Europa League

17. Februar 2011 11:10; Akt: 18.02.2011 02:00 Print

Basel vergeigt gute Ausgangslage

von Reto Fehr, Basel - Der FC Basel steht in den 1/16-Finals der Europa League vor dem Aus: Trotz 2:0-Führung vergeigt der FCB das Hinspiel gegen Spartak Moskau und verliert 2:3.

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Was so schön begann, endete für Basel mit einer bitteren Enttäuschung. Nach dem verdienten 2:0 zur Pause steigerte sich Moskau und steht dank den zwei geschenkten Toren und dem Last-Minute-Siegestor vor dem Achtelfinaleinzug. Basels Xherdan Shaqiri schwächte sein Team zudem ab der 77. Minute nach einer völlig unnötigen Tätlichkeit nicht nur für die restlichen Spielminuten, sondern auch für das Rückspiel in einer Woche.

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Dabei fing alles so gut an: Der FCB machte von Anfang an klar, wer im St. Jakob-Park der Herr im Haus ist. Unerschrocken stürmte die junge Truppe nach vorne. Die ersten Chancen blieben jedoch noch ungenutzt. So war der lange Streller in der 14. Minute bei einer Frei-Flanke genauso einige Millimeter zu kurz, wie hinter ihm der heranfliegende Stocker zu spät. Auch fünf Minuten später stand wieder Streller im Mittelpunkt. Seine flache Hereingabe fand jedoch nur einen Spartak-Verteidiger, welcher den Ball um ein Haar ins eigene Tor gelenkt hätte.

Zwei Treffer nach Eckbällen

Moskau seinerseits blieb weitgehend harmlos. Man merkte der Mannschaft den fehlenden Rhythmus an. Einzige Ausnahme bildete der Hüne Artem Dzyuba, welcher den jungen Kusunga und Abraham in Basels Innenverteidigung zwei-, dreimal in Nöte brachte.

Doch die Russen offenbarten auch defensive Schwächen. So verwertete Frei nach einem Eckball die Hinterkopf-Vorlage von Stocker aus wenigen Metern und fünf Minuten später ging Streller am zweiten Pfosten bei einem weiteren Corner vergessen – 2:0. Nach 41 Minuten war das offensive Soll in diesen Hinspiel praktisch erfüllt. Jetzt galt es noch die «Null zu halten».

Zwei Unachtsamkeiten und eine dumme rote Karte

Die Defensive Mission geriet in der 60. Minute arg ins Wanken, als Makeev Stürmer Dzyuba in die Tiefe lancierte. Der Angreifer stand alleine vor Costanzo, sah seinen Lupfer aber von dessen Hand abgefälscht und schliesslich kurz vor der Linie von Safari geklärt. Doch schon beim nächsten Angriff war es um die reine Weste geschehen: Alex‘ Schuss wurde von Kusunga und Yapi doppelt abgefälscht, landete in den Füssen von Dmitri Kombarov und dieser schlenzte das Leder frech um Costanzo in die lange Ecke zum 1:2. Moskau hatte mit einem Minimalaufwand das Hauptziel erreicht.

Die russische Fanecke unter den 13 073 Zuschauern hatte schon wenig später noch mehr zu feiern: Unruheherd Dzyuba ging von Kusunga und Steinhöfer am Fünfmeterraum sträflich vergessen, der Nachwuchs-Internationale nahm den Ball an und bezwang Costanzo sicher. In nur zehn Minuten verspielte der FCB die so schöne Ausgangslage mit zwei Unachtsamkeiten. Für Moskau dagegen ist das 3:2 ein Traumergebnis.

Die unerwartete Wende war zu viel für Xherdan Shaqiri. Der Nationalstürmer liess sich abseits des Spielgeschehens zu einem Ellbogenschlag gegen Makeev hinreissen und flog zu recht vom Feld. Damit wurden die Basler Offensivbemühungen für diesen Abend – trotz grossem Willen - massiv eingeschränkt und blieben in den letzten Minuten weitgehend bescheiden. Auch Moskau machte nicht mehr viel, nahm jedoch in der Nachspielzeit ein Freistossgeschenk dankbar an: Ananidze erwischte Costanzo in der kurzen Ecke und traf via Pfosten zum 3:2-Endstand.

Duell mit Ajax winkt

Die Trumpfkarten fürs Rückspiel liegen jetzt in den Händen der Russen. In einer Woche wird es bei Temperaturen im Minusbereich zudem ungleich schwerer für die Bebbi. Doch vielleicht hilft ein Blick in die Vergangenheit: In der Champions League 2002 siegte Basel auswärts mit 2:0 bei Spartak. Sollte sich der FCB wie schon bei den ersten beiden Duellen mit Moskau 1970 und 2002 doch noch durchsetzen, dürfte zur Belohnung ein weiterer Champions-League-Absteiger warten. Ajax Amsterdam setzte sich nämlich auswärts bei Anderlecht mit 3:0 durch und steht mit einem Bein in den Achtelfinals.

Basel - Spartak Moskau 2:3 (2:0)
St.-Jakob-Park. - 13'073 Zuschauer. - SR Stavrev (Maz).
Tore: 36. Frei 1:0. 41. Streller 2:0. 61. Kombarow 2:1. 70. Dsjuba 2:2. 92. Ananidse 2:3.
Basel: Costanzo; Steinhöfer, Kusunga, Abraham, Safari; Shaqiri, Yapi (88. Cabral), Granit Xhaka, Stocker (88. Zoua); Frei (80. Tembo), Streller.
Spartak Moskau: Dykan; Kirill Kombarow, Rojo, Suchy, Makejew (85. Jakowlew); Scheschukow (46. Ananidse), Carioca; McGeady, Alex, Dimitri Kombarow; Dsjuba.
Bemerkungen: Basel ohne Ferati, Huggel (beide verletzt) und Dragovic (nicht spielberechtigt), Spartak Moskau ohne Ibson, Welliton (beide gesperrt), Ari, Pareja und Parschiwljuk (alle verletzt). 78. Rote Karte gegen Shaqiri (Tätlichkeit). Verwarnungen: 34. Stocker und McGeady (beide Unsportlichkeit). 47. Yapi (Foul). 52. Carioca (Reklamieren). 71. Alex (Foul). 82. Dykan (Unsportlichkeit). 90. Suchy (Foul). 92. Kusunga (Foul).