Ex-FCB-Spieler

13. November 2019 16:41; Akt: 13.11.2019 17:33 Print

Abraham nach Rempler bis Ende Jahr gesperrt

Eintrachts Captain Abraham rennt Freiburgs Trainer Streich an der Seitenlinie um. Jetzt kommt die erwartet harte Strafe. Frankfurt wehrt sich.

Die Szene hat für viel Aufsehen gesorgt: Frankfurts David Abraham rempelt Christian Streich um, es folgen unschöne Szenen. (Video: sky sport)
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David Abraham und Freiburgs Trainer Christian Streich sehen sich nach der Attacke von Eintracht Frankfurts Captain vor dem DFB-Sportgericht wieder. Das Gremium hat den argentinischen Abwehrchef zwar für sieben Wochen gesperrt, doch der hessische Bundesligist legt Einspruch gegen das Urteil ein. Jetzt muss in der Zentrale des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) nachverhandelt werden – dabei ist Streich ohnehin schon «wahnsinnig» genervt von dem öffentlichen Interesse an dem Fall.

«Eintracht Frankfurt und der Spieler werden gegen diese Entscheidung Einspruch einlegen, um David Abraham die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen eines mündlichen Verhandlungstermins vor dem DFB-Sportgericht persönlich zu dem Geschehen in Freiburg zu äussern», teilte die Eintracht am Mittwoch mit.

Abraham war in der Nachspielzeit der Partie der Frankfurter am vergangenen Sonntag beim SC Freiburg des Feldes verwiesen worden, nachdem er Streich in dessen Coaching-Zone aus vollem Lauf zu Boden gecheckt hatte. Freiburgs Vincenzo Grifo wurde für drei Spiele gesperrt. Die Breisgauer legten gegen die Entscheidung des DFB Einspruch ein. Grifo war wie die komplette Bank der erbosten Breisgauer in der Szene aufgesprungen, hatte beim anschliessenden Getümmel Abraham ins Gesicht gegriffen und ebenfalls Rot von Schiedsrichter Felix Brych gesehen.

Lange Sperre plus happige Busse

Abrahams Sperre soll vom 10. November bis einschliesslich 29. Dezember laufen, demnach wäre die Hinrunde für ihn wie erwartet gelaufen. Zudem muss der 33-Jährige Verteidiger mit Basler Vergangenheit eine Geldstrafe in Höhe von 25 000 Euro zahlen. Der 54-jährige Streich war bei dem Vorfall unverletzt geblieben und hatte die Entschuldigung Abrahams angenommen. Noch am gleichen Abend twitterte die Social-Media-Abteilung der Eintracht ein Foto, auf dem sich Abraham und Grifo in der Kabine strahlend die Hand geben.

Streich hatte erst am Dienstagabend nach der schlagzeilenträchtigen Szene erneut zur Gelassenheit aufgerufen. «Wir müssen das einordnen und runterfahren», sagte der SC-Coach bei einer Veranstaltung der DFB-Kulturstiftung am Dienstagabend mit Schauspieler Matthias Brandt in Freiburg. Abraham sei «kein böser Mensch, er ist ein netter Kerl». Ausserdem sagte Streich, es «abartig», dass er erneut «in so einen Scheiss involviert» sei: «Aber es gibt gewisse Dinge, die sind unvermeidlich.»

Allerdings gilt Abraham nicht gerade als Unschuldslamm der Bundesliga. Im Dezember 2016 schlug er Hoffenheims Sandro Wagner den Ellbogen an den Kopf, kam aber ohne Karte und auch nachträgliche Sperre davon. Diesmal sprach das DFB-Sportgericht von einer «Tätlichkeit».

Rückendeckung von Adi Hütter

Den Rekord für eine Liga-Sperre hält der ehemalige Herthaner Lewan Kobiaschwili. Er verpasste dem Schiedsrichter 2012 nach dem Relegationsspiel der Berliner gegen Fortuna Düsseldorf im Spielertunnel einen Faustschlag an den Hinterkopf. Der Unparteiische erlitt ein Hämatom im Nackenbereich – Kobiaschwili wurde für siebeneinhalb Monate gesperrt.

Abraham hatte nach seiner Aktion viel öffentliche Kritik geerntet. Eintracht-Trainer Adi Hütter betonte Anfang der Woche jedoch: «David ist und bleibt unser Captain. Ich bin keiner, der jemanden fallen lässt, wenn er mal einen Fehler begeht.» Nach «Bild»-Informationen muss der Argentinier auch intern eine Geldstrafe in Höhe von 35 000 Euro bezahlen – zu Gunsten einer wohltätigen Einrichtung.

Fussball

(dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nail Strach am 13.11.2019 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Captain Frage

    Das ist der Unterschied zwischen Adi Hütte und Emerey von Arsenal. Er steht hinter seinem Captain trotz Fehlverhalten. Bravo

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  • auf der "Streich-Liste" am 13.11.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist Abraham

    Die Sperre ist anhand der Vorgeschichte und aufgrund der Tatsache, dass er dem "Rempler" nicht aus dem Weg ging, durchaus berechtigt. Wenn wir aber ehrlich sein wollen, ging Christian Streich dem "Ungemach" auch nicht wirklich aus dem Weg. Er hat bewusst einen Schritt in Richtung des anbrausenden Spielers gemacht. Das darf man ruhig sagen, obwohl ich Streich überaus schätze. Einer der coolsten/besten in der BuLi.

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  • Lea B. am 14.11.2019 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerecht

    Er war zwar auch schon bei meinem club, aber auch da hatte er sich manchmal nicht im griff. Ist leider wiederholungstäter. Und abraham bekommt nicht nur einfache rote karten, die meisten roten karten bei ihm waren einfach dämmlich

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lea B. am 14.11.2019 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerecht

    Er war zwar auch schon bei meinem club, aber auch da hatte er sich manchmal nicht im griff. Ist leider wiederholungstäter. Und abraham bekommt nicht nur einfache rote karten, die meisten roten karten bei ihm waren einfach dämmlich

  • Markus am 14.11.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    typisch Fussball

    Aber schon geil im Fussball, sogar die Trainer fallen genau gleich um wie die Spieler wenn man ihnen ankommt :-) Mal kurz hinlegen, warten, und erst dann wieder aufstehen. Strafe ist schon ok, aber der Trainer hat sich ja noch extra in die Schusslinie gestellt. Also auch nicht ganz unschuldig.

  • Bruno Höhener am 14.11.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gekonnte Theatereinlage

    Weg versperrt und eine eindrückliche Schau abgezogen. Dieser Trainer ist ein Vorbild für alle Spieler die ein Foul herausschinden wollen und eine Meisterleistung im Theaterspielen hinlegen. Ich bin kein Fan von Frankfurt aber habe genau hingeschaut. Bei dieser Gesichtsmaske kann man genau sehen, dass er diese Aktion kommen gesehen und ausgenutzt hat. Man müsste den Trainer bestrafen und nicht den Spieler. Alle die mal Fussball gespielt haben und ein bisschen Ehrgeizig sind, können verstehen, was hier abläuft. Es ist ungefähr das selbe, wenn die Balljungen den Ball nicht herausgeben.

    • Martin am 14.11.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      Sie können als die Emotionen vom Spieler verstehen, nicht aber jene vom Trainer? Ich finde allgemein wird dieses Szene überbewertet, beide haben ihren Beitrag geleistet, beide haben die Szene bereits längst abgehackt. Siehe Aussage von Streich: "Dann wurde es kurz hektisch." Er bat die Journalisten noch, "keine große Geschichte daraus zu machen". Dazu finde ich das Feedback von Abraham an Streich super: "Ich dachte, du bist ein bisschen stabiler"...keiner ist verletzt, also sollte man daraus jetzt kein Theater machen!!

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  • nik am 14.11.2019 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorbilder

    frag mich schon, sind das vorbilder für unsere jugend????

  • Mario am 14.11.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist keine Strafe!

    Die Strafe ist viel zu milde! Egal wer was gemacht hat, Feldspieler haben in der gegnerischen Trainerzone nichts zu suchen. Um den Ball zu holen sind dafür die Balljungen da. So wie er hinfiel, hätte er sich auch das Rückgrat brechen können. Verständlich, dass seine Spieler auf den Rempler losgingen.

    • Markus am 14.11.2019 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Strafe auch für TRainier

      Er hat sich mit absicht so hingelegt. Video nochmal schauen. hinlegen, liegenbleiben und warten bis die reaktion kommt und erst dann wieder aufstehen.

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