FCB-CEO Roland Heri

21. Februar 2019 07:56; Akt: 21.02.2019 07:56 Print

«Wir wissen, wie wichtig das Joggeli den Fans ist»

Roland Heri, der CEO des FC Basel, nimmt Stellung zu den Umbauplänen im Joggeli und stellt klar, dass ohne Segen der Muttenzerkurve an selbiger nichts verändert wird.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Aussagen von Clubpräsident Bernhard Burgener über mögliche bauliche Veränderungen im Joggeli haben viele Fans aufgeschreckt. Was ist da geplant?
Das Stadion ist nun 18 Jahre alt, weshalb Renovationsarbeiten notwendig sind. Um ein Beispiel zu nennen: Die Kunststoffplatten der Hülle müssen wohl bald einmal ersetzt werden, dafür wird ein hoher einstelliger Millionenbetrag fällig. Das gab den Anstoss für unsere Überlegungen, was sonst noch baulich nötig sein könnte oder nötig ist im Stadion. Ich möchte aber betonen, und das ist mir ganz wichtig: Wir sind uns zu 100 Prozent bewusst, was das Joggeli für ein Kulturdenkmal ist und was es für unsere Fans bedeutet. Bei aller Emotionalität des Themas ist es in einer ersten Phase der Auslegeordnung aber auch unsere Pflicht, alle Möglichkeiten zu rechnen.

Fans machen der Clubführung just den Vorwurf, dass zu viel gerechnet wird, insbesondere Bernhard Burgener zu sehr auf die Dividende schielt.
Dieser Eindruck ist falsch. Alles, was wir anschieben, soll dem Club dienen. Das ist kein Bereicherungskonzept für die Holding oder Herrn Burgener. Schauen Sie, wir verbrauchen einen Haufen Geld mit dem Sicherheitsdispositiv, obwohl ein grosser Teil der Spiele im sogenannten grünen Bereich ist. Was wir dagegen als Sicherheitsdispositiv Match für Match stellen müssen, entspricht dem nicht und wirkt für viele Familien abschreckend. Darum wollen wir zum Beispiel die Fanströme trennen.

Wie stellen Sie sich das vor?
Es soll eine Unterkreuzung geben. Die Gästefans sollen über einen Tunnel vom Zug in ihren Sektor gehen. Damit könnte das Polizeiaufgebot auf der Strasse deutlich reduziert werden, das würde massive Einsparungen bei den Sicherheitskosten bedeuten und das Stadion-Erlebnis aufwerten.

Das ist auch so ein Reizwort bei den Fans, das vor allem mit Kommerzialisierung verknüpft wird.
Zu Unrecht. Wir wollen keine Dauer-Berieselung während dem Match, das Spiel soll immer im Zentrum stehen. Wir müssen Ideen entwickeln, mehr Gründe dafür liefern, dass man mit den Kindern ins Stadion kommt – und zwar ohne diesem Ziel das zu opfern, was den Fussball so schön macht. Familien mit Kindern müssen wieder näher an den Fussball gebracht werden, das ist unsere Hauptaufgabe. Wir wollen den jungen Fans und den Kindern die FCB-DNA vermitteln.

Die geplante Reduktion der Stadionkapazität wird von manchen so interpretiert, dass via Verknappung des Platzangebots die Preise erhöht werden sollen.
Nein. Es geht wirklich überhaupt nicht um Preispolitik. Schauen Sie, die Zahlen sind eindeutig, wie oft ist das Stadion voll? Wir haben die Zahlen über Jahre ausgewertet. Mit ein paar guten Spielen in Serie bekommt man das Joggeli nicht voll. Das grösste Stadion der Schweiz zu haben ist zweifelsohne toll, aber es bringt dem Verein unter dem Strich keine Butter aufs Brot.

Wie steht es um mögliche Veränderungen in der Muttenzerkurve?
Das mit der Steilwand war so eine Idee, um die Kurve noch näher an den Platz zu bringen. Aber wir würden so etwas nie machen, ohne die Kurve voll mit einzubeziehen. Ausserdem gibt es auch ästhetische Bedenken der Architekten bei so einem Eingriff. Wir werden keine Ideen fix einbringen, die Emotionen oder Traditionen verletzen.

Sie können ohnehin nicht alleine entscheiden, ich nehme aber an, dass die geplante Beteiligung am Stadion an Mitspracherechte geknüpft sein wird?
Genau, wir haben ja nie von einem Kauf gesprochen, wir wollen mit einer möglichen Beteiligung aber unser Mitspracherecht verstärken. Wir sind der Hauptmieter im Stadion und haben deshalb ein Interesse daran.

In welchem Umfang will der FCB sich denn am Stadion und den baulichen Anpassungen beteiligen?
Zahlen kann ich keine nennen. Ich kann aber sagen, dass es eine Minderheitsbeteiligung wäre. Für den Umbau müsste auch die Stadiongenossenschaft Mittel zur Verfügung stellen. Wie gesagt: Wir liefern als Mieter nur Ideen, die Entscheidungen sind dann in den übergeordneten Gremien zu fällen.

Wann werden die Bagger auffahren?
Davon sind wir weit entfernt. Jetzt müssen erstmal Gespräche mit allen Anspruchsgruppen geführt werden. Das Ziel ist, dass wir bis im Sommer eine Vorstellung davon bekommen, welche Ideen konkret weiterverfolgt werden könnten.

(lha/ete)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf pohli am 21.02.2019 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missmanagement

    Diese Flaschen sollten besser mal aus unserem FC Basel wieder einen konkurrenzfähigen Club machen anstatt unser schönes Stadion kleiner zu machen. Wir waren schon paar mal froh das es so groß ist. Aber ohne Erfolg Kann man so Station nicht fühlen.

  • Bärentöter am 21.02.2019 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunschkonzert

    und nun? Stand heute gehört das Stadion der Genossenschaft, Herr Burgener kann aktuell höchstens ein Wunschkonzert veranstalten...den Fans liegt auch der Klub und die 1. Mannschaft am Herzen, hier sollte er endlich die Finger davon lassen.. er hat es fertiggebracht, in kürzester zu zerstören, was seine Vorgänger über Jahre (16) aufgebaut hat!

  • Bebbi am 21.02.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber sonst geht es Euch gut ??

    Was sagt er den Alten Muttenzerkürvler die sich bewusst seit im " Neuen Joggeli" für einen Sitzplatz in der Kurve Entschieden haben? Diese Leute gehen seit Ewigkeiten an die Spiele des FCB. Es müssten die betroffenen direkt befragt werden. Die Leute die Ihren Platz verlieren. Wieso nicht Sportlich wider Top sein?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 21.02.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    YB als Vorbild

    Arme Basler. Bald haben wir das grösste Stadion. Ihr spielt dann in einem Flickwerk. Wir hatten auch mal eine unfähige Klub Führung, die haben wir zum teufel gejagt. Nehmt YB als Vorbild.

  • Werner Rohrbach am 21.02.2019 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bla, Bla

    Den kann man doch nicht ernst nehmen. Redet nur heisse Luft. Und ob seine Aussagen stimmen, bezweifle ich sehr.

  • Papa Bär am 21.02.2019 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    YB Meister YB!

    Wen interessiert dieser Durchschnittsverein? :D YB ist DIE Macht im Schweizer Fussball, alle anderen können WEINEN! Alle Kübel gehen nach Bern, merkt euch meine Worte! #Sporthauptstadt

  • Wau am 21.02.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komfort?

    Von Komfort-Verbesserung lese ich keine Silbe. Die Sitzplatzverhältnisse entsprechen gefühlte EasyJet Normen. Das wäre eine Qualitserhöhung.

  • Schorsch am 21.02.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Für einmal einverstanden

    Ich hatte es noch nie verstanden, weshalb die MK nicht als Steilwand gebaut wurde, für mich war das schon immer ein "Fehler" der Architekten! Die Plätze in der Galerie sind echt super Plätze (super Übersicht, viel besser als Haupttribüne) aber ich finde auch schon lange, dass das Station zu gross ist! Ein gut besetztes Stadion ist immer das bessere Erlebniss als ein halbleeres! Nimmt man nur die Zuschauer, welcher wirklich am Match sind, ist das Stadion leider oftmals halbleer!

    • Der rote Max am 21.02.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      Hoppla Schorsch

      Wann warst du das letzte Mal im Stadion ? Ich gehe fast an jedes Heimspiel und ich habe noch nie ein halbleeres Stadion gesehen

    einklappen einklappen