Millionen-Wahnsinn

10. September 2019 12:19; Akt: 10.09.2019 13:25 Print

Ödegaards Vater kassierte bei Real mehr als Zidane

von Eva Tedesco - 2015 verpflichtete Real Madrid das 16-jährige Talent Martin Ödegaard. Auch dessen Vater bekam einen Vertrag – einschliesslich Millionenprämie.

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Mit 15 Jahren debütierte er für die norwegische Nationalmannschaft. Er war der jüngste Spieler, der jemals in einem EM-Qualifikationsspiel auflief. Martin Ödegaard war schnell, hatte eine fantastische Ballbehandlung und sehr gute Übersicht. Messi war sein Vorbild und viele Experten trauten ihm eine ähnlich grosse Karriere zu. Wie das Football-Leaks-Team um «Spiegel»-Redaktor Rafael Buschmann nun offengelegt hat, ist Vater Ödegaard ebenfalls fürstlich entlöhnt worden. Am 22. Januar 2015 war der erste Schritt dazu perfekt. Martin Ödegaard unterschrieb einen Vertrag bei den Königlichen bis 2018. Die Madrilenen setzten sich damit im Werben um das 16-jährige Supertalent gegen mehrere andere europäische Topclubs durch. Die Bosse von Real Madrid liessen sich den Transfer einiges Kosten und das zeigt, wie das Geschäft mittlerweile auch die Jugendakademien in seinen Klauen hat, wie die Dokumente zeigen.

Zwei Berater, eine Steueroase

Ödegaard sollte das erste halbe Jahr in der U-19 von Real spielen. Der Fixlohn für den Teenager soll gemäss Vertrag bis Sommer 2016 stattliche zwei Millionen Euro brutto pro Jahr, in der dritten Saison 2,5 Millionen und in der vierten Saison dann drei Millionen Euro betragen haben.

Als Ablösesumme an seinen alten Club Strömsgodset soll Madrid zudem vier Millionen Euro plus vier Millionen Euro variable Prämien überwiesen haben. Das Honorar für Ödegaards Berater, einen Norweger und einen Italiener, machte eine weitere Million Euro aus. Sie soll auf das Konto einer Firma mit Adresse auf der Insel Guernsey im Ärmelkanal, die als Steueroase gilt, gegangen sein.

Das war aber längst nicht alles. Für den Transfer soll laut Football Leaks auch dessen Vater Hans Erik Ödegaard fürstlich entlöhnt worden sein. Der heute 45-Jährige folgte seinem Sohn nach Madrid und erhielt am selben Tag ebenfalls einen Vertrag bis 2018. Das Papier auf vier Seiten nennt sich «Professional Sports Employment Contract» und bedeutet nichts anderes, dass Ödegaard Senior als Juniorentrainer angestellt wurde.

Fragwürdige Kompensationszahlungen

Kurios ist neben dem Umstand, dass er kein Wort Spanisch sprach, der unverhältnismässig hohe Lohn für diesen Job: Neben einem Jahressalär von 100'000 Euro soll eine einmalige Bonuszahlung von 3 Millionen Euro im Arbeitsvertrag fixiert gewesen sein. Zahlbar 30 Tage nach Unterschrift. Mit umgerechnet 957'143 Euro Gehalt pro Saison war Ödegaards Vater sogar deutlich besser bezahlt als Zinédine Zidane, der zu diesem Zeitpunkt für rund 600'000 Euro im Jahr die U-23 trainierte.

Die Kompensationszahlung an den Vater habe demnach nicht nur Fragen in den Reihen von Real Madrid aufgeworfen, sondern auch eine vergebliche Nachfrage des norwegischen an den spanischen Fussballverband nach sich gezogen. Denn wie ebenfalls berichtet wird, liessen sich derartige Deals eher nicht mit den Fifa-Regularien für den Schutz von Minderjährigen vereinbaren. Durch solche zusätzlichen Abmachungen werden immer häufiger Transfers abgesichert. Es sei davon auszugehen, dass der Job schlicht eine weitere Honorarzahlung im Zuge des Transfers seines Sohnes war.

Weder Real Madrid noch Hans Erik Ödegaard reagierten auf Bitte um Stellungnahme, schrieb «Spiegel Online».

Ödegaards Vater verliess Real schliesslich im Sommer 2017, nachdem sich sein Sohn schon im Januar erst zum SC Heerenveen und danach zu Vitesse Arnheim ausleihen liess. Aktuell sammelt der heute 20-jährige Offensivspieler bei Real Sociedad San Sebastian (3 Spiele/1 Tor) Spielpraxis. Sein Vertrag bei den Königlichen wurde inzwischen bis 2023 verlängert.

Fussball

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr Spock am 10.09.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte ich auch gemacht

    Dass der Junge zu real geht ist ja wohl sein grosser Traum, also gezwungen wird er definitiv nicht. Ich als Vater oder Manager würde die Zitrone auch so gut wie möglich auspressen. Und damit meine ich den Verein... möge der vortreten, der die zusätzlichen 3 Millionen nicht auch noch genommen hätte...

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  • Klaus am 10.09.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verdingbueb...

    ...in der Neuzeit mit besseren Konditionen.

  • frankG. am 10.09.2019 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "MillionenSohn"

    Leider hab ich keine talentierte Fussball-Söhne. Ab sofort könnte ich mehrfacher Millionär sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick am 10.09.2019 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte eine gute Investition werden

    Der Sohn eines Kollegen wird bald 1 Jahr alt. Ich werde ihm zum Geburtstag einen Fussball schenken. Weihnachten bekommt er dann das passende Tor und dem Vater zeige ich, wie er den Rasen mähen muss. Real, fangt schon mal zu sparen an, wir kommen!

  • Franco am 10.09.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Liverpool Ersatzbank

    Unser Zauberzwerg ist doch auch ein ewiges überbezahltes Talent.

    • Brumm am 10.09.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franco

      Tja Franco, es sind noch ganz viele mehr, hast du schon mal an die gedacht die nicht mal auf der Bank sitzen? Aber Menschen mit begrenztem IQ fällt halt immer nur einer ein.

    • Carmen am 10.09.2019 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      Hat nix

      Der hat es weder in den Füßen noch im Kopf.

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  • 1893 am 10.09.2019 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so..

    da haben sich die Madrilenen ganz schön verzockt. Zig Millionen in den Sand gesetzt für einen Spieler der es nicht über das Mittelmass hinaus geschafft hat und es auch nicht schaffen wird. Doch wetten die lernen daraus nichts.....

    • H.Äseliböck am 10.09.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      ..abwarten...

      ...der ist noch keine 20 und spielt in einer topliga...

    • Larissa am 10.09.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      In England spielt die Musik

      Topliga? Kein einziger spanischer Verein im Champions League Finale.

    • Capital am 10.09.2019 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Larissa

      Hahahaha da sind mal zwei im Finale und wird von den besten geredet. Schnarchhhh

    • @Barça am 10.09.2019 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @1893

      Ich denke, das gleiche kann man auch vom Trainer (Zidane) sagen.

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  • Sensation.white am 10.09.2019 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist

    traurige Entwicklung die seid Jahren immer absurder wird

  • insider am 10.09.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das schnelle Geld

    Hätte er seine Karriere langfristig und vernünftig geplant, hätte er erst zu einem Verein wie z.B. Ajax Amsterdam oder Porto gewechselt. Da hätte er wachsen können. Nun ist er schon verbrannt und Talente wie Mbappe, Havertz, de Jong oder Sancho sind schon einiges weiter. Aber eben, eine Verletzung hätte ihn auch stoppen können, also sicher keine einfache Entscheidung. Obwohl er wahrscheinlich nirgends für ein Butterbrot hätte spielen müssen.