Nach dem Sieg

19. Juni 2011 20:34; Akt: 19.06.2011 20:46 Print

Adrian Mehmedi, der Super-Stürmer

von Sandro Campagno, Dänemark - Der Mann von der Uefa, der ihm den Pokal als «Man of the Match» überreichte, nannte ihn «Adrian Mehmedi». Noch ist Admir Mehmedi kein grosser Name im europäischen Fussball.

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Mit diesen Spielern tritt die die Schweiz an der U21-Europameisterschaft an.

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Zwei Tore trug der FCZ-Stürmer Admir Mehmedi zum 3:0 der Schweizer U21 gegen Weissrussland bei. Nach fünf Minuten verwertete er einen Elfmeter kalt wie eine Hundeschnauze und kurz vor der Pause traf er aus 16 Metern ganz genau in die tiefe, rechte Ecke – aus dem Stand und mit der Beiläufigkeit eines Goalgetters. «Natürlich hätte ich noch ein paar Schritte laufen können, aber ich dachte, ich versuche es einfach mal.» Admir Mehmedi ist kein Spektakelstürmer, aber er ist mit einer ausgezeichneten Schusstechnik gesegnet. Beim FCZ gilt er als neuer Almen Abdi, der vor seinem geräuschvollen Abgang in der Saison 2008/09 mit 19 Toren massgeblichen Anteil am Meistertitel hatte.

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Zehn Tore hat Mehmedi in der abgelaufenen Saison für den FC Zürich geschossen - ein respektabler Wert für einen Stürmer, der vor einem guten Jahr noch im Rufe stand, ein Chancentod zu sein. «Man darf nicht vergessen, dass ich bereits mit 17 Jahren in der 1. Mannschaft debütierte.» Ausserdem sei die Saison 2009/10, die der FCZ auf dem enttäuschenden siebten Platz beendete und die seinen zweifelhaften Ruf begründete, für ihn eine sehr schwierige Zeit gewesen, erinnert sich Mehmedi: «Wir hatten viele verletzungsbedingte Ausfälle. Als Stürmer stand ich in der Verantwortung und spürte einen grossen Druck.» Der heute 20-Jährige zerbrach nicht an diesen widrigen Umständen, sondern nutzte sie als Ansporn. «Ich habe hart an mir gearbeitet. Ich bin gereift in den vergangenen Jahren.»

Unter Urs Fischer gereift

Diese harte Arbeit hat auch mit Urs Fischer zu tun. Anders als sein Vorgänger Bernard Challandes setzt Fischer Video-Analysen ein, um im Einzelgespräch gezielt auf Defizite seiner Spieler einzugehen. Diese Einzelabreibungen beim bärbeissigen FCZ-Trainer sind selten angenehme Termine. «Urs Fischer ist sehr geradlinig und direkt. Am Anfang ist das für einen jungen Spieler ziemlich schwierig», sagt Mehmedi, der seinem Chef im Klub «eine tragende Rolle» zubilligt, dass er in den letzten zwölf Monaten beim FC Zürich den Durchbruch geschafft hat.

Sein Chef in der U21-Auswahl ist des Lobes voll. «Admir ist ein Super-Stürmer moderner Prägung. Einer, der nicht nur offensiv denkt, sondern auch defensiv arbeitet», sagt Pierluigi Tami. Natürlich könne er weitere Fortschritte machen, «aber er ist schon jetzt ein kompletter Stürmer». Und einer mit guten Nerven. Es war nämlich nicht abgesprochen, wer den Elfmeter schiessen sollte, den Innocent Emeghara im Spiel gegen Weissrussland nach nur fünf Minuten herausgeholt hatte. Mehmedi: «Wer sich sicher fühlt, der soll schiessen. Ich fühlte mich gut, also schnappte ich den Ball und schoss.»

Grosses Selbstvertrauen

Tami erklärt die eigentümliche Basis-Demokratie in der Schweizer U21 mit dem Ehrgeiz seiner Mannschaft: «Als ich die Spieler vor der EM fragte, wer Elfmeter schiessen wolle, schossen 20 Hände in die Höhe! Also haben wir beschlossen, dass der schiessen soll, der sich am besten fühlt.» Das ist auch ein Zeichen für das Vertrauen, das Tami seinen Spielern entgegenbringt: «Sie sind alle Profis und haben bewiesen, dass sie Entscheidungen treffen können.» Admir Mehmedi sei ein Beispiel dafür, dass seine jungen Spieler Verantwortung übernähmen. «A sangue freddo», mit kühlem Blut habe der 20-Jährige vollstreckt.

Das Selbstvertrauen, das der Sohn mazedonischer Einwanderer vom Elfmeterpunkt aus bewies, das zeigt er auch im Gespräch mit Journalisten. Am Mittwoch spielt die Schweiz um den Einzug in den EM-Final. «Wir sind nicht hierhergekommen, um ein bisschen mitzuspielen», sagt der Stürmer, der als Kind davon träumte, das Trikot der AC Milan zu tragen. Weitere Top-Leistungen an dieser EM-Endrunde können ihn diesem Traum ein Stückchen näher bringen. Vielleicht kennt dann auch der Mann von der Uefa seinen richtigen Namen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blerton I. am 19.06.2011 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Name falsch

    Wieso wird sein Name so viel mal falsch geschrieben er heisst Admir Mehmedi !

    einklappen einklappen
  • R. Meier am 20.06.2011 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache : GUT !

    Die Jungs und der ganze Staff sind super ! Wenn jetzt einige dieser jungen Spieler den Sprung in die 1. Mannschaft schaffen, sind wir 2014 in Brasilien mit Sicherheit im Halbfinal ! Jetzt ist Hr. Hitzfeld gefordert ! Unterstützen Sie die Jungs im Halbfinal, Herr Hitzfeld !

  • Bruno am 19.06.2011 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    World Champions!!

    es ist unglaublich was für top leistung unsere U21 im turnier zeigt und wie vorbildlich sie in sachen zusammenhalt sind, da können andere turnierteilnehmer ruhig eine scheibe davon abschneiden, ich bin mir sicher die meisten jungs werden den durchbruch schaffen und bei top clubs unter vertrag stehen. in drei jahren wird es keine seltenheit sein, dass schweizer spieler nur in den grössten top clubs wie z.b. Real, Barca, Manchester, Milan, Liverpool oder Bayern spielen! in sachen nachwuchsförderung wird uns niemand in den nächsten 10 jahren das wasser reichen können, ist leider tatsache!

Die neusten Leser-Kommentare

  • G.Müller am 20.06.2011 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gut aber nicht Weltklasse

    Die U21 Spieler sind Gut aber nicht Weltklasse. Siehe z.B. Balotelli (20) oder Lamela (19)... das sind Weltklassespieler, aber sicher nicht ein Shaqiri...

    • Geovanni Rigozzi am 20.06.2011 11:58 Report Diesen Beitrag melden

      Aber Klar

      Worin ist denn der Balotelli Weltklasse? Nur in Skandalen würde ich sagen

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  • R. Meier am 20.06.2011 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache : GUT !

    Die Jungs und der ganze Staff sind super ! Wenn jetzt einige dieser jungen Spieler den Sprung in die 1. Mannschaft schaffen, sind wir 2014 in Brasilien mit Sicherheit im Halbfinal ! Jetzt ist Hr. Hitzfeld gefordert ! Unterstützen Sie die Jungs im Halbfinal, Herr Hitzfeld !

  • Bruno am 19.06.2011 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    World Champions!!

    es ist unglaublich was für top leistung unsere U21 im turnier zeigt und wie vorbildlich sie in sachen zusammenhalt sind, da können andere turnierteilnehmer ruhig eine scheibe davon abschneiden, ich bin mir sicher die meisten jungs werden den durchbruch schaffen und bei top clubs unter vertrag stehen. in drei jahren wird es keine seltenheit sein, dass schweizer spieler nur in den grössten top clubs wie z.b. Real, Barca, Manchester, Milan, Liverpool oder Bayern spielen! in sachen nachwuchsförderung wird uns niemand in den nächsten 10 jahren das wasser reichen können, ist leider tatsache!

  • Blerton I. am 19.06.2011 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Name falsch

    Wieso wird sein Name so viel mal falsch geschrieben er heisst Admir Mehmedi !

    • phascal am 19.06.2011 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      Tiitel

      Meinst du im Titel? wenn ja, das ist so denke ich extra, lies mal die kurze einletung..

    • Oliver am 19.06.2011 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      Wer lesen kann...

      Wer lesen kann ist klar im Vorteil ;-) In diesem Beitrag wird genau darauf angesprochen! Übrigens liebe 20min Redaktion: Fabio Daprela spielt nicht mehr bei Westham United sondern bei Bresica Calcio in IT.

    • luli am 19.06.2011 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      shaKiri

      genau so wie shaqiri, shatschiri augesprochen wird und nicht shakiri

    • josh am 19.06.2011 22:34 Report Diesen Beitrag melden

      ääähm...

      Man sollte vielleicht zuerst mehr als den Titel lesen, bevor man hier einen Kommentar abgibt.

    • Faton Zuta am 19.06.2011 23:55 Report Diesen Beitrag melden

      Besser lesen...

      Lies den Text genau Blerton I. Dann begreifst du den Hintergrund...

    • Alex F. am 20.06.2011 07:14 Report Diesen Beitrag melden

      @ Luli

      Das C wird in der slawischen Sprache, als "tsch" ausgesprochen. Demzufolge spricht man Shaqiri tatsächlich mit Shakiri und nicht Shatschiri aus. Ansonsten müsste man seinen Namen mit "Shaciri" schreiben.

    • Lorik C. am 20.06.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

      @ Alex F.

      Shaqiri ist kein slawischer Name!! Xherdan S. is albanian, my friend. Infromier dich doch vorher.. ;) im albanischen ist Q = tsch.

    • OSY. am 20.06.2011 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      @ Alex F.

      Shaqiri ist aber nicht slavisch. Er ist aus dem Kosovo und Kosovoalbaner. Q wird auf albanisch "tsch" ausgesprochen. Immer diese besserwisser;)

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