Gerry Seoane

11. März 2019 15:27; Akt: 11.03.2019 15:27 Print

«Wir haben nicht die gleiche Power»

von E. Tedesco - Die Tormaschine stockt. Meister YB sucht nach der Form der Vorrunde. Wo ist die Leichtigkeit geblieben?

Wo ist die Leichtigkeit beim Meister geblieben? YB-Trainer Gerry Seoane zum leichten «Formtief» seiner Mannschaft. (Video: 20 Minuten)
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Zum dritten Mal in Folge gewinnt YB mit einem knappen 1:0. Und wie gegen Lugano und Sion gelingt dem Meister der entscheidende Treffer in der Nachspielzeit. Ein letzter Angriff. Eine Massflanke von Gianluca Gaudino. Und dann ist Djibril Sow mit dem Kopf da und erzielt nach 94 Minuten und 14 Sekunden das Tor zum YB-Sieg gegen GC im Letzigrund. Fast wäre die seit 54 Ligapartien anhaltende Serie der Berner von mindestens einem Tor pro Spiel gerissen. Fast.

«Das war ein Sieg der Mentalität – wie so oft in dieser Saison», sagt Gerry Seoane. «Es war für die junge Mannschaft nicht so einfach, sich nach dem 0:4 in Luzern im Cup zu präsentieren, aber der Glaube war bis am Schluss da.» Dennoch ist unübersehbar, dass YB nach der Form der Vorrunde sucht. Gegen GC fehlt der für YB typische Enthusiasmus, die ansteckende Euphorie des Herbstes. Die Tormaschine stottert. Und wo ist die Leichtigkeit geblieben?

Schwierige Momente in einer Meisterschaft

«Wenn man unsere Spiele mit der Vorrunde vergleicht, ist es nicht die gleiche Power und Überlegenheit, mit der die Mannschaft auftritt», gibt der YB-Trainer zu. Man habe gewusst, dass man im Herbst eine unglaubliche Effizienz an den Tag gelegt habe, und wisse, dass man jetzt spielerisch nicht ganz auf Höhe der Vorrunde sei. Das hänge auch mit den Abgängen im Winter und den Verletzten zusammen, was keine Ausreden sein sollten.

«Es gibt so schwierige Momente in einer Meisterschaft. Die muss man gemeinsam überstehen», so der YB-Trainer. Captain Steve von Bergen, Miralem Sulejmani, Topskorer Guillaume Hoarau und Kevin Mbabu waren in Zürich gewichtige Absenzen und nicht einfach zu ersetzen. «Wir haben immer gesagt, dass es einige Spieler im Kader gibt, die man unmöglich 1:1 ersetzen kann, weil sie viel Qualität, Erfahrung und Persönlichkeit haben.» Das Kader sei breit genug. Dem YB-Trainer gebe das die Möglichkeit, Spieler weiterzuentwickeln und junge einzubauen.
Siegtorschütze Djibril Sow nach dem 1:0 der Berner gegen GC in letzter Minute. (Video: 20 Minuten)

Die Herausforderung für den Trainer

21 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger aus Basel ist ein massives Polster. Dem souveränen Leader würden auch 90 Prozent reichen, um den Titel noch erfolgreich zu verteidigen. Trotz Aufwärtstendenz konnte der FCB auf Rang 2 nämlich keinen einzigen Punkt nach der Winterpause aufholen. Liegt die Herausforderung beim Trainer, die Mannschaft bei Laune zu halten?

«Die Mannschaft hat Bock. Sie ist giggerig und will weiterspielen», sagt Seoane. «Würde sie sich schon in Sicherheit fühlen, würde sie nicht so vehement in der Nachspielzeit mit fünf oder sechs Spielern nach vorne sprinten.» Denn trotz fehlender Leichtigkeit hat die Mannschaft von Seoane eines: Winner-Mentalität. Seoane sagt: «Wenn du oben stehst, ist der Glaube da, dass das Spiel noch auf deine Seite kippt.»

Lugano, Sion und seit Samstag auch GC wissen ein Lied davon zu singen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flanke am 11.03.2019 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragiles Konstrukt

    So ein Team ist immer ein fragiles Konstrukt. Wenn plötzlich 4-5 tragende Elemente fehlen, können diese kaum gleichwertig ersetzt werden. Selbst wenn, ist das Gebilde ein Anderes, dies ist ja die Herausforderung eines Trainers und seinem Stab. Unter diesen Umständen, ist es sehr positiv, dass das Team dennoch gewinnen kann.

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  • huschmie am 11.03.2019 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoarau fehlt

    Wenn Hoarau fehlt. ist YB nur halb so gut. Der macht die Tore und versenkt die Penalties sicher.

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  • Enzo Scifo am 11.03.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gämperle machts möglich

    die boys sind auf jeden fall fit und laufen auch in der nachspielzeit noch auf allen zylindern während die gegner gedanklich bereits unter der dusche stehen. auch in der fitnessabteilung scheint sich bei den bernern in den letzten jahren einiges zum positiven gewandelt zu haben. einziger nachteil dieser neuen fitnesswelle: die verletzungsanfälligkeit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tutsch am 12.03.2019 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nachwehen

    Könnte es nicht auch sein, dass der bisherige Erfolg noch die "Nachwehen" der Arbeit von Herrn Hütter waren...? Jetzt kommts darauf an, was der jetzige Trainer zu leisten im Stande ist... wir werden sehen!

    • Gute Frage! am 12.03.2019 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tutsch

      Ich finde Seoane hat die Mannschaft durchaus weiterentwickelt. Insbesondere die Lernkurve in der CL mit den Umstellungen die funktioniert haben und die Systemflexibilität rechne ich ihm hoch an. Yb wird vielleicht kein nächster Serienmeister, aber in Bern wird sehr gut gearbeitet und hat einen klaren Plan. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht?

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  • möglich am 12.03.2019 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist

    Wandte sich die untergeordnete, kleine Wettmafia einer anderen Mannschaft zu? Oder liegt es daran, dass die SR im Visier der aufmerksamen Zuschauer stehen?

  • mimi ma am 12.03.2019 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht in der neuen Saison

    Man nehme in einer Firma mit 30 Angestellten die 5 besten und wichtigsten Leute weg....und was passiert? Diese bekommt ein massives Problem!!! ....aber YB gewinnt immer noch... ( und das mit zum Teil limitierten Spieler wie Schick und Wütherich..) -> Aber Vorsicht in der neuen Saison!!!!

    • sabi am 12.03.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mimi ma

      Nur gibts in einer Firma kein Schiedsrichter

    • Verteidiger am 12.03.2019 08:35 Report Diesen Beitrag melden

      mimi ma

      mimi ma bei Basel war das Jahre lang auch so und Basel wurde dennoch immer überzeugt Meister, YB schwächelt doch schon lange im Cup alle Spiele bis jetzt nie überzeugt, in der Meisterschaft in den letzten Spielen ebenfalls, nun ist es am Trainer die Mannschaft so einzustellen das die Überzeugung wieder kommt.

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  • Rüdiger am 12.03.2019 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Wenn man nur Looser aufstellt, kann es ja nichts werden. Das müsste man eigentlich verstehen können. Anscheinend dann aber doch nicht.

  • Analyst am 11.03.2019 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gefälle...

    Naja, man sieht eben dass wenn "wichtige" Spieler länger fehlen hat auch YB ein Problem. Sie werden wohl wieder Meister, wenn auch nicht mehr annähernd so souverän wie letzte Saison. Und ganz ehrlich, mit ein bisschen mehr "Pech" oder eben weniger Glück würde die Tabelle schon jetzt anders aussehen. Also geniest es, denn lange wird es nicht mehr so sein...

    • mimi am 12.03.2019 06:17 Report Diesen Beitrag melden

      nie Mesiter

      mit etwas mehr Pech und ohne dem dauernden Schiribonus wäre Basel in den letzten Jahren nicht 8x Mesiter geworden. (max. 1x!!!)

    • Berner am 12.03.2019 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Verbaselt

      so ist es....Basel kommt schon wieder, aber YB baut weiter und wird weiterhin oben stehen.

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