Presseschau des Nullspiels

27. März 2011 10:51; Akt: 27.03.2011 12:37 Print

«Nervös», «uninspiriert» und «fehlerhaft»

Die Kritik an der Nationalmannschaft nach dem schwachen Auftritt und der Nullnummer im EM-Quali-Spiel in Bulgarien ist vernichtend. Trainer Hitzfeld wird geschont.

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Wer in der Schlussphase in Sofia noch auf einen «Lucky Punch» gegen Bulgarien hoffte, tat dies vergebens. Verdient hätten es die Hitzfeld-Jungs auch nicht. Zu schwach, zu ängstlich, zu einfältig - einfach zu schlecht war das Gastspiel in Sofia gegen eine bescheidene bulgarische Auswahl. Einmal mehr vermochten die Schweizer Kicker die Worte und Phrasen vor dem Spiel nicht auf dem Platz umzusetzen.

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Entsprechend scharf fällt die Kritik in den heutigen Sonntagszeitungen aus. Die Nationalmannschaft habe nichts von dem gehalten, was sie im Vorfeld des Spiels versprochen hatte, schreibt die «NZZ am Sonntag». Für die «SonntagsZeitung» entpuppten sich die Ankündigungen im Voraus als Worthülsen: «nichts als Schall und Rauch».

Keine Argumente für EM 2012

Die Leistung der Nationalelf war aber in Sofia nicht zum ersten Mal schlecht. Der «Sonntag» fühlt sich an «die kümmerliche Darbietung bei der epochalen Blamage gegen Luxemburg» erinnert. Am 10. September 2008 verlor die Schweiz ebenfalls unter Trainer Ottmar Hitzfeld gegen den Fussballzwerg im Heimspiel 1:2. Im Bulgarien-Spiel vom Samstag gelang der Schweiz zwar ein Unentschieden - das jedoch keinem der beiden Länder nützt. Die beiden Mannschaften haben für die «NZZ am Sonntag» mit ihrer Spielweise dokumentiert, dass sie keine Argumente für einen Platz an der Euro 2012 haben. Die Schweizer hätten ängstlich, verhalten und fehlerhaft gespielt. Ähnlich vernichtend das Urteil der «SonntagsZeitung»: In der ersten Halbzeit sei die Mannschaft «nervös und uninspiriert» gewesen, «fehlerhaft und mutlos».

Zwar zeigte sich die Nati gegen Spielende angriffiger. Im Urteil der «SonntagsZeitung» war das jedoch nur «weniger schlecht». Die NZZ am Sonntag schreibt von einem «ungeordneten Schlagabtausch» gegen Ende. Dabei seien die Schweizer körperlich überlegen gewesen - «aber das klingt besser, als es aussah».

Kaum Kritik an Hitzfeld

Obwohl die Schweiz fussballerisch bereits mehrmals ungenügende Leistungen gezeigt hatte, gibt es kaum Kritik an Trainer Hitzfeld. Die NZZ am Sonntag schreibt zwar davon, dass die spielerischen Schwächen chronisch geworden seien. Doch Hitzfeld stellt sie nicht in Frage: Dieser müsse nun den partiellen Generationenwechsel in der Mannschaft vollziehen. «Die nächsten 16 Monate dienen zur Neuausrichtung.» Der «Sonntag» wirft zwar die Frage nach dem Verschulden des Trainers auf - nur um ihn gleich wieder in Schutz zu nehmen. Hitzfelds Wesen und Spielphilosophie seien offenbar «zu den vorhandenen und verfügbaren Spielern nicht kompatibel».

Klare Worte findet einzig Tages-Anzeiger.ch. Die Mannschaft habe sich unter Hitzfeld «keinen Deut weiterentwickelt». Der Trainer habe die Fussballer sowohl an der Weltmeisterschaft wie auch der EM-Qualifikation vorsichtig spielen lassen. Mut zum Risiko habe gefehlt. Deshalb kommt das Online-Portal zum Schluss, die Verlängerung des Vertrags mit Hitzfeld sei wohl ein Fehler gewesen.

(mdr)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bidu Zaugg am 28.03.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die junge Generation

    Den alten Filz auswechseln und der jungen Generation (U21) die Chance geben. Sie haben allen Kredit, können so Erfahrung auf höchstem Niveau sammeln und gleichzeitig wird so noch verhindert, dass irgendein Spieler noch die Nationalmannschaft wechseln kann.

  • s.t. am 27.03.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    emotionen

    es heisst, im spiel fehlen die emotionen. für mich lieg da der fehler beim trainer. hitzfeld ist sicher nicht einer, der grosse begeisterung schührt. es wäre also dort ein wandel gefragt. vielleicht jemandem, dem man auch glaubt, dass er gerne fussball spielt.

  • Kurt am 27.03.2011 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Problem ist der Trainer

    Daher Hitzfeld rauswerfen, und zwar gleich nach der verpassten EM-Quali!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Superfan am 28.03.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Medien

    Ich kann nicht verstehen, warum sich alle so aufregen. Die Schweizer Nati ist schon lange, (schon sehr lange), sehr sehr schlecht. Wie zu lesen war aus der FIFA Statistik hat sie den unattraktivsten Fussball gezeigt an der WM. Nur weil die Nati hie und da durch Glück gewinnt; gegen Spanien, haben viele Leute das Gefühl, die Schweiz sei eine Weltmacht im Fussball. Schaut euch das Gekicke mal an. Man sollte auch nicht immer so viel erwarten von der Nati. Das ist auch im Eishockey so. Diese Spieler werden zu sehr unter Druck gesetzt, im Hockey eher verständlich. Aber im Fussball...

  • Alfred am 28.03.2011 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Blamage?

    An der EM/WM werden wir kaum vermisst. Von dem her ist es nicht so eine Blamage, wenn wir nicht dabei sind.

  • IchIchIch am 28.03.2011 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum lässt Hitzfeld immer die Spieler spielen, die 90 Minuten lustlos und ohne Leidenschaft auf dem Feld herumstehen? Alle sprechen von einem Sieg gegen England, dabei sind die nicht mal fähig ein Tor zu schiessen gegen Malta oder Bulgarien... Es sollten alle "alten" Spieler. denen es nur noch ums Geld geht und nicht mehr um den Sport rausgeworfen werden.

  • N Rodi am 28.03.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    einfach nur schlecht!

    gott sind die schlecht... kein spielfluss, kein aufbau im mittelfeld, keine emotionen und kein wille! es gibt spieler in diesem team sobald die das rote shirt anziehen, einfach nur noch schlecht und unbrauchbar. vorallem dieser inler ein guter zerstörer aber vom aufbau spiel noch nie was gehört!

  • cherokee am 28.03.2011 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    es können

    wohl noch hunderte von Trainern kommen, diesen Haufen bringt niemand zusammen, wenn ich schon die Aussagen der Spieler höre: "wir waren top motiviert und hatten auch chanchen...ja junge (!!) dann machs doch oder schlafe weiter!