Schleudersitz

02. Mai 2012 07:45; Akt: 02.05.2012 13:22 Print

«Mr. Average» soll Englands Leiden beenden

Die hohen Erwartungen im Mutterland des Fussballs zu erfüllen, wird für Roy Hodgson keine leichte Aufgabe. Englands neuem Nationaltrainer weht bereits vor seinem Amtsantritt ein rauer Wind entgegen.

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Roy Hodgson soll endlich wieder einen grossen Titel nach England holen. (Bild: AFP)

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Seit 1966 hoffen die Fans auf der Insel, dass der Fussball endlich nach Hause kommt, dass die Jungs mit den «Three Lions» auf der Brust endlich wieder einen Pokal holen. Zum ersten und letzten Mal gewannen die Engländer vor 46 Jahren bei der WM im eigenen Land einen grossen Titel.

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In Polen und der Ukraine soll es endlich wieder so weit sein. Die Mannschaft hätte das Potenzial alleweil. Mit Rio Ferdinand, John Terry, Gareth Barry, Frank Lampard oder Wayne Rooney ist das englische Team überdurchschnittlich gut besetzt. Doch die Nationalspieler - allen voran Terry und Ferdinand - waren zuletzt eher ein zerstrittener Haufen als eine verschworene Einheit. Unter Fabio Capello qualifizierten sich die «Three Lions» in der Schweizer Gruppe G dennoch ohne Niederlage für die EM.

Doch England hat schon so oft die Quali mit Bravour überstanden und ist dann bei der Endrunde mit viel Tamtam gescheitert. Auch in diesem Jahr stehen die Vorzeichen nicht unbedingt gut. Capello trat im Februar zurück, nachdem der Verband den wegen Rassismus-Vorwürfen in Verruf geratenen Terry als Captain abgesetzt hatte. Mit der Suche nach einem Nachfolger liess sich die FA Zeit, viel Zeit. Erst jetzt - rund einen Monat vor der Euro - wurde mit Roy Hodgson der Nachfolger Capellos bestimmt. «Das ist ein stolzer Tag für mich», sagte der 64-jährige Ex-Coach der Schweizer Nati voller Vorfreude.

Hodgson eine «Schockwahl»

Die Presse, die Tottenham-Trainer Harry Redknapp bevorzugt hätte, reagiert weniger freudig auf die Nomination von Hodgson. Aufgrund seines doch eher bescheidenen Palmarès gaben die Revolver-Blätter ihm bereits den Übernamen «Mr. Average» (übersetzt Mr. Durchschnitt). Hodgson sei eine «Schockwahl und könnte die falsche sein», hiess es im «Guardian». Die «Times» sieht das Ganze als «Glücksspiel», während der «Daily Express» zweifelt: «Hat er überhaupt irgendeine Chance, als Englands Trainer zu bestehen?»

Auch die Fans sind skeptisch: «Bei allem Respekt, aber es wird keine Welle der Begeisterung über die Ernennung von Roy geben», zitierte «The Sun» den Sprecher der Fanvereinigung «England Supporters Club». In den Foren sind die Meinungen jedoch geteilt: Einerseits herrscht auch dort Skepsis, andererseits besteht die Hoffnung, dass mit Hodgson alles besser wird.

Erfolge nur mit «kleinen» Teams

Die englische Nationalmannschaft ist die 19. Station von Hodgson in seiner 35-jährigen Trainer-Karriere. Grosse Erfolge feierte der ehemalige Verteidiger vor allem mit «kleinen» Teams. Viermal wurde er Meister in Schweden, einmal in Dänemark und die Schweizer Nati führte er 1994 an die WM und 1996 an die EM. Mit Fulham erreichte Hodgson 2010 den Final der Europa League und wurde 2010 zu Englands Trainer des Jahres gewählt. In dieser Saison verhinderte er mit West Bromwich Albion zum zweiten Mal in Serie den Abstieg.

Doch renommierte Mannschaften konnte Hodgson nie zum Erfolg führen. Weder mit Inter Mailand, mit dem damaligen Schweizer Spitzenteam Grasshoppers noch mit Liverpool stellte sich der gewünschte Erfolg ein. Bei den «Reds» wurde der gewiefte Taktiker sogar bereits nach 191 Tagen entlassen. Nur mit vier seiner bisherigen 18 Arbeitgeber konnte Hodgson mehr als die Hälfte der Partien gewinnen.

Auf dem heissesten Trainerstuhl Englands

Mit den «Three Lions» wird er ab sofort wieder ein Team mit lauter Stars trainieren. Kann sich Hodgson ausgerechnet auf Englands heissestem Trainerstuhl halten? Viel Kredit geniesst der 64-Jährige ohnehin nicht. Viel hängt von den ersten Testspielen und dem Abschneiden bei der Euro ab. Stellt sich der Erfolg dort nicht ein, könnte Hodgson trotz Vierjahresvertrag ebenso schnell weg sein, wie er gekommen ist. Das weiss wohl auch der Brite selbst. Bei seinem Amtsantritt forderte er die englischen Fans schon mal auf, mit viel Leidenschaft hinter ihm und seinem Team zu stehen.

(pre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zakamumba l. am 02.05.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    bevor Thorsten Fink den FCB übernahm, kannte man in hier auch kaum. Er war (und ist?) eher ein kleiner Fisch im Fussball-Trainerteich. Positive, wie auch vor allem negative Stimmen wurden laut. Was daraus geworden ist, kennen wir... Das mit Hodgson seh ich ähnlich, jedoch in einer höhergestellten Dimension. Lasst ihn 1 Monat seine Arbeit machen, dann sehen wir schon, wo England stehen wird.

  • 'Arry Redknapp am 02.05.2012 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Misserfolg vorprogrammiert

    Mit Hodgson als Trainer werden die Engländer bei der EM untergehen. Leider leider hat man wieder einmal die falsche Entscheidung getroffen. Die FA ist ja noch schlimmer als der SFV

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  • El Pistolero am 02.05.2012 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lass die Rentner zu Hause

    Terry, Lampard, Ferdinand würde ich nicht mitnehmen. Gerrard als Captain neben Scott Parker im Mittelfeld, Lampard & Gerrard hat noch nie funktioniert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • zakamumba l. am 02.05.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    bevor Thorsten Fink den FCB übernahm, kannte man in hier auch kaum. Er war (und ist?) eher ein kleiner Fisch im Fussball-Trainerteich. Positive, wie auch vor allem negative Stimmen wurden laut. Was daraus geworden ist, kennen wir... Das mit Hodgson seh ich ähnlich, jedoch in einer höhergestellten Dimension. Lasst ihn 1 Monat seine Arbeit machen, dann sehen wir schon, wo England stehen wird.

  • El Pistolero am 02.05.2012 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lass die Rentner zu Hause

    Terry, Lampard, Ferdinand würde ich nicht mitnehmen. Gerrard als Captain neben Scott Parker im Mittelfeld, Lampard & Gerrard hat noch nie funktioniert.

  • Joos Kiener am 02.05.2012 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Überbewertet

    Roy Hodgsons Gastspiel als Englischer Nationaltrainer wird nur von kurzer Dauer sein - seine Zeit ist abgelaufen - falls es die wirklich einmal gab. Als Trainer der Schweiz profitierte er von einer Grosszahl guter Spieler - seine Leistung wird meines erachtens insbesondere für die Zeit als Nati-Trainer stark überbewertet - bei diesem Kader war das erreichte zu erwarten und hätten auch viele andere Trainer geschafft...

    • Reto am 02.05.2012 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Identisch mit Pep

      Exakt wie Pep Guardiola mit Barca.

    • El Pistolero am 02.05.2012 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht jeder kann das

      @ Reto Absoluter Schwachsinn. Die Spielkultur, welche Barcelona seit 3 Jahren hat ist Pep zu verdanken. Und nich jeder Trainer wäre fähig all die Stars auf dem Boden zu halten und jedes Jahr aufs neue zu motivieren. Jeder Trainer könnte das also? Ich denke Rolf Fringer oder Urs Fischer wären der Aufgabe nicht gewachsen :-)

    • jagan gut am 02.05.2012 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      holland taktik

      da hast du recht,fischer fringen sind nicht guardiola.die spielkultur bei barca hat er aber nicht eingeführt.die wurde schon lange von der holländischen taktik mit van gal und rjkard übernommen,und das vor 10 jahren.die spieler messi xavi iniesta usw funktionieren mit dieser taktik am besten.

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  • 'Arry Redknapp am 02.05.2012 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Misserfolg vorprogrammiert

    Mit Hodgson als Trainer werden die Engländer bei der EM untergehen. Leider leider hat man wieder einmal die falsche Entscheidung getroffen. Die FA ist ja noch schlimmer als der SFV

    • Seppi Blagg am 02.05.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      wohl kaum schlimmer als SFV

      nana übertreibs mal nicht

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  • KingKenny am 02.05.2012 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    LFCiddlian

    ..in Liverpool ein Desaster, leider aber auch weil die Spieler damals nicht so auf der Höhe waren und viele Verletzte hatte. Trotzdem: er hat es leider nicht geschafft mehr als einen Stürmer zu setzten, auch wenn er deren 3 hatte. Ich hoffe es kommt gut, Steven Gerrard wird ja auch dabei sein, und er alleine in Topform reicht auch nicht...