Frauenfussball

03. Mai 2019 19:25; Akt: 03.05.2019 21:26 Print

Als würde Messi nicht an die WM fahren wollen

Die beste Fussballerin der Welt fehlt bei der Weltmeisterschaft in Frankreich. Ada Hegerberg will nicht mehr für Norwegen spielen.

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Stellen Sie sich das mal vor: eine Weltmeisterschaft ohne Lionel Messi. Oder Cristiano Ronaldo. Da würde irgendetwas fehlen. Auch wenn die beiden bei der WM in Russland ja nicht wirklich weit kamen. Trotzdem: ein undenkbares Szenario.

Bei den Frauen jedoch Tatsache. Da wird Ada Hegerberg, die beste Fussballerin des Planeten, fehlen. Obwohl ihr Land Norwegen sich für das Turnier, das am 7. Juni startet und am 7. Juli endet, qualifiziert hat. Die Skandinavierinnen treffen da auf Gastgeber Frankreich, Südkorea und Nigeria. Hegerberg steht nicht im Aufgebot, das am Donnerstag bekannt gegeben wurde.

Dass Hegerberg, die Stürmerin, die in dieser Saison für Lyon in 27 Spielen23 Tore schoss und 12 weitere vorbereitete, fehlt, hat keine sportlichen Gründe. Auf ihre Tore würde schliesslich kein Trainer freiwillig verzichten. Bereits 2017 trat die aktuelle Weltfussballerin aus dem norwegischen Nationalteam zurück. Es war ein in ihren Augen verlorener Kampf um mehr Anerkennung, der sie zu diesem Schritt bewog.

Streit mit dem Verband

Nachdem Norwegen nämlich bei der Europameisterschaft 2017 ausschied, war Hegerberg enttäuscht. Darüber, dass sie mit ihrem Team nicht weitergekommen war. Vor allem aber auch darüber, dass dem Frauenfussball in ihrem Land zu wenig Respekt entgegengebracht wurde. «Fussball ist der beliebteste Sport in Norwegen und das schon seit Jahren», sagte sie damals im «Guardian». «Aber gleichzeitig haben Mädchen nicht die gleichen Chancen wie die Jungen.»

Die heute 23-Jährige beklagte sich aber auch über das Niveau im Nationalteam. «Ich fühlte jeweils, dass ich da eine schlechtere Spielerin wurde», sagte sie, was bei ihren Teamkolleginnen nicht sehr gut ankam. Auch dass der Verband drei Monate nach dem schwachen Abschneiden an der EM die Prämien der Frauen auf das gleiche Niveau der Männer-Nationalmannschaft anhob, änderte nichts: Das Band war zerschnitten.

Es war also zu erwarten, dass Hegerberg an der WM in Frankreich fehlen würde. Mit dem Aufgebot hat Norwegen nun die bittere Gewissheit, dass die beste Fussballerin der Welt zwar eine der ihren ist, aber sie das Land nicht an der WM vertreten wird. Der Trainer der Norwegerinnen, der Schwede Martin Sjögren, sagt zu seinem Aufgebot: «Wir haben versucht, es zu lösen, aber sie hat sich dazu entschieden, nicht zu spielen.»

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(mro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pater007 am 03.05.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie will es so

    Ok sie macht nicht mit. Und jetzt?! Dazu gehört Wille und Charakter - also Respekt!

  • Cherokee am 04.05.2019 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochnäsig

    Wenn man (Frau) die Nase zu weit oben hat (das National Team spielt ihr nicht auf ihrem Niveau), kann solches eben passieren. Pro-Punkt: sie ist wenigstens konsequent.

  • Domenico am 03.05.2019 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich hinkt

    Diese zweifelsohne sehr gute Fussballerin mit Messi/Ronaldo zu vergleichen ist nicht opportun. Siehe zB Werbeverträge und diese wiederspiegeln den Markt. Weitere Diskussion ist müssig

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ole G. Danielsson am 04.05.2019 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Leidensgenosse

    Genau aus dem Grund bin ich nie zur WM gefahren. Die andern waren zu schlecht für mich. Spass beiseite. Dann geht sie eben nicht. Die Welt wird es überleben.

  • Mark am 04.05.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und nun?

    Dann geht eine Andere. Halb so tragisch.

  • Rafa B. am 04.05.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Augenauf

    Ich bin auch für Gleichberetigung aber in einem gesunden Maas. Wie soll eine Frauenfussballerin soviel verdienen wie ein Messi oder Ronaldo, wenn im Frauenfussball nie ein so hoher Umsatz und Gewinn generiert wird. BLEIBT MAL REALISTISCH

  • Marco Weber am 04.05.2019 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre witzig

    zu sehen, was passieren würde, wenn dies im Männer Fussball zum Thema würde. Die Sponsoren würden im Kreis springen. Gäbe wohl noch einen internationalen Krisen-Gipfel und die Staatsoberhäupter würden sich via Medien auch noch einschalten.

  • Lionel Messi am 04.05.2019 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitzenfussball

    Na,na Frauenfussball gleich auf die Stufe eines Messi zu bewerten ist von sehr weit her geholt,wenn jemand schon mal ein Spiel gesehen hat.....trostloses gekicke gegen einen Ball nach dem Zufallsprinziep. Habe fertig!!!