Farbige Wunder-Sticker

14. Juni 2011 16:14; Akt: 14.06.2011 16:15 Print

«Shaq» klebt voll im Trend

Was hat der Klebestreifen an der Wade von U21-Torheld Xherdan Shaqiri zu bedeuten? Und warum ist er mal blau, dann schwarz und könnte selbst pink sein?

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Die schwarzen Kleber an der rechten Wade von Xherdan Shaqiri (3.v.l.) und am Knie von Granit Xhaka (r.) haben heilende Wirkung. (Keystone/AP)

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Als sich David Beckham nach seinem letzten Spiel für Real Madrid im Juni 2007 das Trikot über den Kopf streifte, kam da auf seinem Rücken nicht etwa ein neues Tattoo zum Vorschein, sondern ein grelles, pinkfarbenes Pflaster. Der englische Superstar ist aber lang nicht der einzige, der mit solchen Stickern gesehen wurde. Auch in anderen Sportarten sieht man diese schwarzen, pinkfarbenen und blauen Muster auf den Körpern der Athleten, zum Beispiel bei Tennis-Profi Djokovic. Dabei sollen die Farben verschiedene Bedeutungen haben: Rot (pink) aktiviert, blau beruhigt, schwarz ist neutral. Obs wirklich so ist, wird vielerorts bezweifelt.

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Wer auf dem Platz des dänischen Amateurvereins Hobro Xherdan Shaqiri beim Auslaufen oder beim Training zuschaut, kann auch an der strammen Wade des Bebbi oft so einen bunten Klebstreifen erkennen. Manchmal knallblau, oder dann auch schwarz. Das bunte Nylon-Pflaster heisst in der Fachsprache Kinesio-Tape und wird von Sportlern mindestens so gern getragen wie Caps und Kopfhörer, denn Kinesio-Taping liegt voll im Trend.

Heilender Effekt durch bunte Muster

Das Pflaster wurde vor rund 30 Jahren vom japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelt. Es soll schmerzlindernd und stoffwechselanregend wirken. Je nach Klebemuster. Das elastische Pflaster kann bei einer Vielzahl von Beschwerden angewendet werden: Knie-, Sprung- und Schultergelenkschmerzen, bei Rücken- und Nackenverspannungen, sowie beim Tennis- und Golfarm. Das Tape kann aber auch nur zur Leistungssteigerung und Lockerung der Muskulatur beitragen.

Es entlastet den Bereich der Beschwerden. Der Reizpunkt wird verlagert und ein positiver Reiz als Signal an das Nervensystem geschickt. «Das Tape wird wie eine zweite Haut aufgeklebt und wirkt heilend, indem es das Gewebe anhebt und die Durchblutung und Lymphzirkulation fördert», erklärt U21-Physio Peter De Regt. Denn auch die Physiotherapeuten der Schweizer U21 De Regt, André Calame und Christophe Pinsard setzen auf den heilenden Effekt des feinen Baumwoll-Tapes.

Strapazierte Muskel entlastet

De Regt klebt die Tapes unterschiedlich gespannt auf bestimmte Körperpartien. Bei Shaqiri war es zum Beispiel die Wade. Bei Granit Xhaka sah man schon mal beide Knie in einer speziellen geometrischen Form abgeklebt. Die Klebebänder sollen die Muskulatur zum Arbeiten anregen, aber gleichzeitig auch strapazierte Muskeln entlasten. Und wenn es dann auch noch den Effekt zur Folge hat, dass unsere Nachwuchs-Nationalspieler so starke Auftritte zeigen wie beim Auftaktsieg gegen Dänemark, kann man nur sagen – bitte weiterkleben.

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