschaft dringend gefragt ist.

  • Werni M. am 12.09.2019 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichtsteiner

    Schön mal etwas von unserem Lichtsteiner zu lesen. Die Namen Shakiri und Xhaka haben für mich Stress Potenzial. Tschüss .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mark Libner am 12.09.2019 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Spieler

    War ein guter Spieler. Aber vor einem Jahr hat er - durch seinen Verrat - jeglichen Respekt verloren.

  • Swiss am 12.09.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichtsteiner TOP

    Einfach ein super Typ und extrem symphatisch. Nach wie vor Top. So einer spilt auch mit Herz für die Nati und gibt immer Alles. Ein solcher Leader wäre auch nach wie vor gut, statt eine shaqira... Ich wünsche ihm nur das Beste. Lichtsteiner: Zeig es Allen!

  • Werni M. am 12.09.2019 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichtsteiner

    Schön mal etwas von unserem Lichtsteiner zu lesen. Die Namen Shakiri und Xhaka haben für mich Stress Potenzial. Tschüss .

  • Christian Cortes am 12.09.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bodenständig

    Sehr sympathisch, dass er nicht dem Geld nachrennt, wie 90% der älteren Spieler, die dann in irgendwelchen exotischen Gurkenligen spielen nur um ihre Rente zu sichern. Dennoch habe ich ihm seinen Doppeladler-Fauxpas selbst als Halbschweizer noch nicht verziehen.

  • Mike am 12.09.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supertyp

    Ich wünsche dir alles gute bei deinem neuen Verein. Gradlinig, ehrlich und ein toller Typ, von dieser Sorte sollte es mehr haben.