Abseitstor und Tätlichkeit

07. April 2019 03:58; Akt: 07.04.2019 04:35 Print

«Kommentiere das nicht» – Magnin zu Fehlentscheid

von E. Tedesco - Das GC-Tor hätte nicht zählen dürfen und der FCZ schiesst in der Rückrunde zu wenig Treffer. Warum das vielleicht besser ist – Stimmen zum 274. Derby.

Das sagen die FCZ-Spieler und Trainer Ludovic Magnin zum 1:1 im 274. Derby - oder auch nicht. (Video: 20 Minuten)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Szenen sorgten nach dem 274. Zürcher Derby für Diskussionsstoff. 48. Minute: Petar Pusic spielt eine scharfe Hereingabe in den Strafraum, wo Yoric Ravet zum 1:1 trifft. Doch der Treffer hätte nicht zählen dürfen. Marco Djuricin steht bei der Flanke vor dem Tor im Abseits. Er berührt den Ball zwar nicht, aber weil er hochspringt, greift er ins Spiel ein und der Unparteiische hätte auf Abseits erkennen müssen. Tut er nicht. GC im Glück.

57. Minute: Wieder steht Djuricin im Mittelpunkt. Der GC-Stürmer schlägt Hekuran Kryeziu im Laufduell die Hand ins Gesicht. Der Österreicher hätte für diese Tätlichkeit Rot sehen müssen. Tut er nicht. Djuricin: «Ich habe die Bilder gerade am TV gesehen. Das tut mir leid, dass ich ihn getroffen habe. Ich wollte ihn nur wegdrängen, weil er mich zurückgezogen hat. Das war keine Absicht. Das macht man nicht. Das ist nicht in Ordnung – auch wenn es ein Derby ist.» Djuricin im Glück.

Viele Chancen fahrlässig vertan

«Ich kommentiere das nicht», sagt Ludovic Magnin, als er auf die Benachteiligung angesprochen wird, «sonst bin ich danach wieder der böse Ludovic Magnin. Es war einfach zu sehen und es waren nicht nur diese zwei Szenen.» Es ist dem FCZ-Trainer anzusehen, dass es ihn juckt, mehr zu sagen. Er tut es nicht. Diesmal gibt es keinen bösen Herrn Magnin. Im Gegenteil. «Erstmals seit langem hat mir meine Mannschaft wieder gefallen. Der FC Zürich war die klar bessere Mannschaft.»

Die Stadtzürcher waren vielleicht nicht die klar bessere Mannschaft, aber jene mit den klar besseren Chancen. Und sie gingen wie schon in den letzten Wochen fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Allein gegen Ende der ersten Halbzeit vergaben Kharabadze (34.), Ceesay ( 35.) und Untersee (29., 37.) drei Top-Chancen innert nur acht Minuten. «Der Schuss von Untersee der vom Pfosten wieder ins Feld prallt – der hat weh getan, weil wir gut dran waren», sagt Magnin. Bitter: Es war bereits der 7. Schuss des FCZ an Pfosten oder Latte in den vier Derbys der laufenden Meisterschaft.

GC-Captain Heinz Lindner und Trainer Stipic zu Rechenspielen. (Video: 20 Minuten)

Fehlende Effizienz

Die fehlende Effizienz ist symptomatisch für den FCZ im Jahr 2019. Lediglich 10 Tore haben die Zürcher in bisher 10 Rückrunden-Partien geschossen, aber 15 kassiert. So kommt es, dass man nach Schlusslicht GC (9 Spiele, 5:15 Tore, die abgebrochene Partie in Sion wird in der Tabelle noch nicht offiziell geführt) das zweitschlechteste Rückrunden-Team stellt.

Salim Khelifi und Antonio Marchesano bemängeln diese fehlende Effizienz. Wie auch Kevin Rüegg. Der FCZ-Captain ist trotz Remis unzufrieden: «Es sind drei verlorene Punkte, wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen. Es genügt nicht, nur ein Tor zu schiessen.»

Die FCZ-Spieler können das Jubeln nicht

Zweifel sind angebracht, dass der FCZ diese Bilanz bald aufpoliert, denn der Gegner am nächsten Sonntag heisst YB. Der Meister stellt die beste Abwehr der Liga. Aber vielleicht ist es besser schiesst der FCZ keine Tore.

Als Ceesay (30.) sein Tor zum 1:0 vor der Kurve bejubeln will, rutscht er beim Sprung über die Band aus und knallt auf den Rücken. Der Sturz ist zwar nicht ganz so spektakulär wie der Sprung in den Graben von Benjamin Kololli in der Europa League in Zypern, aber schmerzhaft sieht es allemal aus und lässt den Schluss zu: Beim FCZ scheint es nicht nur mit dem Toreschiessen nicht so richtig zu funktionieren.



Fussball