Uefa-Financial-Fairplay

29. August 2012 07:23; Akt: 29.08.2012 10:13 Print

Bald ist Schluss mit Millionentransfers

von A. Stäuble - Eine Handvoll Fussballklubs ist im Kaufrausch – obwohl die Uefa bald hart gegen Schuldensünder vorgehen will. Werden ManU, Chelsea und PSG von der Champions League ausgeschlossen?

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Gastón Ramirez (21, URU) von Bologna zu Southampton für 15,2 Millionen Euro. Shinji Kagawa (23, JPN) von Dortmund zu Manchester United für 16 Millionen Euro. Marco Reus (Mitte, 23, GER) von Mönchengladbach zu Dortmund für 17,1 Millionen Euro. Lacina Traoré (r., 22, CIV) von Kuban Krasnodar zu Anzhi Makhachkala für 18 Millionen Euro. Moussa Dembélé (BEL) von Fulham zu Tottenham für 19 Millionen Euro. Joe Allen (l., 22, WAL) von Swansea zu Liverpool für 19 Millionen Euro. Santi Cazorla (27, ESP) von Malaga zu Arsenal für 19 Millionen Euro. Alex Song (Mitte, 24, CMR) von Arsenal zu Barcelona für 19 Millionen Euro. Javi Garcia (Mitte, 25, SPA) von Benfica Lissabon zu Manchester City für 20,2 Millionen Euro. Zlatan Ibrahimovic (30, SWE) von der AC Milan zu Paris Saint-Germain für 21 Millionen Euro. Ezequiel Lavezzi (27, ARG) von Napoli zu Paris Saint-Germain für 26 Millionen Euro. Luka Modric (26, CRO) von Tottenham zu Real Madrid für 30 Millionen Euro. Robin van Persie (29, NED) von Arsenal zu Manchester United für 30,7 Millionen Euro. Oscar (l., 20, BRA) von Internacional Porto Alegre zu Chelsea für 32 Millionen Euro. Javi Martinez (23, SPA) Für 40 Millionen Euro von Bilbao zum FC Bayern München. Alex Witsel (23, BEL) von Benfica Lissabon zu Zenit St. Petersburg für 40 Millionen Euro. Lucas Moura (r., 20, BRA) von Sao Paulo zu Paris Saint-Germain für 40 Millionen Euro. Eden Hazard (r., 21, BEL) von Lille zu Chelsea für 40 Millionen Euro. Thiago Silva (27, BRA) von der AC Milan zu Paris Saint-Germain für 42 Millionen Euro. Hulk (26, BRA) von Porto zu Zenit St. Petersburg für 55 Millionen Franken.

Die teuersten Transfers des Sommers.

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Weltweit wechseln Spieler auch diesen Sommer für Unsummen den Verein. In Europa sind die Ausgaben astronomisch. Auch in diesem Sommer sind die Verluste aus den getätigten Transfers bei den Topklubs horrend.

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Paris Saint-Germain hat alleine diesen Sommer 140 Millionen Euro in neue Spieler investiert – weltweiter Rekord, und noch dauert die Transferperiode bis zum 31. August. In der Premier League sind es gleich mehrere Vereine, die für eine schlechte Balance in Sachen Transfers sorgen: Manchester United ist mit 53 Millionen Euro im Minus oder Liverpool mit 41. Absoluter Spitzenreiter ist Chelsea mit 97 Millionen Euro. Problematisch sind nicht nur die Ablösesummen. Bei der Mehrzahl der europäischen Vereine sind bereits die Spielerlöhne höher als die Einnahmen.

Maximaler Verlust von 45 Mio.

Die Uefa hat vor geraumer Zeit einen Plan ausgetüftelt, mit dem die hohen Schulden im europäischen Klubfussball bekämpft werden können. Bald sollen die Klubs nur noch so viel Geld ausgeben, wie sie generieren. Die Klubs waren damit einverstanden.

Bereits im kommenden Sommer sollen die neuen Finanzregeln, das Financial Fairplay, greifen. Dann beginnt eine Zweijahresfrist, in der jeder Klub, der 2013/14 in der Champions League oder Europa League starten will, im operativen Geschäft einen maximalen Verlust von 45 Millionen Euro machen darf – und von da an Jahr für Jahr weniger, bis er bei plus/minus Null ist. Das Defizit darf mit privaten Geldern oder Investoren ausgeglichen werden, wenn es weniger als 45 Millionen Euro beträgt. Das ist der Plan.

Italien und Spanien kaufen gesünder ein

Ein Jahr vor Einführung des Financial Fairplay sollten sich die Klubs dringend darüber Gedanken machen. Aufgrund der hohen Transferkosten bewegen sich einige Spitzenklubs auf ganz dünnem Eis. Allen voran Paris Saint-Germain. Wegen des Kaufwahns in der Hauptstadt beläuft sich die Differenz zwischen Transferausgaben und -einnahmen innerhalb der gesamten Ligue 1 auf -71 750 000 Euro. Gemäss «Transfermarkt.de» ergibt das einen Gesamtschuldenberg von 227 005 000 Euro.

Wesentlich gesünder kaufen die Klubs in diesem Sommer in Italien und Spanien ein. Die Serie A steht mit nur vier Millionen in der Kreide, Spanien sogar nur mit drei, was einem absoluten Spitzenwert in Europas Topligen entspricht.

An der Nase nehmen muss sich die Bundesliga mit -53,9 Millionen Euro. Dort hat allen voran der FC Bayern München die Negativbilanz zu verantworten (-29,8 Mio). Da der Betrag aber deutlich unter der 45-Mio-Marke liegt, muss der deutsche Rekordmeister nichts befürchten. Kritisch dürfte es werden, wenn der Wechsel von Javi Martinez noch zustande kommt.

Strafenkatalog steht – niemand weiss, was drin steht

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mahnt die Uefa, das Financial Fairplay strenger zu überwachen. «Gerüchteweise hört man, dass Paris Saint-Germain wohl in diesem Sommer einen internationalen Verlust-Rekord aufstellt», so Rummenigge gemäss dem «Handelsblatt».

Selbst wenn die Klubs erst ab nächstem Jahr bestraft werden dürfen, der Strafenkatalog der Uefa existiert bereits – nur wurden die Vereine leider noch nicht darüber informiert. «Es kann Geldstrafen, Transfersperren und eine Lizenzverweigerung für internationale Wettbewerbe geben. Der Strafenkatalog ist entwickelt, aber noch nicht an die Vereine weitergereicht worden. Das wundert mich sehr», so Rummenigge, der auch Chef der Vereinigung der europäischen Top-Klubs ist.

ManU, Chelsea und PSG dürften nicht mittun

Noch ist fraglich, ob das Financial Fairplay der Uefa wirklich funktionieren wird. Die Wege der Millionen werden immer verschlungener. Das weiss auch Rummenigge: «Es wurde uns mal versichert, dass man das Financial Fairplay seriös angeht und so umsetzt, dass keine Tricksereien erlaubt sind, keine Hintertürchen geöffnet werden. Jetzt ist die Uefa gefragt, da auch genau hinzuschauen.»

Die Uefa dürfte künftig allerhand zu tun haben – und auf dem Transfermarkt wird es bald gemächlicher und weit unspektakulärer zu und her gehen als im Moment. Wäre das Financial Fairplay schon in Kraft, dürften in der kommenden Saison mit Manchester United, Chelsea und PSG gleich drei Spitzenklubs nicht an der Champions League teilnehmen. Noch haben diese Klubs aber ein Jahr Zeit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg Zumkehr am 29.08.2012 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arsenal im minus?

    Ich bezweifle, dass arsenal ein transferminus von 40 mio. Aufweist -- sie haben die besten spieler van persie und song verkauft und auch walcott duerfte noch gehen. Da ist auch nach den investitionen in gazorla, giroud, M'vila (?) ein plus vorhanden....

  • Seppli Brief am 29.08.2012 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fairplay wo?

    rummenigge soll mal ruhig sein - bayern ist a sehr heilig, martinez mit 40 mio lässt grüssen. der unterschied zwischen PSG, mancity und chelsea auf der einen und MANUNITED ( raffts mal endlich) ist, dass bei den drei erstgenannten der Besitzer das Loch stopft, während Glazer die United ausbluten lässt. Wo ist denn hier bitteschön Fairplay?

  • Zsolt F. am 29.08.2012 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Manchester United / ManUtd NICHT ManU

    Anliegen an 20min: Bitte lasst das ManU schreiben... Ich als langjähriger Manchester United Fan, finde das einfach nur bedauerlich, solche Sachen zu lesen. Trotz diversen Reklamationen und Bitten der User hier, wird immer wieder ManU geschrieben... ManUtd gibt nicht viel mehr zu tun!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maximilian Meier am 29.08.2012 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesliga ist die gesündeste Liga

    Bayern München und die Bundesliga sind Vorbilder für den Fussball. Gute Nachwuchsarbeit, volle Stadien und wenige überteuerte Einkäufe (ausser Martinez vielleicht). Barcelona und Real Madrid sitzen auf einem riesigen Schuldenberg, dazu wurde den Spanischen Vereinen Steuerschulden in Milliardenhöhe erlassen obschon Spanien im Schuldensumpf steckt. Laut einer Liste von ESPN Zahlt Barcelona die höchsten Löne im Profisport.

  • Seppli Brief am 29.08.2012 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fairplay wo?

    rummenigge soll mal ruhig sein - bayern ist a sehr heilig, martinez mit 40 mio lässt grüssen. der unterschied zwischen PSG, mancity und chelsea auf der einen und MANUNITED ( raffts mal endlich) ist, dass bei den drei erstgenannten der Besitzer das Loch stopft, während Glazer die United ausbluten lässt. Wo ist denn hier bitteschön Fairplay?

  • Phil Berger am 29.08.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Einnahmen

    Die Clubs stehen bestimmt nicht soviel im Minus, wie sie für die Transfers ausgeben. Bayern ist seit Jahren in den schwarzen Zahlen. Mit Champions League, Zuschauereinnahmen und vor allem auch Fanartikelverkäufen wird sehr viel Geld gemacht. Man sollte immer auch die Gegenseite betrachten. Ich wette, Real Madrid hat mitlerweile schon viel Geld verdient mit Christiano Ronaldo; er schoss sie in die CL, die Meisterschaft und all die Trikots von ihm, die verkauft werden...

    • Dominik am 30.08.2012 00:40 Report Diesen Beitrag melden

      habe 3 CR7 shirts

      Cristiano Ronaldo wird so geschrieben ohne h !!!!

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  • Hans am 29.08.2012 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Najaaa

    Dieses Financial Fairplay kann aber meiner Meinung nach ziemlich easy ausgehebelt werden. Vor allem von den Scheichs. Beispiel ManCity: Sponsor von denen ist Etihad Airways. Und wem gehört diese Linie? Richtig, der Familie des Inhabers von ManCity. Somit könnte der einfach die Sponsorengelder erhöhen um das Fairplay aufrecht zu erhalten. Was hat das mit fair zu tun?

  • clochard am 29.08.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Fairplay Rule auch für Funktionäre?

    Uefa Fairplay Rule... eine gute Idee eigentlich. Aber ich wäre auch dafür das man die Fairplay Rule in der Teppichetage der UEFA und FIFA anwendet.