Torlinien-Technologie

01. März 2011 09:24; Akt: 01.03.2011 14:46 Print

Alle Systeme fallen durch den Fifa-Test

von P. Toggweiler - Nach langer Verweigerungshaltung hat sich die Fifa doch noch bemüht, Torlinien-Systeme zu testen. Von den zehn Apparaten erreicht keiner die geforderte Genauigkeit.

So enervierte sich die BBC über den Fehlentscheid an den Weltmeisterschaften.
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Wenn sogar Fifa-Präsident Sepp Blatter höchstpersönlich ein Auge darauf wirft, dann muss es wichtig sein: Eine Woche lang testete die Empa im Auftrag des Weltfussballverbands auf dem Zürichberg zehn verschiedene technische Systeme, welche dem Schiedsrichter innerhalb von einer Sekunde mit einer Verlässlichkeit von 100 Prozent mitteilen sollten, ob der Ball nach einem Torschuss hinter der Linie lag oder nicht.

Nun ist diese Testphase zu Ende und die Ergebnisse wurden in einem Schlussbericht zusammengefasst. Wie Recherchen von 20 Minuten Online ergaben, konnte keines der zehn Systeme die Bedingungen der Fifa komplett erfüllen. Zwei der Systeme erreichten bei der Zuverlässigkeit immerhin 90 Prozent – die verlangten 100 wurden aber nicht erreicht. Die Übermittlung der Ergebnisse zum Schiedsrichter innerhalb einer Sekunde war für zwei Systeme zu viel verlangt. Alle anderen nahmen diese Hürde.

Knackpunkt scharfe Schüsse

Probleme bereiteten den Torlinien-Apparaten vor allem die Geschwindigkeit des Balles – das trotz Tempo deutlich unter 100 km/h getestet wurde. Bei einem Roberto-Carlos-Freistoss dürften die Schiri-Hilfen wohl endgültig versagen. Auch die Erfassung der Torlinie klappte nicht bei allen Systemen reibungslos.

Es liegt nun am International Football Association Board (IFAB), die Resultate der Empa-Tests zu interpretieren. Die IFAB will sich der Sache am 5. März in Süd-Wales an einer Tagung annehmen. Es ist als einziges Gremium befugt, Regel-Änderungen im Fussball zu beschliessen. Es setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen: Vier Vertreter stellt die Fifa, je einer kommt aus den Traditionsverbänden England, Schottland, Wales und Nordirland.

Im Vorfeld hatte sich auch die Firma Hawk-Eye Innovations interessiert, ein Torlinien-Prüfsystem vorzulegen. Der Hersteller, bekannt für das berühmt-berüchtigte Hawk-Eye im Tennis, zog sich aber freiwillig wieder zurück.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der hamburger am 02.03.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    die alten herren der fifa

    offensichtlich kennt niemand bei der fifa - oder will es nicht zu kenntniss nehmen - das es hochgeschwindigleitskameras gibt. die einfachste macht lt. wikipedia 360 bilder pro sekunde. das sind umgerechnet auf einen ball mit 100km/h alle 5cm ein bild. das sollte mehr als ausreichend seine

  • Lee Riedweg am 01.03.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera

    Ich schaue regelmässig Fussball und solche entscheide,Tor oder kein Tor, stören mich. Eigentlich könnte der Schiri kurz auf einen Bildschirm gucken und bamm man wüsste es. Und wie lange würde sowas dauern? Weniger als 2 Minuten. Also das nehme ich dafür gerne in Kauf

  • YS am 01.03.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kamera muss her...

    Kameras oder spezielle Schieris auf der Linie würden helfen. Einge Genauigkeit von 100% kriegt man nur so hin. Dauert halt vielleicht länger als 1 Sekunde, jedoch auch 20 Sekunden sind doch kein Problem. Soll doch einfach ein weiterer Schieri an einem Monitor gucken und Goal oder No-Goal durchgeben. Ganz einfach.

Die neusten Leser-Kommentare

  • der hamburger am 02.03.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    die alten herren der fifa

    offensichtlich kennt niemand bei der fifa - oder will es nicht zu kenntniss nehmen - das es hochgeschwindigleitskameras gibt. die einfachste macht lt. wikipedia 360 bilder pro sekunde. das sind umgerechnet auf einen ball mit 100km/h alle 5cm ein bild. das sollte mehr als ausreichend seine

  • Dave am 01.03.2011 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    100% Lösung???

    Man kann die Messlatte auch so hoch schrauben, dass die Resultate gar nie erreicht werden können. Selbst bei einer Operation die "immer" gelingt, bleibt ein minimal kleiner Restrisiko. Eine 100% Lösung wird nie erreicht, ergo wird die Fifa diese Problemchen nun wieder ad acta legen mit der Begründung man habe es ja versucht.

  • Sandro Br am 01.03.2011 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis

    Warum muss die FIFA immer wieder das Rad neu erfinden? Videobeweis wie im Hockey, dann werden halt die Spiele ein bisschen länger aber man hat einen fairen Entscheid, oder man setzt einfach ein Paar Linienrichter links und rechts vom Tor hin!

  • Platter Blatter am 01.03.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Physik kann man nicht bestechen

    Wollen die uns verarschen? Beim Eishockey mit einem kleinen Puck und höheren Geschwindigkeiten funktioniert es und hier bei einem riesen "Bölle" nicht? Für wie dumm will uns die FIFA verkaufen?

  • dida am 01.03.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis

    ich hab mich noch nie so sehr über die schirientscheide aufgeregt, wie an der letzten wm...!! war teils haarsträubend! ein videobeweis muss her, ist in anderen sportarten gemacht worden (z.b. tennis..)