Champions League

07. März 2011 23:44; Akt: 08.03.2011 23:46 Print

Barça zu stark für Arsenal - Auch Donezk weiter

Barcelona und Donezk stehen als erste Viertelfinalisten in der Champions League fest. Die Spanier besiegten vor eigenem Publikum den FC Arsenal 3:1.

Bildstrecke im Grossformat »
Grenzenlose Erleichterung bei den Real-Stars. Nach 6 Jahren Abwesehnheit ziehen die Spanier erstmals wieder ins Viertelfinale der Champions League ein. Der Brasilianer Cris hatte in der Verteidigung alle Hände voll zu tun. Zu stark war die geballte Offensivstärke von Real Madrid. Eine eindrückliche Bilanz eines grossen Trainers: Der Portugiese José Mourinho hat als Trainer seit 2002 kein Spiel mehr zu Hause verloren. Ob nun mit Chelsea, Inter oder Real. Chelsea qualifizierte sich dank einer Nullnummer gegen Kopenhagen für die nächste Runde. Auch Fernando Torres gelang kein Tor. Der FC Kopenhagen kam Chelsea nur selten gefährlich nahe. Die in Pink angetretenen Dänen konnten das grosse Chelsea nicht ärgern. Nicolas Anelka und sein Team behielten stets den Überblick über das Geschehen. Der Schuss von Goran Pandev passte in der 88. Minute haargenau. Sein 3:2 brachte Inter die Qualifikation für die Viertelfinals. Lange sah es gut aus für die Bayern. Thomas Müller traf in der 31. Minute zum 2:1 für die Deutschen. Der umstrittene Bayern-Trainer Louis Van Gaal erlebte auch heute keinen schönen Fussballabend. Sein Team patzte heute in der entscheidenden Phase. «ManU» setzt sich dank einer Doublette von Javier Hernandez gegen Olympique Marseille mit 2:1 durch. Olympique Marseille vermochte in der 82. Minute noch auf 1:2 zu verkürzen, der Gegentreffer schmerzte aber nicht gross. Das Team von Edwin van der Sar qualifiziert sich souverän für die nächste Runde. Für Olympique Marseille geht mit dem Auftritt im Old Trafford eine erfolgreiche Champions League Saison zu Ende. Für die grosse Überraschung reichte es aber nicht. Zum Triumph von Schalke 04 steuerte auch der Schweizer Gavranovic (r.) einen Treffer bei. Matchwinner war aber Jefferson Farfán, der gleich zwei Mal traf - unter anderem mit einem herrlichen Freistoss. Nach den Wirren um seine Zukunft an der Seitenlinie der Schalker, fand Felix Magath wenigstens kurzzeitig das Lachen wieder. Luka Modric' akrobatischer Einsatz hat sich für die «Spurs» gelohnt. Am Ende konnte nämlich auch Trainer Redknapp aufatmen. Sein Team ist eine Runde weiter. Bei den Italienern ist derweil Wunden lecken angesagt. Pure Erleichterung nach dem wichtigen 3:1 von Lionel Messi. Barcelona drückte in der ersten Halbzeit, ein Tor wollte aber lange nicht fallen. Auch Messi war der Verzweiflung nahe. Während Josep Guardiola seiner Freude freien Lauf lässt, schleicht ein trauriger Arsène Wenger davon. Der Schweizer Johan Djourou (l.) zeigte gegen die Offensivkünstler aus Barcelona eine gute Leistung. Auch wenn seine Mannschaft verlor. Gegen das Wunderkind Lionel Messi war an diesem Abend nichts zu machen. Er war der überragende Akteur auf dem Feld. Robin van Persie (l.) sieht nach einer dummen Aktion die zweite Gelbe Karte und muss vom Platz. Schiedsrichter Busacca zeigt ihm die Richtung. Der beste Spieler bei Arsenal war Torhüter Manuel Almunia (l.). Der Spanier bewahrte seine Mannschaft vor einer höheren Pleite. Die Ukrainer von Schachtjor Donezk machten heute Abend gegen die AS Roma den wacheren Eindruck. Mexès sah bereits in der 41. Minute seine zweite Gelbe Karte und musste unter die Dusche. Doni ist beim Gegentor von Schachtjor machtlos. Doppeltorschütze Willian kann sein Glück kaum fassen. Seine Mannschaft steht tatsächlich im Viertelfinale. Kein schöner Abend für Roma-Keeper Doni. Er kassiert gegen die Ukrainer drei Gegentreffer. Schachtjor Donezk überrollte die Roma gleich mit 3:0 und steht erstmals in den Viertelfinals der Champions League.

Fehler gesehen?

Lionel Messi, der Arsenal in der Vorsaison mit vier Treffern im Nou Camp beinahe im Alleingang demontiert hatte, machte gegen die Engländer erneut den Unterschied. Der Argentinier traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:0 und in der 71. Minute zum entscheidenden 3:1. Dass Barcelona, das das Hinspiel 1:2 verloren hatte, überhaupt zittern musste, lag an einem Eigentor von Busquets kurz nach der Pause zum 1:1. Die spanische Reaktion auf diesen überraschenden Rückschlag war beeindruckend. Ein herrliches Zusammenspiel zwischen Andres Iniesta, David Villa und Xavi brachte das 2:1 und nur zwei Minuten später verwertete Messi einen Penalty zum 3:1.

Der Erfolg von Barcelona war hochverdient. In der ersten Halbzeit schienen die Katalanen noch gehemmt, schossen aber immerhin ein wunderschönes Tor. Messi lupfte nach einem Pass von Andres Iniesta den Ball über den aus seinem Tor herausstürmenden Arsenal-Goalie Manuel Almunia und konnte dann ungestört einschieben. Arsenal gelang in der Vorwärtsbewegung über die gesamten 90 Minuten beinahe nichts. Das berüchtigte Passspiel konnten die Engländer nie aufziehen. Das offensive Mittelfeld mit den technisch begabten Cesc Fàbregas, Samir Nasri und Tomas Rosicky blieb wirkungslos, weil die Anspielstationen im Sturm fehlten. Robin van Persie, der am Vortag der Partie noch als verletzt gemeldet worden war, schliesslich aber als einzige Sturmspitze der Gäste auflief, war isoliert und fiel einzig durch Gehässigkeiten auf. In der 56. Minute verabschiedete sich der Holländer dann vorzeitig. Der Tessiner Schiedsrichter Massimo Busacca stellte ihn nach der zweiten gelben Karte wegen «Ballwegschlagens» vom Platz.

Unglückliches Eigentor von Busquets

Dieser dumme Platzverweise schmerzte Arsenal umso mehr, als es zu diesem Zeitpunkt 1:1 stand. Der wegen der Absenzen von Carles Puyol und Gerard Piqué zum Verteidiger umfunktionierte Busquets hatte drei Minuten vor der Roten Karte gegen Van Persie einen Eckball von Nasri ins eigene Tor gelenkt. Der Treffer von Arsenal kam aus heiterem Himmel, doch schockierte er die Gastgeber offenbar nicht, die nun einfach das Tempo nochmals erhöhten. Arsenals Keeper Manuel Almunia, der bereits nach einer guten Viertelstunde den verletzten Wojciech Szczesny ersetzt hatte, musste nun im Halbminutentakt eingreifen und tat dies lange Zeit auf überragende Weise. Arsenal, eigentlich für sein Offensivspiel bekannt, wehrte sich mit zehn Mann in der Verteidigung so gut es ging, musste aber irgendwann vor der Überlegenheit des Gegners kapitulieren.

Der Schweizer Johan Djourou zeigte in der Arsenal-Veretidigung eine gute Leistung, war allerdings am ersten Gegentreffer nicht ganz unschuldig. Sein misslungener Befreiungsschlag ging dem Treffer von Messi voraus. Aber in erster Linie versagte in Barcelona nicht die Arsenal-Abwehr, sondern der Sturm der Engländer, der nie zur Entfaltung kam und gegenüber der Barça-Armada sehr blass blieb.

Premiere für Schachtjor

Erstmals qualifizierte sich Schachtjor Donezk für die Viertelfinals des wichtigsten Europacups. Die Ukrainer liessen nach dem 3:2-Auswärtserfolg daheim gegen die AS Roma nichts anbrennen, auch weil sie das Wettkampfglück auf ihrer Seite hatten. Dies illustrieren vor allem zwei Szenen aus der ersten halben Stunde. Mit dem ersten Vorstoss in den gegnerischen Strafraum traf Schachtjor in der 18. Minute glückhaft zum 1:0: Eine Flanke des Brasilianers Willian flog an Freund und Feind vorbei ins Römer Tor. Romas Keeper Doni, Landsmann von Willian, sah dabei schlecht aus. Keine zehn Minuten später bot sich Marco Boriello die grosse Chance zum Ausgleich. Der 5-fache italienische Internationale scheiterte mit einem schwach geschossenen Penalty, den er selber mit einiger Theatralik herausgeholt hatte.

Der englische Schiedsrichter Howard Webb, der den letzten WM-Final geleitet hatte, besiegelte noch vor Pause mit seiner kleinlichen Art zu pfeifen, das Schicksal der Italiener. Verteidiger Philippe Mexès sah in der 40. Minute nach einem harmlosen Foul die zweite gelbe Karte. Das seit 53 Partien daheim ungeschlagene Schachtjor erhöhte in der 58. Minute durch Doppeltorschütze Willian auf 2:0 und ind er Schlussphase sogar noch auf 3:0.

FC Barcelona - Arsenal 3:1 (1:0)
Nou Camp. - 98'000 Zuschauer. - SR Busacca.
Tore: 45. Messi 1:0. 53. Busquets (Eigentor) 1:1. 69. Xavi 2:1. 71. Messi (Foulpenalty) 3:1.
Barcelona: Valdes; Alves, Busquets, Abidal, Adriano (90. Maxwell); Xavi, Mascherano (88. Keita), Iniesta; Pedro, Messi, Villa (82. Afellay).
Arsenal: Szczesny (19. Almunia); Sagna, Djourou, Koscielny, Clichy; Wilshere, Diaby; Rosicky (74. Arschawin), Fàbregas (78. Bendtner), Nasri; Van Persie.
Bemerkungen: Barcerlona ohne Puyol (verletzt) und Piqué (gesperrt). Arsenal ohne Vermaelen, Song und Walcott (alle verletzt). 36. Pfostenschuss von Adriano. 56. Gelb-rote Karte gegen Van Perssie (Unsportlichkeit/Ball wegschlagen).
Verwarnungen: 16. Koscielny. 29. Sagna. 37. Wilshere (alle Foul). 45. Van Persie (Unsportlichkeit).

Schachtjor Donezk - AS Roma 3:0 (1:0)
Donbass Arena. - 49'000 Zuschauer. - SR Webb (Eng).
Tore: 18. Willian 1:0. 58. Willian 2:0. 87. Eduardo 3:0. - Schachtjor Donezk: Pjatow; Srna, Tschygrynski, Rakizki, Rat; Hübschman, Mchitarjan (67. Alex Teixeira); Douglas (60. Eduardo), Jadson, Willian; Luiz Adriano (65. Marcelo Moreno).
AS Roma: Doni; Burdisso, Juan, Mexès, Riise; Taddei (46. Rosi), Pizarro, De Rossi (86. Caprari), Perrotta; Borriello, Vucinic (65. Brighi).
Bemerkungen: Schachtjor ohne Fernandinho (rekonvaleszent) und Kutscher (verletzt). Roma ohne Menez und Cassetti (beide gesperrt). 28. Boriello verschiesst Penalty. 41. Gelb-rote Karte gegen Mexès.
Verwarnungen: 24. Mexès. 28. Mchitarjan. 45. Srna. 57. Pizarro. 65. Perrotta. 82. Risse (alle Foul).

(sda)