Axpo Super League

06. Februar 2011 19:01; Akt: 06.02.2011 19:01 Print

Basel neuer Leader - GC gibt rote Laterne ab

Die Super League hat einen neuen Leader und einen neuen Tabellenletzten: Der FCB übernimmt die Spitze dank einem 3:2-Sieg in Thun, GC gibt die rote Laterne an St. Gallen ab.

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Bis zur 50. Minute führte Thun gegen Basel, dann kassierten die Berner in 21 Minuten drei Gegentore. Dank dem 3:2-Erfolg ist der FCB neuer Leader. Es war ein hartes Stück Arbeit für den neuen Spitzenreiter der Axpo Super League auf dem tiefen und seifigen Terrain des Lachen-Stadions. Die Thuner wehrten sich eine Halbzeit lang geschickt gegen den steten Druck der Gäste, die eine frühe Führung anstrebten.

Ein Entlastungsangriff der Thuner brachte diese in der 19. Minute überraschend in Front. Nick Proschwitz hatte David Abraham ausgespielt und Oscar Scarione im Strafraum lanciert. Der entmachtete Captain der Thuner umspielte Beg Ferati und schob überlegt in die weitere Torecke. Nach einem Pfostenschuss von Valentin Stocker (38.) wären die Thuner auf der Gegenseite beinahe noch 2:0 in Führung gegangen, doch Stefan Glarner verpasste ein Zuspiel von Scarione nur um weniges.

Nach dem Seitenwechsel zerbrach der Widerstand der Einheimischen dann innert weniger Minuten. Erst schloss Stocker ein schönes Zuspiel von Alex Frei überlegt mit einem Lupfer zum Ausgleich ab und sieben Minuten später war Abraham nach einem Corner Freis nicht am wuchtigen Kopfball zu hindern. Frei krönte seine Topleistung in der 71. Minute mit dem elften Saisontreffer. Der Nationalmannschafts-Captain schloss ein herrliches Solo von Marco Streller aus wenigen Metern sicher zum 3:1 ab.

Die Thuner Aufholbemühungen wurden acht Minuten vor Schluss komprimiert, als der kurz zuvor eingewechselte Junior Sekou Sanogo nach einem überharten Foul an Benjamin Huggel die Rote Karte sah. Dennoch fiel noch der Anschlusstreffer: Dario Lezcano düpierte in der 92. Minute die unkonzentrierten Ferati und Costanzo und konnte ins leere Tor abschliessen.

St. Gallen von GC überrollt

Das Abstiegsduell in der Axpo Super League wurde zu einer klaren Angelegenheit für Schlusslicht Grasshoppers. St. Gallen fasst wieder die Rote Laterne.
Gastgeber St. Gallen war dem Erwartungsdruck im eigenen Stadion nicht gewachsen und wurde von den Grasshoppers förmlich überrollt. Das Schlussergebnis von 4:1 für GC stand bereits zur Pause fest. Die Ostschweizer wurde nach dieser bitteren Niederlage von den Zürchern in der Tabelle überholt und liegen erstmals seit der 10. Runde wieder auf dem letzten Platz.

Es gehörte zur Geschichte dieses Spiels, dass ausgerechnet Mario Frick das Skore gegen seinen Ex-Verein eröffnete. Der Liechtensteiner brauchte in der 8. Minute eine präzise Hereingabe von Innocent Emeghara nur noch ins leere Tor zu befördern. Emeghara brachte die Gäste acht Minuten später erneut in Führung, nachdem Neuzugang Klemen Lavric in der 12. Minute für die Einheimischen ausgeglichen hatte. Aber nur drei Minuten später schien der erneute Ausgleich nach einem Kopfball von Lavric an die Lattenunterkante Tatsache. Der Ball schien eher hinter der Linie auf den Boden geprallt zu sein, doch Schiedsrichter Stephan Studer anerkannte den Treffer nicht.

Danach ging es blitzschnell: Nach einem Corner des Ex-St. Gallers Davide Callà kam Vero Salatic zum Abschluss, er scheiterte jedoch an Goalie Germano Vailati, der nur kurz vor die Füsse von Emeghara abwehren konnte und von diesem zum 1:3 bezwungen wurde. Sieben Minuten später war die Partie endgültig entschieden: Fernando foulte Paulo Menezes, Boris Smiljanic verwandelte den Foulpenalty eiskalt zum 4:1-Schlussergebnis. Fernandos Platzverweis unmittelbar vor dem Pausenpfiff nach einem weiteren harten Foul vereitelte dann sämtliche Aufhol-Bemühungen der Ostschweizer im zweiten Durchgang. GC brachte den komfortablen Vorsprung in Überzahl souverän über die Distanz und dürfte in dieser Verfassung in der Tabelle noch weiter vorstossen.

Glückhafter Auftaktsieg für Xamax

Neuchâtel Xamax realisierte im zehnten Heimspiel den zweiten Erfolg. Das 1:0 gegen den FC Sion kam glückhaft zu Stande. Das Siegestor schoss Raphaël Nuzzolo in der Schlussphase. Aus heiterem Himmel fiel das entscheidende Tor. Einen weiten Einwurf verlängerte Verteidiger Besle, dann liess Sions Obradovic den Ball durchrutschen und am hinteren Pfosten traf Nuzzolo mit hartem Schuss unter die Latte. Es war der vierte Saisontreffer des Captains, der ansonsten jedoch einen schwachen Nachmittag hatte.

Das liess sich auch von seinen Mitspielern sagen. Sion war dominant, spielerisch besser. Aber die Walliser, die im letzten Spiel vor der Winterpause an gleichter Stätte einen souveränen 3:0-Sieg davontrugen, waren im Abschluss zu unpräzise. In der ersten Hälfte der zweiten 45 Minuten hätte Sion die Partie entscheiden müssen. Sio, Zambrella und Prijovic hatten gute Chancen zur Entscheidung. Sie scheiterten, und so brauchte es eine einzige Unachtsamkeit in der Abwehr, um die dritte Auswärtsniederlage zu besiegeln. Damit hat Sion zwar noch immer eine gute Bilanz in der Fremde, aber die drei Pleiten bezog es alle in den letzten vier Gastauftritten.


Telegramme:

Thun - Basel 2:3 (1:0)
Lachen. - 6100 Zuschauer. - SR Zimmermann.
Tore: 19. Scarione (Proschwitz) 1:0. 50. Stocker (Frei) 1:1. 57. Abraham (Kopfball/Corner Frei) 1:2. 71. Frei (Rückpass Streller) 1:3. 92. Lezcano 2:3.
Thun: Da Costa; Lüthi, Matic, Klose, Schirinzi; Glarner (79. Wittwer), Bättig, Demiri (69. Sanogo), Neumayr (58. Lezcano) ; Scarione; Proschwitz.
Basel: Costanzo; Steinhöfer, Abraham, Ferati, Safari; Shaqiri (89. Baron), Yapi, Huggel (87. Granit Xhaka) , Stocker (84. Zoua); Frei, Streller.
Bemerkungen: Thun ohne Hediger, Rama (beide verletzt), Reinmann und Schneider (beide rekonvaleszent). Basel ohne Tembo (gesperrt), Chipperfield (verletzt) und Dragovic (abwesend). 38. Pfostenschuss Stocker.
Platzverweis:
82. Sanogo (hartes Spiel).
Verwarnungen: 38. Frei (Reklamieren), 45. Shaqiri (Reklamieren), 45. Abraham (Unsportlichkeit), 88. Schirinzi (Foul), 92. Steinhöfer (Unsportlichkeit).

St. Gallen - Grasshoppers 1:4 (1:4)
AFG-Arena. - 16 963 Zuschauer. - SR Studer.
Tore: 8. Frick (Flanke Emeghara) 0:1. 12. Lavric (Kopfball/Einwurf Dunst) 1:1. 16. Emeghara (Callà) 1:2. 32. Emeghara (Salatic) 1:3. 39. Smiljanic (Foulpenalty/Foul an Menezes) 1:4.
St. Gallen: Vailati; Dunst, Schenkel, Gonçalves, Fernando; Winter, Frei, Muntwiler (46. Imhof), Pa Modou (46. Abegglen); Regazzoni (53. Nushi); Lavric.
Grasshoppers: König; Menezes (46. Abrashi), Vallori, Smiljanic, Pavlovic; Salatic; Callà (75. Hajrovic), Toko, Zuber; Frick (80. Colina), Emeghara.
Bemerkungen: St. Gallen ohne Beichler (krank), Calabro und Lehmann (beide verletzt). GC ohne Cabanas, Gajic, Vasquez und Voser (alle verletzt). 19. Kopfball von Dunst an Lattenunterkante.
Gelb-Rot: 45. Fernando (Foul).
Verwarnungen: 25. Pavlovic (Foul), 30. Muntwiler (Foul), 38. Menezes (Reklamieren), 39. Fernando (Foul), 75. Gonçalves (Hands).

Neuchâtel Xamax - Sion 1:0 (0:0)
Maladière. - 5550 Zuschauer. - SR Laperrière.
Tor: 76. Nuzzolo (Besle) 1:0.
Neuchâtel Xamax: Bédénik; Besle, Keller, Page, Paito; Binya, Gelabert (70. Mveng); Geiger (77. Ismaeel), Niassé (77. Facchinetti), Nuzzolo; Almerares.
Sion: Vanins; Ogararu, Vanczak, Dingsdag, Bühler; Adailton; Marin (58. Prijovic), Zambrella (78. Dominguez), Obradovic, Yoda; Sio (87. Chatton).
Bemerkungen: Xamax ohne Gohou (verletzt) und Wüthrich (nicht im Aufgebot), Sion ohne Serey Die (verletzt) und Mrdja (gesperrt). 67. Kopfball von Gelabert an den Pfosten. Verwarnungen: 40. Paito (Foul). 50. Ogararu (Foul). 53. Besle (Foul).

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
11.02.17  Thun - Basel 0:2 (0:0)
11.02.17  Lugano - Grasshoppers 3:0 (2:0)
12.02.17  Sion - Vaduz 4:2 (0:1)
12.02.17  St. Gallen - Lausanne-Sport 2:1 (0:0)
12.02.17  Luzern - Young Boys 4:1 (3:1)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 20 17 2 1 55 : 15 53

2. Young Boys 20 11 5 4 46 : 29 38

3. Luzern 20 10 3 7 44 : 38 33
4. Sion 20 10 2 8 43 : 36 32

5. St. Gallen 20 7 4 9 23 : 29 25
6. Grasshoppers 20 6 4 10 26 : 36 22
7. Lugano 20 5 6 9 26 : 39 21
8. Lausanne-Sport 20 5 4 11 35 : 40 19
9. Thun 20 4 7 9 24 : 36 19

10. Vaduz 20 4 5 11 24 : 48 17

(sda)