Christian Fassnacht

02. September 2019 09:52; Akt: 02.09.2019 09:55 Print

«Jetzt hängt halt diese Negativität in der Luft»

von E. Tedesco - Das 2:2-Remis in Luzern bedeutet für YB den Verlust der Tabellenführung – erstmals seit zwei Jahren. Daran müssen sich die Spieler erst wieder gewöhnen.

YB gibt in Luzern Punkte und in der Tabelle die Leaderposition ab. (Video: 20 Minuten)
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Der Ausflug in die Zentralschweiz war der Abschluss einer emotionalen und schwierigen Woche für die Young Boys. Nach der beschwerlichen Rückreise aus Serbien hat es eine Weile gedauert, bis man den geplatzten Champions-League-Traum vergessen und sich nach der Auslosung mit durchaus attraktiven Gegnern ein wenig mit der Europa League versöhnt hatte. Und dann endete die Woche doch wieder mit einem Dämpfer. Nach dem 2:2-Remis gegen den FC Luzern führt YB die Tabelle nicht mehr an.

Man muss im Kalender weit zurückblättern, um den Tag zu finden, an dem YB zuletzt nicht an der Tabellenspitze stand: Das war am 9. August 2017. Damals verloren die Young Boys gegen den Kantonsrivalen aus Thun 0:4. Der FC Zürich profitierte und erbte den Leaderthron.

«Jetzt wissen wir wieder, dass es kein Selbstläufer ist, an der Tabellenspitze zu sein, auch wenn es in der Rückrunde so schien», sagt Christian Fassnacht enttäuscht. Ärgerlich sei, dass man das Spiel nicht sofort wieder korrigieren könne, sondern damit bis nach der Länderspielpause und den Schweizer Cup, YB gastiert in zwei Wochen im Cup-Sechzehntelfinal beim interregionalen Zweitligisten FC Freienbach, warten müsse. Fassnacht: «Jetzt hängt halt diese Negativität in der Luft.»

Mentale Müdigkeit beim Meister

Aber eben solche Spiele wie in Luzern hätte das YB aus der Rückrunde erst gar nicht mehr aus der Hand gegeben. Das YB nach der Verjüngungskur im Sommer und ohne die abwesenden Routiniers Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani, die sich in Belgrad verausgabt hatten, scheint in der Entwicklung noch zu wenig weit oder nach dem Europacup ausgelaugt.

Trainer Gerry Seoane sprach nach den Strapazen von einer mentalen Müdigkeit. «Aber das ist ein Teil des Prozesses, den der eine oder andere Spieler durchmachen muss. Für mich ist entscheidend, dass wir uns weiterentwickeln. Da gehören Unentschieden und Niederlagen – zum Glück sind wir noch ungeschlagen – auch dazu.»
Das sagen Luzerner Protagonisten nach dem Punktgewinn gegen YB. (Video: 20 Minuten)

Kräftemessen am 22. September

Seit dem 2:1-Sieg der Basler gegen Lugano gehört nun auch dazu, dass sich die YB-Spieler beim Betrachten der Tabelle daran gewöhnen müssen, nicht mehr Leader zu sein. Erstmals seit 754 Tagen oder seit mehr als zwei Jahren.

«Das tut immer weh, nicht zu gewinnen. Aber man muss nicht immer gleich auf die Tabelle schauen», sagt der YB-Trainer. Im August 2017 dauerte es dann auch nur drei Runden bis Gelb-Schwarz wieder die Spitze übernahm - und dauerhaft oben blieb. 2019 bietet sich die Chance schon viel schneller nach oben zu kommen: Schon in der nächsten Runde (am 22. September) kommt es in Bern zum Spitzenkampf gegen den FC Basel.

«Das ist noch lang bis dahin. Erst haben wir ein freies Wochenende, dann Schweizer Cup und ein Spiel im Europacup und erst danach Basel», sagt Seoane, «aber wir freuen uns auf das Spitzenspiel und ich glaube, die Basler freuen sich auch. Es wird ein Kräftemessen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Horst Bauer am 02.09.2019 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Schon lustig hier... Anscheinend kann in der Schweiz nur jemand Meister werden wenn der Schiri für einen pfeifft. Jahrelang wurde das bei Basel gesagt und jetzt bei YB... Grosse Fachkompetenz bei den schreibern hier

  • Herr Berger am 02.09.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschudi nicht SL tauglich

    Immerhin wusste der "Unparteiische" die Geschehnisse auf dem Feld so geschickt zu lenken, dass YB sicherlich nicht mit 0 Punkten und im emotionalen Tief nach Hause reisen musste.

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  • Bamert am 02.09.2019 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trübsal

    Beschwerlichen Rückreise? Wie lange möchtet ihr weiter das als Ausrede bringen was gegen Roter Stern war oder nicht war? Am mötzele wie die Zeitungen Mimimimi.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bamert am 02.09.2019 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trübsal

    Beschwerlichen Rückreise? Wie lange möchtet ihr weiter das als Ausrede bringen was gegen Roter Stern war oder nicht war? Am mötzele wie die Zeitungen Mimimimi.

    • Peter Hustintopf am 03.09.2019 01:40 Report Diesen Beitrag melden

      Genial daneben!

      @Bamert; Fragt sich wer hier mit seinen Kommentaren so treffsicher ist!

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  • Kevin Thun am 02.09.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ball flach halten

    YB wurde 2 mal Meister weil Basel massiv an Qualität verloren hatte, nicht weil die Berner "zauberten " Wer dies immer noch nicht kapiert hat, sollte sich mal fragen, weshalb ihr Wundermann der letzten Saison Mbabu gerade mal 5 min Einsatzzeit in 3 Spielen aufweist, bei Wolfsburg ( Europäische Fussballprovinz )

    • Peter Zoller am 03.09.2019 01:25 Report Diesen Beitrag melden

      Sehe ich auch so

      Genau so ist es! Glasklar!

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  • 0:5 am 02.09.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke YB

    Fussball kann so schön sein. Ich werde die CL Saison richtig geniessen. Weil keine Gerümpel Turnier Mannschaften dabei sind. Nur top Spiele.

  • Peter V. am 02.09.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hunger

    Einige Spieler haben wohl den Hunger gestillt. Und einer träumt immer noch von der grossen Liga. Soviel zur Einstellung auf dem Platz der jungen Buben. Wenn sogar der Coach Unentschieden nicht als Niederlage(n) betrachtet, wird's halt nix mit dem 3. Titel! Denn Remis gegen den Aufsteiger und erst recht gegen den FCL sollte man schon als Niederlage betrachten... ich hoffe, einige der Herren nehmen endlich den Finger aus dem .. und die Hände in die Beine.

  • Horst Bauer am 02.09.2019 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Schon lustig hier... Anscheinend kann in der Schweiz nur jemand Meister werden wenn der Schiri für einen pfeifft. Jahrelang wurde das bei Basel gesagt und jetzt bei YB... Grosse Fachkompetenz bei den schreibern hier