Hitzfeld

16. März 2011 22:54; Akt: 16.03.2011 21:36 Print

«Irritation» und Appell an den Realitätssinn

von Sandro Compagno - Ottmar Hitzfeld (62) tritt seinen Kritikern entgegen. Zehn Tage vor der EM-Qualifikation in Sofia und fünf Tage nach der Vertragsverlängerung zeigt sich der Coach «irritiert» über die mediale Wahrnehmung seiner Nati.

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Kritik an der Kritik an seiner Person: Ottmar Hitzfeld. (Keystone)

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Nach dem 1:0-Sieg an der WM 2010 gegen Spanien wurde dem Deutschen von Teilen der Medien noch als «Messias» oder «Gottmar» gehuldigt. Von den euphorischen, realitätsfremden Lobhudeleien ist wenig übrig geblieben nach einem schleppenden Start in die Ausscheidung für die Euro 2012.

«Journalisten schaffen Denkmäler, um sie wieder zu stürzen», sagt Hitzfeld in einem ausführlichen Interview mit der Agentur Sportinformation. Da spiele auch der Faktor Neid eine Rolle. Hitzfeld appelliert an den Realitätssinn von Medien und Publikum. Vor allem die teils scharfe Kritik nach dem 0:1 in der EM-Qualifikation gegen Montenegro und dem 0:0 im Test gegen Malta hat den Nationaltrainer «überrascht und irritiert»: «Aber damit müssen wir leben. Es liegt an mir und der Equipe, dass wir intern exakt wissen, was wir können, und den Fokus aufs Spiel in Bulgarien richten.»

Hitzfeld argwöhnt, dass einige Journalisten «gezielt Schlagzeilen oder eine Stimmung» verbreiten: «Es gibt aber auch sachkundige Journalisten, die die Konstellation in einer Gruppe richtig einschätzen, besser analysieren und abwägen können und nicht alles an einer Person festmachen.» Ohnehin sei jede Qualifikation für eine Endrunde für ein kleines Land wie die Schweiz eine grosse Leistung: «Zu erwarten, dass man dann automatisch in den Achtelfinal vorstösst oder den Viertelfinal erreicht, ist nicht seriös.»

Am 26. März in Bulgarien ist die Nati zum Siegen verdammt, will sie sich eine Chance auf die Euro 2012 wahren. Hitzfeld bleibt Optimist: «Wir haben den Härtetest gegen Wales (4:1 in Basel, die Red.) bestanden. Ich bin überzeugt davon, das auch in Bulgarien zu schaffen.»