Schicksalsspiel in Genf

15. Oktober 2019 15:06; Akt: 15.10.2019 15:06 Print

Zuhause ist die Nati eine Macht

von Eva Tedesco - Das Duell gegen Irland ist für die Schweiz das vorgezogene Endspiel für die direkte EM-Qualifikation. Trotz Rückschlag in Dänemark – Genf ist ein guter Boden für die Nati.

Bildstrecke im Grossformat »
Nach der Rückkehr aus Dänemark bereitet sich die Nati in Genf auf das nächste Qualifikationsspiel vor. Dabei versucht man die 0:1-Pleite in Kopenhagen zu verarbeiten. Das Duell gegen Irland ist für die Schweiz schon das vorgezogene Endspiel für die direkte EM-Qualifikation. Die Nati ist Zuhause top. Das stimmt auch Goalie Yann Sommer zuversichtlich. «Auch gute Mannschaften müssen einmal durch schwierige Phasen», sagt die Nummer 1 der Schweiz. Die letzte Heimniederlage in einem Pflichtspiel ist fünf Jahre her: Am 8. September 2014 verlor die Schweiz in der EM-Qualifikation für Frankreich 2016 im St.-Jakob-Park gegen England 0:2. Seit 1901 Tagen ist Vladimir Petkovic im Amt. In bisher 57 Spielen kann er auf eine positive Bilanz zurückblicken, holte 1,81 Punkte pro Spiel im Schnitt und ist damit der erfolgreichste A-Teamtrainer in der SFV-Geschichte. Generell hat die Nati gute Erinnerungen an Genf. Seit 2007 trug die Schweizer A-Auswahl zehn Partien im Stade de Genève aus und holte fünf Siege und drei Unentschieden. Haris Seferovic (63 Länderspiele, 17 Tore) weiss, wie man im Stadion in Genf enge Spiele entscheidet. Im Juni 2013 schoss er gegen Zypern in letzter Minute den 1:0-Sieg und öffnet der Nati den Weg an die WM 2014 in Brasilien. Unterstützung erhielt die Nati am Montag durch ehemalige Nationalspieler. Die Kandidaten für die Uefa-Pro-Lizenz sind im Rahmen des Strategie-Moduls in Genf. Unter ihnen Nati-Rekordtorschütze Alex Frei (84 Länderspiele/42 Tore), der auf seinen ehemaligen FCB-Kollegen Granit Xhaka traf.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der späten 0:1-Niederlage letzten Samstag in Kopenhagen klammert sich die Nationalmannschaft und Trainer Vladimir Petkovic an das Gute. Petkovic: «Für mich ist das Glas immer halbvoll. Wir müssen auf dem Positiven aufbauen.» Das sind für den Nationaltrainer die positiven ersten 80 Minuten in Dänemark, in denen die Schweizer tonangebend waren und dem Gegner kaum Chancen zuliessen und die Statistik. Denn Zuhause ist die Nationalmannschaft top.

Umfrage
Wie spielt die Nati gegen Irland in Genf?

Sie hat seit über fünf Jahren auf heimischem Boden kein Pflichtspiel mehr verloren. Die letzte Heimniederlage datiert vom 8. September 2014. Die Schweiz unterlag in Basel in der Quali für die EM 2016 England 0:2. Seither ist das Team von Petkovic zu Hause in 14 Pflichtspielen (12 Siege und zwei Remis) ungeschlagen und weist das beachtliche Torverhältnis von 48:9 aus. Unter den Erfolgen finden sich spektakuläre Siege wie das 6:0 gegen Island, das 5:2 gegen Ungarn und vor allem das 5:2 gegen die Nummer 1 der Weltrangliste Belgien.

Gute Erinnerungen an Genf

Und obwohl Petkovic in den letzten sieben Partien im Kalenderjahr 2017 mit seinem Team nur zwei Spiele gewann (2:0 gegen Georgien und 4:0 gegen Gibraltar), kann der Schweizer Selektionär auf eine positive Bilanz zurückschauen. Der 57-jährige Tessiner, der nunmehr seit 1901 Tagen im Amt ist, kommt auf 1,81 Punkte pro Spiel (57 Spiele). In 27 Qualifikationsspielen errang Petkovic mit seiner Mannschaft 19 Siege und 3 Remis (58:20 Tore). Vier von fünf Niederlagen kassierte die Nationalmannschaft auswärts. In der Geschichte des SFV ist Petkovic damit der erfolgreichste Nationaltrainer vor Roy Hodgson (41 Spiele, 1,79 Punkte) und Ottmar Hitzfeld (61 Spiele, 1,77). Köbi Kuhn auf Rang 6, 73 Länderspiele lang Trainer der Schweizer, erspielte 1,56 Punkt im Schnitt.

Generell hat die Nati gute Erinnerungen an Genf. Seit 2007 trug die Schweizer A-Auswahl zehn Partien im Stade de Genève aus und holte fünf Siege und drei Unentschieden. Häufiger erfolgreich war man lediglich in Basel (18 Spiele, 9 Siege, 5 Remis, 4 Niederlagen) und in St. Gallen (10 Partien, 7 Siege, 2 Remis).

Der Mann für Spiele im Stade de Genève

Vor allem Haris Seferovic (63 Länderspiele, 17 Tore) weiss, wie man im Stadion in Genf enge Spiele entscheidet. Im Juni 2013 in der WM-Qualifikation lief die Schweiz für die Endrunde in Brasilien gegen Zyperns Abwehrmauer vergeblich an. Das Spiel in Genf schien 0:0 zu enden. Dann kam der heutige Benfica-Stürmer und schoss in der Nachspielzeit mit einem feinen Heber den Treffer zum 1:0-Sieg. Das Tor zur WM war aufgestossen. Und Seferovic war es auch, der vor knapp einem Jahr in Luzern mit drei Toren Belgien fast im Alleingang abschoss und die Schweizer damit in das Final-Four-Turnier letzten Sommer.

Das bedeutete gleichzeitig, dass dem Nationalteam im Fall einer Niederlage in Genf der Weg über die Nations League und die Option Play-off offenstünde. Aber wie sagte Petkovic: «Für mich ist das Glas immer halbvoll. Wir müssen auf dem Positiven aufbauen.» Sein Team kann in Genf beweisen, ob der Trainer sich zurecht ans positive klammert.

Fussball