Weltmeister Thomas Müller

24. Juli 2014 11:44; Akt: 24.07.2014 12:13 Print

«Jetzt sind wir die goldene Generation»

von A. Stäuble, München - Vom Triple-Sieger zum Weltmeister: Thomas Müller hat gerade einmal 24-jährig den Karriere-Olymp erreicht. 20 Minuten traf den Bayern-Profi zum Interview.

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Thomas Müller mit Grillschürze statt Deutschland-Trikot - aber auch in seiner Freizeit hat er stets ein freches Grinsen auf den Lippen. Während der Fussball-WM wurde viel grilliert - auch Weltmeister Thomas Müller ist ein passionierter Hobby-Grilleur und seit 2013 Markenbotschafter von Weber-Stephen. Der Grillhersteller organisiert für den frisch gebackenen Weltmeister eine «Weber Welcome Back Party» in München. 20 Minuten darf mitfeiern und trifft den frisch gebackenen Weltmeister danach zum Interview. Auch für einen Kick mit den Fans findet sich Zeit: Müller stellt seine Treffsicherheit auch am Töggelikasten unter Beweis. Zwei Tage zuvor: Bei der Ankunft in Berlin werden die deutschen WM-Helden gefeiert. Zusammen mit seinen langjährigen Weggefährten Lukas Podolski (m.) und Per Mertesacker (l.) lässt es Müller am Brandenburger Tor krachen. Fast eine halbe Million Fans kommen, um die Spieler in Empfang zu nehmen. Müller teilt sein Glück nicht nur mit Bayern-Kollege Manuel Neuer. «Es ist superschön, wenn mir die Leute auf der Strasse gratulieren. Sie geben mir das Gefühl, auch etwas für sie getan zu haben.» Obwohl Müller mit Bayern schon alle wichtigen Trophäen gewinnen konnte: «Von den ganzen Titeln ist er der bedeutendste für mich. Weltmeister ist im Fussball das Grösste.» Der Torschützenkönig der WM 2010 in Südafrika war auch in Brasilien nahe dran am goldenen Schuh: Mit fünf Treffern musste sich der 24-Jährige nur dem Kolumbianer James Rodríguez (6) geschlagen geben.

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20 Minuten: Thomas Müller, konnten Sie schon verarbeiten, was in den vergangenen Wochen passiert ist?
Thomas Müller: Bisher war kaum Luft dazu da. Was der WM-Titel bedeutet – vor allem für die deutsche Fussball-Geschichte – ist noch immer schwer begreiflich.

Die Erleichterung Ihrer Landsleute dürften Sie im Übermass zu spüren kriegen.
Und wie! Es ist superschön, wenn mir die Leute auf der Strasse gratulieren. Sie geben mir das Gefühl, auch etwas für sie getan zu haben. Natürlich braucht es auch gute Nerven, gerade wenn man privat unterwegs ist. Aber grundsätzlich bin ich das als Bayern-Profi ja gewohnt.

Was, wenn Sie den Titel wieder nicht nach Hause gebracht hätten?
Dann wären wir einmal mehr die gewesen, die zwar viel Talent und Potenzial haben, aber es nie wirklich schaffen. Jetzt sind wir die goldene Generation, die auch was gewonnen hat. Zum Glück.

Sie sind sichtlich erleichtert. Dabei ist man geneigt zu denken, als Bayern-Profi ist man das Siegen gewohnt.
Von allen Titeln ist er der bedeutendste für mich. Weltmeister sein ist im Fussball das Grösste.

Mit gerade einmal 24 Jahren können Sie nur noch einen grossen Titel anvisieren: Europameister. Was, wenn sie 2016 auch dieses Ziel erreichen?
Das wäre schon extrem. Ich fürchte, nach dem Europameister bleibt mir dann nur noch der Hausmeister (lacht).

Was hat eigentlich Ihre Mutter dazu gesagt, als Sie der TV-Frau aus Kolumbien frech auf Bayrisch geantwortet haben?
(Lacht). Ach, sie weiss auch, dass bei mir der Spass nie zu kurz kommt und war wohl einfach nur froh, dass nicht sie hinter dem Mikrofon stand.

Nach dem Titel ist vor dem Titel – gerade wenn man für Bayern München spielt. Können Sie sich nach der WM wieder voll für die Bundesliga motivieren?
Erstmal mache ich jetzt drei Wochen Ferien, dann hoffe ich, dass der Reiz und der Wille für die Bundesliga wieder da sind. Fussballverrückt genug bin ich auf jeden Fall dafür.

Während Sie die Batterien aufladen, stecken die Nicht-Weltmeister bei Bayern in den Vorbereitungen. Sie stossen dazu, wenn die neue Saison vor der Tür steht. Ist das ein Problem?
Das ist schon speziell. Man hat ein bisschen Angst davor. Es ist ein bisschen wie nach den Schulferien: Man muss da hin, aber wenn man einmal da ist, ist alles gut.

Was Ihre Fitness angeht, reicht die Vorbereitungszeit aber nicht aus, oder?
Wir haben in Brasilien gut trainiert und gesund gelebt. In den drei Wochen Ferien wird nicht so viel verloren gehen. Zudem war ich schon immer ein sportlicher Typ mit einer guten Grundfitness.

Apropos Sport. Sie spielen in Ihrer Freizeit unter anderem Tennis. Die Frage muss sein: Wer ist Ihr Lieblingstennisspieler
Das ist jetzt blöd (lacht).

Raus mit der Sprache.
Roger ist leider nur meine Nummer 2. Mein Lieblingsspieler ist Novak Djokovic.

Haben Sie Roger schon einmal getroffen?
Leider nicht. Ich schätze, er hat auch viel zu tun (lacht).

Da er ein grosser Fussball-Fan ist, könnten Sie ihn nach München einladen, wo Sie bis 2019 unter Vertrag stehen – seit 2000 bei ein und demselben Verein. Haben Sie nie Abwanderungsgedanken?
Man weiss ja nie, was in fünf Jahren ist. Daher will ich mir alle Optionen offenhalten. Ich weiss, wie schnell das Geschäft ist und wie schnell sich das Leben, die Meinung, verändern. Grundsätzlich gibt es für mich aber nichts Besseres als Bayern. Und die Unterschrift bis 2019 ist ein klares Zeichen, wie sehr ich mich hier zuhause fühle. Und wenn der Roger nach München kommen will, besorge ich ihm jederzeit eine Karte.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MSchi am 24.07.2014 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Müllerinho

    Auch wenn er sich auf dem Fussballplatz nicht immer korrekt verhält ein genialer Typ in den Interviews. Und ein sehr sympathischer Mensch!

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  • Oli K. am 24.07.2014 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Es Müllert wieder

    Legende in Deutschland. Absolut sympathisch, bodenständig und fussballerisch Weltklasse. Und das mit 24 Jahren!

  • dfb fan am 24.07.2014 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    müller ist der beste

    wir lieben dich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • progermany am 24.07.2014 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht alle gleich

    Ich bin Eidgenosse und freue mich wie ein kleines kind das Deutschland Weltmeister geworden ist!!!!!! Go Germany

  • toni am 24.07.2014 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hola

    Deutschland hat verdient gewonnen, Pasta.

  • paul am 24.07.2014 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    deutschland

    hat sicherlich noch viele talente, die es auch an weiteren turnieren unterstützen werden. blöd nur das andere mannschaften das auch haben

    • Yves Eigenrauch am 24.07.2014 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das gewisse etwas

      ....und bei Punktgleicheit an Talenten, entscheidet die Einstellung und der Wille ;-)

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  • hans am 24.07.2014 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeister

    Also was die Deutschen hier schreiben! Komisch! Vermutlich Minderwertigkeits Komplexe!! Warum nur? Sie sind doch alle Weltmeister!

  • Thorsten am 24.07.2014 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeister

    Wir sind WELTMEISTER! Und nun darf gehatet werden. Ich habe zwar nichts geleistet, aber trotzdem schreibe ich "wir".

    • And1 am 24.07.2014 18:21 Report Diesen Beitrag melden

      Und jetzt?

      Ja genau ihr seid Weltmeister und niemand interessierts!

    • Urs Schöner am 24.07.2014 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Thorsten

      Solange man bei einer Niederlage auch von wir spricht, ist dagegen nichts einzuwenden.

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