Cup-Halbfinal

25. April 2019 22:44; Akt: 25.04.2019 22:58 Print

Basel eliminiert Zürich nach dramatischem Ende

Der FC Basel darf weiterhin von einem Titel träumen. Der FCB bezwingt Titelverteidiger Zürich nach turbulentem Schluss 3:1. Im Endspiel wartet der FC Thun.

Mit diesem Treffer schiesst Kuzmanovic den FCB in den Cup-Final. (Quelle: SRF)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Wird der FCZ im Saisonfinish ein Fall für die Psychiatrie? Mit dem Aus im Cup-Halbfinal hat sich die Situation des taumelnden Stadtklubs trotz ordentlicher und vor allem kämpferischer Leistung weiter verschärft. «Wichtig ist, dass du Licht im Tunnel siehst. Wenn du den Kopf in den Sand steckst und alles schwarz siehst, dann endest du in der Klinik mit vielen Medikamenten», hatte Magnin im Vorfeld im Bemühen um Positives mitunter gesagt. Mit dem Cup-Out ist ein weiteres Licht erloschen.

Fehlenden Kampfgeist kann man den Zürchern nicht vorwerfen. Der Wille war spürbar. Mit aller Vehemenz stemmten sie sich gegen das drohende Aus, zwischenzeitlich bordeten die Emotionen über. Auch gegen Basel fehlte es der Mannschaft von Trainer Ludovic Magnin vor dem gegnerischen Tor aber am Selbstvertrauen. Der FCZ kam zu Chancen, nutzte diese aber schlechter als der Gegner seine. Erst in der Nachspielzeit erzielte Stephen Odey das 1:3.


Odey erzielt mit dem Schlusspfiff den Ehrentreffer. (Quelle: SRF)

Richtige Einstellung nach Kaltstart

Was Magnin als «Horrorszenario» bezeichnete, ist nun nicht mehr möglich: Als Cupsieger wie 2016 kann der FCZ nicht mehr absteigen. Es kann noch besser ausgehen - mit Ligaerhalt -, aber auch noch schlechter, mit Abstieg ohne Cup-Balsam. Sechs Spiele bleiben ihm in der Super League, um die Saison zu retten. Vom Abstieg (über die Barrage) bis zur Europa League sind noch alle Szenarien denkbar. In erster Linie muss sich der FCZ aber nach hinten orientieren. Xamax auf dem Barrageplatz liegt nur noch zwei Punkte hinter den Zürchern.

Gegen Basel zeigten die Zürcher vor 13'403 Zuschauern im Letzigrund durchaus Erbauliches. Nach einem Fehlstart mit frühem Gegentreffer fing sich der Gastgeber rasch, mehrmals drängte er die Basler arg in die Defensive. Zuerst prüfte Umaru Bangura Jonas Omlin mit einem Weitschuss, kurz darauf blieb nach einem Corner auch Alain Nef am Basler Schlussmann hängen. Später vergab Assan Ceesay, ebenfalls nach einem Corner. Und mit dem Pausenpfiff hatte Odey nach einem Freistoss die bis dahin grösste Chance. Erneut reagierte Omlin blitzschnell.

Kollers Joker sticht

Magnin sagte im Vorfeld auch, in der Defensive sei seine Mannschaft stabil. Das mag über weite Strecken stimmen, aber es gibt zu viele Ausnahmen. Am letzten Wochenende hatte es in Lugano ein 0:3 abgesetzt, nun brauchte der FC Basel exakt vier Minuten, um Magnins Fünfer-Abwehr auszuhebeln. Aldo Kalulu nahm dem nach zwei Spielen Abwesenheit in die Startelf zurückgekehrten Bangura mit einem kurzen Sprint auf der rechten Seite gleich mehrere Meter ab. Kalulu sah Ricky van Wolfswinkel, dieser legte weiter quer zu Noah Okafor, dessen platzierter Schlenzer aus rund 20 Metern schön ins lange Eck fand.


Der wunderbare Führungstreffer von Okafor im Video. (Quelle: SRF)

Nach dem Seitenwechsel forcierte der FCZ die Offensive spürbar, während Marcel Koller auf der Gegenseite mit der Einwechslung von Zdravko Kuzmanovic für den über Übelkeit klagenden Ricky van Wolfswinkel die Defensive stärkte. Für den FCB zahlten sich die Massnahmen besser aus. Bevor Ceesay das Basler Tor aus der Drehung klar verfehlte, war Marek Suchy vor Vanins aus fünf Metern frei zum Kopfball gekommen.


Ajeti erhöht in der 92. Minute auf 3:0. (Quelle: SRF)

Basels Captain platzierte den Abschluss indes ungenügend. Später traf Valentin Stocker die Latte. Auch darum konnte der FCZ lange hoffen. Am Ende aber haderte er. Zwei weitere Ceesay-Abschlüsse waren zu harmlos, die geforderte Rote Karte gegen Kuzmanovic überzogen, der in der 87. Minute einen Konter zum 2:0 für die Gäste vollendete. Dann traf auch noch Albian Ajeti.


Kuzmanovic geht Nef tätlich an – und kassiert nur Gelb.

Im Endspiel wartet Thun

Für den FCB sieht es damit nach völlig missglücktem Saisonstart wieder angenehm aus. Er hat in der Liga mit einer langen Serie der Ungeschlagenheit den 2. Platz gefestigt und ist am 19. Mai im Cupfinal gegen Thun klarer Favorit. Die Thuner waren am Dienstag mit einem 1:0 gegen Luzern zum ersten Mal seit 64 Jahren ins Endspiel eingezogen.


Zürich - Basel 1:3 (0:1) 13'403 Zuschauer. - SR Klossner.

Tore: 5. Okafor (Van Wolfswinkel) 0:1. 87. Kuzmanovic (Zuffi) 0:2. 92. Ajeti (Stocker) 0:3. 94. Odey (Marchesano) 1:3.

Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Maxsö; Rüegg, Domgjoni (89. Kasaï); Untersee (69. Schönbächler), Marchesano, Charabadse (69. Kololli); Odey, Ceesay.

Basel: Omlin; Widmer, Suchy, Zambrano, Petretta; Frei, Zuffi; Kalulu (74. Stocker), Van Wolfswinkel (46. Kuzmanovic), Okafor (89. Zhegrova); Ajeti.

Bemerkungen: Zürich ohne Khelifi (gesperrt), Aliu, Hekuran Kryeziu, Pa Modou, Sertic, Winter und Zumberi. Basel ohne Xhaka (gesperrt), Balanta, Antonio (beide verletzt) und Bua (nicht im Aufgebot). 82. FCZ-Assistent Van Eck auf die Tribüne verbannt. 85. Lattenschuss Stocker.

Verwarnungen: 44. Van Wolfswinkel (Foul). 45. Petretta (Foul/im Cupfinal gesperrt). 81. Kuzmanovic (Unsportlichkeit). 81. Odey (Unsportlichkeit). 90. Kasaï (Foul).

Fussball

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tschüss am 25.04.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Adieu

    Wann wird Magnin un die Wüste geschickt?es ist nicht nur der mangelnde Erfolg auch seine Ausstrahlung und sein Benehmen

    einklappen einklappen
  • Olio am 25.04.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ciao Karli machs guet!

    Schöne Hommage der Fans an unsere Goalie Legende!

    einklappen einklappen
  • Bern am 25.04.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Basel Fans Schön

    Kann es sein das mehr Basel Fans in Zürich sind als Zürcher fans. Ich höre aufjedefall nur die FcB Fans.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eidgenoss aus dem Oberland am 26.04.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder

    Wieder einmal ist es passiert, Basel gewinnt dank dem Schiedsrichter und ein Fehlentscheid. Wie oft muss das noch passieren? Es sind schon unzählige Entscheide und immer wieder zugunsten von Basel. Wie funktioniert die Quelle damit das so geht

  • Fluflu am 26.04.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stocker Fan. aber....

    ich muss sagen/zugeben: Dass Stocker gestern in den knapp 20 Minuten die er auf dem Feld war, mehr Betrieb gemacht hat, als seine 10 Kollegen vorher in 75 Minuten. Hat er richtig gut gemacht. Und als Basel-Fan, ja rot für Kuzo & Gelb für Nef.

  • Nino Gubler am 26.04.2019 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zu hoch gehängt

    Was ich in keiner Analyse gelesen habe. Das war Not gegen Elend. Von wegen Topspiel. Basel langsam, ohne Ideen und der FCZ ohne Spielaufbau mit vielen Fehlpässen. Intensiv war nur Magnin und die Rudelbildung. Schon der andere Halbfinal war eine Farce. Kein gutes Zeugnis für den Schweizer Fussball.

    • Eidgenoss vom Oberland am 26.04.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es

      Es ist halt so mit Basel heute, sie sind nicht mehr Wert, darum müssen sie immer wieder gewinnen dak Mithilfe vom.....

    • BEO Gränni am 26.04.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Eidgenoss vom Oberland

      geeenau! deshalb pfiff der Schiri ja auch die beiden strittigen Szenen im Zürcher Strafraum sofort als Penalty für Basel - gell!

    einklappen einklappen
  • Zigi am 26.04.2019 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCZ

    Kann Magnin dem Brüllhals nicht mehr zuschauen. Die Spieler sind verunsichert, warum wohl?

  • Huila am 26.04.2019 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstläufer

    Na das wird dann für den FCB ein Selbstläufer im Final. Das derart schwache Thun wird wieder nur hinten reinstehen und hoffen, nicht allzuhoch zu verlieren.

    • Fussball Fan am 28.04.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      Der Titel wurde auch schon zu früh gefeiert

      Hoffentlich wird der FC Basel beim Finalspiel auch so arrogant sein wie Sie. Das ist die einzige Chance für den FC Thun. Gewonnen ist der Pokal auch für Basel erst nach dem Final.

    einklappen einklappen