Routinekontrolle

18. März 2011 15:15; Akt: 18.03.2011 15:40 Print

Barça-Kicker beim Doping-Test

Kaum war der Dopingvorwurf Real Madrids gegen Barcelona publik, standen schon die Kontrolleure bei den Katalanen auf der Matte und testeten zehn Spieler, unter ihnen Lionel Messi.

Bildstrecke im Grossformat »
Lionel Messi schiesst Tore am Laufmeter und gilt momentan als der beste Fussballer der Welt. Schon früh wurde sein ausserordentliches Talent festgestellt. Mit 12 Jahren debütierte er in der ersten Mannschaft der Newell's Old Boys in Argentinien. Als Messi 13 Jahre alt war, wanderte er mit seinen Eltern und drei Geschwistern nach Barcelona aus, wo er trotz seiner Kleinwüchsigkeit (er war damals erst 1,40 Meter gross) die Talentschmiede von Barça durchlief. Messi wurde ab 2000 in der Jugendmannschaft des FC Barcelona eingesetzt. In seinem ersten Spiel schoss er fünf Tore, in seiner ersten Saison erzielte er in 30 Spielen 35 Treffer. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab der «Floh» im Oktober 2004. In dieser Saison holten die Katalanen den Titel und Messi ging als jüngster Barça-Torschütze in die Geschichte ein. International machte Messi bei der U20-WM 2005 zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Er holte den goldenen Schuh als bester Torschütze... ... und feierte mit Argentinien auch noch den Titel. Bei Barça verlängerte der Superdribbler seinen Vertrag vorzeitig bis 2014. Messi beim Handshake mit Joan Laporta im Jahr 2005. Der Stürmer erhielt ausserdem die spanische Staatsbürgerschaft, so dass er nicht mehr zum Ausländerkontingent zählte. Sportlich ging der Höhenflug zumindest auf Klubebene weiter. Mit Barça gewann er 2006 die Champions League und verteidigte den spanischen Meistertitel. Bei der WM 2006 konnte Messi keine Akzente setzen. Er kam allerdings auch nur auf drei Kurzeinsätze. Beim Viertelfinal-Aus gegen Deutschland durfte er überhaupt nicht spielen. Messi wurde schon früh mit der argentinischen Fussball-Legende Diego Maradona verglichen. Nicht zu unerecht, wie sich zeigen sollte. Gegen Getafe zeigte der 1,69-Meter-Mann 2007 einen Sololauf, der bis aufs Haar Maradonas Jahrhundert-Tor von 1986 gegen England glich. Nur wenige Tage später schlug Messi erneut im Stile Maradonas zu. Gegen Stadtrivale Espanyol packte er die neue «Hand Gottes» aus. Mit der Nationalmannschaft kam Messi weiterhin nicht auf Touren. Bei der Copa America 2007 verlor die Albiceleste im Final gegen Brasilien mit 0:3. Immerhin wurde er vor Cristiano Ronaldo zum Fifa Player des Jahres gewählt. Bei den Olympischen Spielen endlich der Erfolg mit dem Nationalteam: Messi führte Argentinien zum Titel beim U23-Turnier 2008 in Peking. Im Final gewann Argentinien gegen Nigeria mit 1:0, eine Runde früher wurde Brasilien mit Ronaldinho ausgeschaltet. Erfahrungen mit Messi machte auch der FC Basel: In der Champions-League-Gruppenphase 2008/09 schoss Messi bei der 0:5-Heimpleite der Basler den ersten Treffer. Auch im Heimspiel traf der Barça-Stürmer. Barça kämpfte sich schliesslich bis in den Final vor. In der 70. Minute traf Messi gegen Manchester United per Kopf zum 2:0. Es war die Entscheidung. Zum zweiten Mal durfte der Argentinier den Pokal in die Höhe stemmen. Auch in der Meisterschaft schwang Barça nach zwei Jahren Pause wieder obenauf. Im September 2009 verlängerte Messi seinen Vertrag bei den Katalanen bis 2016. Die festgesetzte Ablösesumme wurde von 150 auf 250 Millionen Euro angehoben und mit einem Jahreseinkommen von knapp 33 Millionen Euro wurde er zum Topverdiener unter den Fussballprofis. Zu Beginn des neuen Jahres wurde Messi zum ersten Mal zum Weltfussballer gewählt. Mit Barça holte sich der Starstürmer ausserdem die Klub-WM. Im Frühling 2010 durfte Messi mit Barcelona den nächsten Meistertitel feiern. Erstmals holte sich der Argentinier auch die Trophäe des «Pichichi», des besten Torschützen der Primera Division. Bei der WM sollte Messi zusammen mit Coach Maradona Argentinien den ersten Titel seit 1986 bescheren. Doch wieder enttäuschte Messi im Nationaltrikot. Im Viertelfinal gegen Deutschland war Endstation. Danach gönnte sich der Superstar eine Tage Strandurlaub mit seiner Freundin Antonella Roccuzzo. Die Paparazzi folgten die beiden aber auf Schritt und Tritt. Das Bild täuscht: Von schweren Verletzungen blieb Messi bislang weitestgehend verschont. Die nächste Auszeichnung: Im Herbst 2010 erhielt Messi den goldenen Schuh für Europas besten Torschützen der Saison 2009/10. Und trotz der enttäuschenden Leistungen bei der WM wurde Messi auch 2010 vor den Weltmeistern Xavi und Andrés Iniesta zum Weltfussballer gewählt. Die Diskussion, wer der beste Fussballer der Welt ist, bleibt immer aktuell. Die Fans schwanken meist zwischen Messi und Cristiano Ronaldo. Messi ist «wie eine Schlange», Ronaldo «pure Kraft», erklärte Casillas-Freundin Sara Carbonero einmal den Unterschied zwischen den beiden. Die Copa Del Rey musste Messi 2011 im Final Real Madrid überlassen. Dafür räumte er mit Barcelona in der Liga ab. Und in einem begeisternden Finalspiel gegen Manchester United holte der Argentinier die Champions League 2011. Die Enttäuschung im Sommer 2011: Messi und Argentinien scheiden bei der Copa America im eigenen Land im Viertelfinale aus. Nach dem zweiten Gruppenspiel wurde Messi gnadenlos ausgepfiffen. Am 28. September 2011 schoss Lionel Messi in der Champions League beim 5:0-Sieg von Barcelona gegen Bate Borisov zwei Tore. Damit hat er für Barça mittlerweile 194 Treffer erzielt und in der klubinternen Skorerliste zum Zweitplatzierten Ungaren Ladislao Kubala aufgeschlossen. Den Rekord hält Cesar Rodriguez mit 232 Treffern. Mit Barça wird der Argentinier im Dezember 2011 wieder Klub-Weltmeister. Am 9. Januar 2012 erhält Lionel Messi zum dritten Mal in Folge den «Ballon d'Or» der Fifa für den besten Fussballer der Welt. Beim 7:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen im Hinspiel des CL-Achtelfinals erzielt der Argentinier am 7. März 2012 als erster Kicker überhaupt fünf Tore in einem Champions-League-Spiel. Am 20. März 2012 übertrifft Messi den Rekordtorschützen Barcelonas. Der legendäre Cesar hatte 232-mal getroffen - Messi erzielt gegen Granada seine Klubtreffer 232 bis 234. Messi stellt einen weiteren Rekord ein. Der Floh ist dank seinen zwei Toren beim 3:1-Sieg im Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Milan bei 14 Toren im Champions-League-Wettbewerb angelangt. Letztmals hatte der Brasilianer José Altafini in den Jahren 1962/63 so oft getroffen. Im Juni 2012 verkündet Messi, dass er zum ersten Mal Vater wird. Seine Freundin Antonella (r., hier bei der Hochzeit von Andres Iniesta) sei schwanger. Im Oktober soll es soweit sein. Für einmal ohne Fussballtrikot: Lionel Messi wurde am zum ersten Mal Vater. Das erste Bild vom glücklichen Papa postete der Frauenarzt direkt aus dem Kreissaal. Messis Freundin Antonella Roccuzzo hatte um 17.15 Uhr Ihr Sohn Thiago in einer Klinik in Barcelona zur Welt gebracht. Am 5. Dezember 2012 könnte Messi den Torrekord von Gerd Müller mit 85 Toren in einem Jahr brechen. Doch Messi trifft in der Champions League gegen Benfica Lissabon nicht, sondern muss kurz vor Schluss verletzt vom Platz. Am 9. Dezember 2012 erzielt Lionel Messi gegen Betis Sevilla zwei Tore und bricht damit den Rekord von Gerd Müller aus dem Jahr 1972 von 85 Treffern in einem Kalenderjahr. Messi steht jetzt bei 86 Toren. Die Verletzung vom Spiel gegen Benfica ist glücklicherweise nicht so schlimm, wie zuerst angenommen. Am 7. Januar 2013 erhält Lionel Messi zum vierten Mal in Serie den Ballon d'Or, die Auszeichnung für den Weltfussballer des Jahres. Das hat vor ihm noch keiner geschafft. Eine weitere Finalniederlage für Messi. Der Superstar verliert am 13. Juli 2014 mit Argentinien den WM-Final gegen Deutschland 0:1 nach Verlängerung. Am 22. November 2014 krönt sich Messi zum Rekordtorschützen der Primera Division. Er schiesst beim 5:1-Sieg von Barcelona gegen Sevilla seine Ligatore 251 bis 253 und überholt damit Telmo Zarraonaindia, der die Bestmarke seit 1955 innehatte. Eine Handvoll Mal Weltfussballer. An der Fifa-Gala in Zürich wird Lionel Messi zum fünften Mal als bester Fussballer ausgezeichnet. Messi gewinnt am 6. Juni 2015 mit Barcelona zum vierten Mal die Champions League. Zudem feiert der Superstar im gleichen Jahr vier weitere Vereinstitel. Am 11. September 2015 freut sich Messi über die Geburt seines zweiten Sohnes Mateo. Im Oktober 2015 entscheidet ein Ermittlungsrichter, dass Lionel Messi und sein Vater wegen Steuerhinterziehung angeklagt werden. Für die Jahre 2007 bis 2009 sollen die beiden 4,1 Millionen an Steuern nicht abgeführt haben, die für Einnahmen aus Bildrechten angefallen waren. Dazu sollen sie Briefkastenfirmen in den Steueroasen Belize und Uruguay eingerichtet haben. Im Sommer 2016 zeigt sich Messi mit neuer Haarfarbe. Blond ist jetzt in und auch seine Tattoos nehmen zu. Messi verliert mit Argentinien am 26. Juni 2016 den Final der Copa America gegen Chile im Penaltyschiessen. Er selbst scheitert vom Punkt und gibt danach seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. Am 12. August 2016 gibt er den Rücktritt vom Rücktritt und spielt wieder für Argentinien. Im Juli endet Messis Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Der Fussballer wird zu 21 Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe in Höhe von 3,7 Millionen Euro verurteilt.

Die Karriere von Lionel Messi.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der spanische Radiosender «Cadena COPE» brachte am Sonntag den Stein ins Rollen. Real Madrid wolle beim spanischen Fussballverband schärfere Kontrollen für Barcelona und Valencia einführen, hiess es. Der Radiosender ruderte am Dienstag zurück, den Katalanen reichte dies jedoch nicht. Er wird gegen den Sender vor Gericht ziehen.

Trotzdem erhielt Barcelona Besuch von den Dopingfahndern. Nach einem Training mussten die Kicker Messi, Afellay, Xavi, Villa, Jeffren, Piqué, Pinto, Iniesta, Valdés und Mascherano zum Test. Es war einer der Überraschungsbesuche von Uefa-Fahndern, welche periodisch und routinemässig durchgeführt werden. Bei Barcelona war es zum zweiten Mal in der aktuellen Saison der Fall. Keine grosse Sache also.

Pep Guardiola mag nicht darüber sprechen

Eigentlich. Denn das mit dem Überraschungsbesuch glauben die Barça-Kicker nicht ganz. «Welch ein Zufall!», meinte etwa Gerard Piqué ironisch auf seiner Twitter-Seite. Nicht nur er vermutet einen Zusammenhang mit der Berichterstattung von Cadena COPE und den Kontrollen. Nicht auf das Thema einlassen wollte sich Trainer Pep Guardiola an der PK betreffend der Champions-League-Auslosung: «Da müssen sich Real Madrid und der Radiosender einig werden. Wenn Sie uns dann den Verantwortlichen für die Meldung nennen, werden wir weitersehen.» Die Testresultate sind nicht bekannt.