Murat Yakin sauer

04. Dezember 2011 10:09; Akt: 04.12.2011 10:09 Print

«Kein Bock über den Schiri zu reden»

von Eva Tedesco - Murat Yakin ist bekannt für seine Coolness. Nach dem 0:1 der Luzerner gegen den FC Basel war für einmal nichts mit cool: Im FCL-Trainer kochte es. Er war stinksauer.

FCL-Trainer Murat Yakin ist nach dem 0:1 seiner Mannschaft in Basel stinksauer und schimpft über die schlechte Leistung von Ref Alain Bieri. (Video: 20 Minuten Online)
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Noch eine Stunde nach dem Schlusspfiff tigerte Murat Yakin mit finsterer Miene im 2. UG des St. Jakob-Parks herum, schüttelte den Kopf und schimpfte. Was ihm an Wut in der Tiefgarage, wo er sich unbeobachtet fühlte, deutlich ins Gesicht geschrieben stand, klang an der Pressekonferenz nach der 0:1-Niederlage noch einigermassen kontrolliert – wenn es ihm auch alle Mühe kostete, im Frust nicht vollends zu unbedachten Worten verleitet zu werden.

«Ich habe keinen Bock über den Schiedsrichter zu reden», sagt Yakin nachdem er vor dem Mikrophon auf dem Podium im Mediencenter des St.-Jakob-Parks Platz genommen hat. Dann redete er doch über Alain Bieri. Viel sagte Yakin, der sonst nicht um Worte verlegen ist, nicht. Aber was er sagte, war giftig. «Ein Spitzenspiel und wir bekommen so einen Schiedsrichter», regt sich Yakin auf. «Auf den ersten Fehler, der in der Partie passiert ist, passiert die Entscheidung. Nur, dass sie der Schiedsrichter getroffen hat.»

Bieris krasser Fehlentscheid nach nur 13 Minuten

Die Szene, die Yakin dermassen auf die Palme gebracht hat, ereignete sich in der 13. Minute bei einer Intervention von FCB-Linksverteidiger Joo Ho Park an Adrian Winter. Park konnte den FCL-Offensivmann im Strafraum nur mit einem Foul stoppen. Der zwingend fällige Penaltypfiff blieb aber aus. Ein Fehlentscheid des überforderten Unparteiischen. Und das machte Yakin so sauer.

«Wir haben das Spiel dominiert und kaum Chancen zugelassen. Wenn ein Spiel durch einen klaren Fehlentscheid eines Schiedsrichters entschieden wird, müssen wir mit Fussball spielen aufhören und mit der Arbeit unter der ganzen Woche, mit dem ganzen Aufwand - ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen.» Trotz seiner Wut räumte der FCL-Trainer ein, dass man sich die Szene beim Gegentor von FCB-Captain Marco Streller (72.) auch anschauen muss. Die Zuteilung bei diesem Eckball habe nicht gestimmt und Abwehrchef Puljic sei von Streller viel zu weit weg gestanden. «Aber wäre die Anfangsszene für uns entschieden worden», lässt Yakin nicht locker, «wäre das Spiel ganz anders gelaufen.»

Niveaulose Pfiffe gegen Bruder Hakan

Und weil Yakin grad so schön in Rage war, bekamen auch noch jene Fans unter den 31 081 Zuschauern ihr Fett weg, die Bruder Hakan Yakin bei dessen Auswechslung (72.) mit Pfiffen eingedeckt haben. «Absolut niveaulos», taxiert Yakin dies und verspricht, dass man «Haki», der nach der Winterpause zur AC Bellinzona wechselt, in einer Woche beim Heimspiel mit Wertschätzung verabschieden werde. Murat Yakin: «Wenn einer mit 35 Jahren noch so eine Leistung bietet, verdient er Achtung und Wertschätzung. Ich bin schwer irritiert von dem, was hier um seine Person abgegangen ist.»