SFV-Boss Gilliéron

03. Februar 2016 07:07; Akt: 03.02.2016 07:12 Print

«Nein, ich will nicht Uefa-Präsident werden»

von Sandro Compagno - Peter Gilliéron als neuer Uefa-Präsident? Der höchste Schweizer Fussballer stellt in 20 Minuten klar: «Ich habe kein Interesse.»

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Seit 2009 ist Peter Gilliéron Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes; seit 2011 sitzt der 62-Jährige im Exekutivkomitee des europäischen Fussballverbandes (Uefa). Mit 20 Minuten sprach der Berner Jurist über die Wahl des neuen Fifa-Präsidenten am 26. Februar, über die Kritik von Strafrechtler Mark Pieth und über seine persönlichen Ambitionen.

Herr Gilliéron, wird Gianni Infantino am 26. Februar bei der Wahl des neuen Fifa-Präsidenten alle 53 Stimmen der Uefa erhalten?
Davon gehe ich aus, ja. Auch der Schweizerische Fussball-Verband unterstützt Gianni Infantino, wie wir das vor rund zwei Wochen auf unserer Homepage kommuniziert haben.

Als grosser Favorit gilt Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrain. Neben den Stimmen aus Asien bemüht er sich auch auffällig um die afrikanischen Verbände. Was halten Sie davon, dass er erst im Januar als Präsident der asiatischen Konföderation einen Kooperationsvertrag mit dem afrikanischen Fussball-Verband CAF geschlossen hat?
Kooperationsverträge sind ja per se nichts Unübliches. Ob der Zeitpunkt der Bekanntgabe kurz vor den Wahlen gut gewählt war, müssen die Betroffenen selber beurteilen.

Der Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth sagte in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger», das stinke nach Stimmenkauf. Sehen Sie das ähnlich?
Ich masse mir nicht an, den Fall so auf die Schnelle zu beurteilen. Die Fifa hat eine Ethikkommission, die nicht lange fackelt, wenn es darum geht, derartige Fälle zu untersuchen. Diese Kommission würde sicher und sofort tätig werden, wenn sie den von Herrn Pieth wahrgenommenen Geruch ebenfalls registrierte.

Scheich Salman aus Bahrain kommt aus einer autokratischen Herrschaftsfamilie. Ihm wird vorgeworfen, bei der gewaltsamen Unterdrückung der demokratischen Bewegung Bahrains
mitgeholfen zu haben. Wäre ein solcher Fifa-Präsident überhaupt tragbar?

Diese Frage musste die Ad-hoc-Wahlkommission der Fifa beurteilen, und sie liess Scheich Salman zur Wahl zu.

Strafrechtler Pieth fordert von der Uefa und vom SFV, klar Stellung zu beziehen, dass man Scheich Salman nicht akzeptiere. Sie haben jetzt in diesem Interview die Möglichkeit dazu.
Ich weiss nicht, woher Herr Pieth die Legitimation nimmt, von der Uefa oder vom SFV via Zeitungsinterview etwas zu fordern. Wahlen sind doch in erster Linie dazu da, jemanden zu wählen. Das wird der SFV tun, ohne dass wir des Langen und Breiten erklären, warum wir wen nicht gewählt haben.

Pieth schlägt auch vor, dass sich die Uefa von der Fifa trenne. Halten Sie das für realistisch?
Nein.

Nicht nur Fifa-Präsident Sepp Blatter ist derzeit gesperrt, auch Uefa-Präsident Michel Platini kämpft um seinen Posten und seinen Ruf. Falls er den Kampf verliert, braucht auch die Uefa demnächst einen neuen Präsidenten. Ist das ein Karriere-Ziel für Sie?
Die Uefa – und mit ihr der SFV – hofft, dass der so genannte Fall Platini möglichst zeitnah abschliessend und fair beurteilt wird. Erst dann wird sich entscheiden, ob die Uefa einen neuen Präsidenten braucht. So oder so: Ich habe keinerlei Ambitionen bezüglich Uefa-Präsidium.

(Das Interview wurde schriftlich geführt.)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ENU am 03.02.2016 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht fähig

    Hoffentlich nicht denn das ist eine Nummer zu gross für ihn denn das ist nicht SFV sondern ein Topunternehnen.

  • SFV nein danke am 03.02.2016 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um Gotteswillen

    Bei allem Respekt aber das kann er nicht. Mehrere Nummern zu gross, aber das weiss er auch selber.

  • marko 31 am 03.02.2016 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sepp Blatter

    Was er aus FIFA in 30 Jahren gemacht hat ist beeindruckend

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 31 am 03.02.2016 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sepp Blatter

    Was er aus FIFA in 30 Jahren gemacht hat ist beeindruckend

  • SFV nein danke am 03.02.2016 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um Gotteswillen

    Bei allem Respekt aber das kann er nicht. Mehrere Nummern zu gross, aber das weiss er auch selber.

  • Theo Tor am 03.02.2016 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schweizer

    Es sollte kein Schweizer mehr Uefa oder Fifa Präsident werden. Zum einen kommen da schlechte Erinnerungen an Korruption hoch und zum anderen spielen wir im Fussball doch gar keine Rolle.

    • Banana am 03.02.2016 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      Zusammenhänge erkennen

      Lieber Theo, sich dann aber nicht wundern, wenn auch die Arbeitsplätze aus Zürich verschwinden.

    • Theo Tor am 03.02.2016 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      Und?

      Na und?! Dann gibt es wieder andere Arbeitsplätze..oder auch nicht...So ist das Leben. Stetige Veränderung fördert die Toleranz und die Beweglichkeit und verhindert kleingeistiges Nationaldenken. Ich hoffe, dass du den Zusammenhang auch schon erkannt hast und bereit bist für das was da auf dich zukommt. Keine Angst, du schaffst das auch!

    einklappen einklappen
  • ENU am 03.02.2016 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht fähig

    Hoffentlich nicht denn das ist eine Nummer zu gross für ihn denn das ist nicht SFV sondern ein Topunternehnen.