Emotionales 2:2

21. Juli 2012 23:35; Akt: 22.07.2012 02:32 Print

Basler Remis aus der Vogel-Perspektive

von Eva Tedesco - Nach dem 2:2-Remis zwischen dem FC Basel und Luzern schlagen die Emotionen hohe Wellen. So sauer und ausser Rand und Band hat man die Rotblauen schon lange nicht mehr gesehen.

FCB-Trainer Heiko Vogel nach dem 2:2-Remis gegen den FC Luzern an der Pressekonferenz. (Video: 20 Minuten Online)
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Fehler gesehen?

Kaum hatte FCB-Captain Marco Streller seinen Interview-Termin bei Teleclub beendet, stürmte er schnurstraks in die Kabine von Ref Alain Bieri. Weder FCB-Medienchef Josef Zindel, noch FCB-Präsident Bernhard Heusler konnten den Captain stoppen. Und es wurde laut in der Kabine des Refs. Das heftige Wortgefecht zwischen dem Unparteiischen und Streller war selbst durch die geschlossene Tür noch zu hören. Danach ging er in die Garderobe und reagierte seine Enttäuschung an der Kabinentüre ab. Nach dem reinigenden Gewitter trat «Strelli» wieder vor die Medien. Gefasster und ruhig.

«Ich äussere mich nicht zur Schiedsrichterleistung», so der FCB-Captain äusserlich gefasst. «Das ist nicht meine Art und sollen andere beurteilen. Jeder macht Fehler, wir haben auch Fehler gemacht und dabei soll es bleiben.» Auf die Frage nach seinem vermeintlichen Offside-Treffer in der 70. Minute, das Bieri und sein Assistent aberkannt hatten, schluckte Streller erst leer und fragt zurück: «Das habt ihr doch auch gesehen, dass es klar NICHT Offside war. Aber es ist so entschieden worden und ich kann es nun auch nicht mehr ändern – und sie (meint das Schiedsrichter-Trio, Anmerk. d. Red.) auch nicht.»
FCB-Captain Marco Streller nach dem 2:2 gegen den FC Luzern. (Video: 20 Minuten Online)

Stocker mit Tränen der Wut in den Augen

Nicht so cool steckte Valentin Stocker die Leistung des Unparteiischen weg. Stinkwütend baut sich der FCB-Flügelspieler vor den Medienleuten auf und ruft: «Es war klar kein Offside und ganz klar ein Ellbogenschlag und Penalty – das schreibt ihr wohl hoffentlich alle.» Dem Krienser standen Tränen der Wut in den Augen, als er am Absatz kehrt macht und weiter vor sich herschimpft. Dann werden wir halt mit vierzig Punkten Vorsprung Meister...» Und liess eine verdutze Schar Journalisten zurück. So emotional, so geladen hat man den FCB seit langem nicht mehr gesehen. Unüblich auch, dass Trainer Heiko Vogel die Contenance verlor und dafür schon zu Beginn der zweiten Halbzeit von Ref Bieri – der tatsächlich keinen guten Tag hatte – auf die Tribüne verbannt wurde.

«Es war ein Spiel voller Leidenschaft und Emotionen – von meiner Seite etwas zu viel», so Vogel, «dafür wurde ich auch gezüchtigt.» Aber was war genau passiert? «Das kommentiere ich nicht, sondern bleibt in den Katakomben. Der Schiedsrichter kommt zu mir und schickt mich auf die Tribüne - und ich musste folgen», so der FCB-Trainer mit der Distanz von 45 Minuten, die er sich auf der Tribüne hintersinnen konnte und wieder die Contenance gefunden hat. «Schiedsrichter haben es auch schwer. Auchmit mir. Alles hundertprozentig richtig zu entscheiden ist schwierig und unmenschlich. Sie machen ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen und dabei soll man das Ganze belassen».

Vogel kritisiert Erwartungshaltung einzelner

Die Leistung seiner Mannschaft hat Vogel trotz dem Punktverlust nicht so schlecht gesehen. «Was erwartet ihr denn», fragt er aufgebracht in die Journalistenrunde. «Erwartet ihr, dass wir Luzern einfach so 2:0, 3:0 oder 4:0 an die Wand nudeln? Das ist respektlos gegenüber dem FC Luzern. Gegen einen den stärksten Gegner der Liga kann es passieren, dass man eine Halbzeit kein Tor schiesst. Ich habe auf jeden Fall ein sehr leidenschaftliches und emotionales Spiel gesehen, dass der Schweizer Liga gut ansteht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat Nik am 22.07.2012 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut kommt vor dem Fall

    Typische Arroganz von jemanden der letzte Saison zu viel Glück hatte! Ja Basel ist gut, aber ich hoffe dass Sie nun die glücklichen Siege der letzten Saison Stück für Stück zurück kriegen und wieder mal auf dem Boden der Tatsachen (Super League) landen. Man kann nicht immer gewinnen, so ist eben Fussball! Mir schient dass die Spieler mit dem Druck einer Niederlage nicht zurecht kommen.....mal schauen wie sich das noch entwickelt. In den Köpfen herrscht ja eine: "Wir zerstören jeden Gegner" Mentalität, auch bei den Fans. Champions League Halbfinal Herr Streller? Wir werden sehen....

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  • Toni am 22.07.2012 01:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber die Fehler suchen Valentin

    Ref Bieri - der tatsächlich keinen guten Tag hatte.. Ausser dem Offsidetor dass sie falsch entschieden(linienrichter) muss mann nicht an Bieri herumackern! Luzern war einfach gleich stark, fasenweise stärker, daran hat es gelegen dass Basel nur 2:2 gemacht hat! Nicht am Schiedsrichter! Und Valentin hat gar nichts zu melden, er war der schwächste auf dem Feld..

  • Giorgio 1901 am 22.07.2012 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ball flach halten!

    Der Klub aus Kleindeutschland soll lieber froh sein, dass Luzern seine Chancen nicht genutzt und zur Pause nicht mit 3 oder 4 Toren geführt hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Freezy am 22.07.2012 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Leistung von Luzern, schlechte vom Schiri

    Ganz klar, Luzern hat gestern sehr gut gespielt und deswegen auch die Punkte verdient. Basel braucht ganz einfach anfangs Saisson eine Zeit um sich in die Saisson einzuspielen. In der zweiten Halbzeit hat sich Basel klar gespeigert und war so gut wie gleich auf mit den Luzernern (Respekt für eure Leistung). Jedoch fand ich die Leistung des Schiris miserabel. Das ist jetzt kein Gejammer weil Basel nicht gewonnen hat (bin FCB Fan), sondern ganz einfach objektiv betrachtet. Besonders die erste Halbzeit war von Fehlentscheiden geprägt. Fehler sind menschlich, klar, jedoch muss man einem auch diese Fehler aufzeigen. Wie die FCB-Spieler dies jedoch gemacht haben (Streller, Stocker) war nicht sehr professionel (aber auf eine Art menschlich). Ich denke die Schiedsrichter werden auch ohne die Spieler auf ihre Fehlentscheide aufmerksam gemacht. Deswegen jedoch von "Die Basler müssen wiedermal auf den festen Boden kommen" zu sprechen, find ich unnötig. Die Basler haben schliesslich auch Respekt gegenüber der Leistung der Luzernern gezeigt (Vogel).

  • Peter Frei am 22.07.2012 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Neider

    Horch, horch, die Neider kommen wieder aus den Löchern. Was würdet ihr ohne den grossen FCB machen, ohne seine internationalen Erfolge (Punkte), ohne seine grossartigen Zuschauer (Schnitt 30 000 p/Heimspiel) oder die tausenden von Fans die Geld in eure Kassen spielt?

  • stef am 22.07.2012 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    und das der schiri in der 1. hz dem falschen spieler gelb gab (foul drago gelb für kovac) merkt niemand? war wirklich nicht der tag des schiris... und das muri nach dem er vom schiri bevorzugt wurde noch sich zu beschweren wusste...

  • Fussballfan am 22.07.2012 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo ihr Fussballexperten

    Wo sind eigentlich all diese Superstürmer die Streller und Frei in der Nati hätten ersetzen sollen??? Soviel zum Thema Neid in der Schweizer Liga!!! Denkt mal alle genau darüber nach!

  • Jürgen Klopp am 22.07.2012 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bla bla bla

    Jaja schreibt ihr nur alle von wegen rum heulen und schlechte verlierer, aber abgerechnet wird ende saison und da werden alle anti basler wieder heulen weil der fcb einmal mehr meister ist! Bin kein fcb fan, aber gestern wurden sie benachteiligt und fertig! Ein yb, fcz oder sg spieler würde auch so rumheulen!