Bröndby IF

24. Januar 2020 14:00; Akt: 24.01.2020 14:28 Print

Baut Red Bull sein Reich in Dänemark aus?

von Erik Hasselberg - Der Traditionsclub Bröndby hat Schulden. Würde der Club übernommen, käme der Getränkehersteller auf fünf Vereine.

Beim ersten Auftritt in der Champions League feierte RB Salzburg einen spektakulären 6:2-Sieg gegen Genk. (Video: Teleclub)
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Österreich, Deutschland, die USA, Brasilien und jetzt vielleicht auch Dänemark. Seit Dienstag kursieren Gerüchte, dass der Getränkehersteller Red Bull sein Fussball-Imperium weiter ausbauen will. Objekt der Begierde soll der dänische Traditionsclub Bröndby IF sein. Der zehnmalige Meister sucht händeringend nach einem Investor, machte 2019 ein Minus von umgerechnet elf Millionen Franken. Bröndby wäre der fünfte Verein, der mit dem Logo der roten Bullen auflaufen würde.

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Schadet Red Bull mit seinem Engagement dem Fussball?

FC Red Bull Salzburg, 2005

Die Mannschaft, mit der Salzburg in der Gruppenphase der Champions League gegen Liverpool spielte. Mittlerweile bei Dortmund spielt der 19-jährige Erling Haaland (hintere Reihe, ganz links). (Bild: Getty Images)

Der Aufbau des mittlerweile drei Kontinente umfassenden Imperiums begann vor 15 Jahren mit der Übernahme des SV Austria Salzburg und der Umbenennung in Red Bull Salzburg. Die Austria hatte in den Jahren zuvor aufgrund finanzieller Fehlplanungen und einer unglücklichen Transferpolitik stets gegen den Abstieg aus der österreichischen Bundesliga zu kämpfen. Hatten die Anhänger des 1933 gegründeten Vereins zunächst euphorisch auf das Red-Bull-Engagement reagiert, schlug diese Vorfreude rasch in Ernüchterung und Ablehnung um. So wurde die Konstitution von Red Bull Salzburg von den Worten «Keine Kompromisse. Das ist ein neuer Klub. Es gibt keine Tradition, es gibt keine Geschichte, es gibt kein Archiv» begleitet. Die violett-weissen Clubfarben wurden gegen die rot-blauen Farben des Getränkeherstellers ausgetauscht.

Finanziell ist der Verein besser aufgestellt als jeder andere in Österreich. Über Jahre hinweg dominiert der Club die Liga, wurde zehnmal Meister, zuletzt sechs Jahre in Folge, gewann sechsmal den Cup. Nachdem elf Jahre hintereinander die Qualifikation zur Gruppenphase der Champions League misslang, schaffte RB diese 2019 zum ersten Mal.

Ab 2015 wurde der Einfluss Red Bulls zunehmend reduziert, das fortan nur noch als Sponsor auftrat. Eine Änderung der Statuten sorgte dafür, dass sämtliche Sonderrechte der Red Bull GmbH entfernt wurden. Zweck dieser Massnahmen war es, die gleichzeitige Teilname sowohl Salzburgs als auch diejenige von Leipzig an den Clubwettbewerben der Uefa zu sichern.

New York Red Bulls, 2006

Die Leichtigkeit des Seins: Als Captain verzückte Thierry Henry in New Jersey die Fans. (Bild: Getty Images)

Bereits ein Jahr nach der Umbennung der Austria Salzburg expandierte das vom Österreicher Dietrich Mateschitz gegründete Getränkeunternehmen seine fussballerischen Aktivitäten nach Übersee. Aus dem Major-League-Soccer-Team der New York/New Jersey MetroStars wurden die New York Red Bulls. Und gleich in der zweiten Saison nach der Übernahme erreichte der 1995 gegründete Verein zum ersten Mal den Playoff-Final, wo er allerdings Columbus 1:3 unterlag.

Seit 2010 trägt der Club seine Heimspiele in der Red Bull Arena aus, mit deren Bau im Jahr der Übernahme begonnen wurde. In dieser Saison sorgte auch der Transfer eines grossen Namens für Aufsehen: Thierry Henry, der Weltmeister von 1998, wechselte 2010 von Barcelona nach New York. Nach 135 Spielen und 52 Toren für die Bulls beendete der Franzose 2014 seine Karriere. Doch auch unter Henry war das Engagement von Red Bull in den Staaten nicht von Titeln gekrönt.

Red Bull Brasil, 2007

Hütet bei RB Bragantino das Tor: Julio Cesar. (Bild: Getty Images)

In Campina, unweit von Sao Paulo, trägt seit 2007 RB Brasil seine Spiele aus. Die Investitionen in Südamerika und die Schaffung einer Fussballakademie sollten dafür sorgen, dass Talenten der Sprung nach Europa in die ersten Mannschaften Salzburgs und später auch Leipzigs gelingen sollte. Doch in den vergangenen Jahren rannte der Club den sportlichen Ansprüchen stets hinterher und schaffte nie den Aufstieg in eine der höchsten Ligen des Landes.

Anfang 2019 fusionierte der Club mit CA Bragantino. Thiago Scuro, Vorstandsvorsitzender von RB Brasil, erhofft sich dadurch im Fussball-Geschäft einen klaren Schritt nach vorne: «Wir glauben, dass wir gemeinsam durch Investitionen und unsere technischen Kapazität auf eine höhere Stufe kommen.» Neu tritt der Club seitdem unter dem Namen RB Bragantino an.

RB Leipzig, 2009

Leipzigs Erfolgsgarant und deutscher Nationalspieler: Timo Werner, 23 Jahre alt, Martkwert 75 Millionen Euro. (Bild: Getty Images)

Schon bei der Gründung von RB Leipzig machte der Club deutlich, welches hehre sportliche Ziel er verfolgte: möglichst rasch in die Bundesliga aufzusteigen. Doch natürlich hatte der Getränkehersteller auch das wirtschaftliche Ziel, sein Produkt in Deutschland besser zu vermarkten, stiess dabei jedoch auf zahlreiche reglementarische Probleme und Widerstände. So ist gemäss dem Deutschen Fussball-Bund (DFB) eine Namensgebung der Clubs zu Werbezwecken unzulässig, weshalb das Kürzel bei Leipzig offiziell für RasenBallsport steht – andere Assoziationen offen.

Zur Saison 2009/10 übernahm Leipzig das Startrecht des SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost. Seitdem gab es für die Bullen nur einen Weg: nach oben. Innert zehn Jahren schaffte es der Club, unterstützt mit Millionen aus Österreich, vom Fünfligisten zum international beachteten Verein, der momentan an der Tabellenspitze der Bundesliga steht und im Februar gegen Tottenham um den Einzug in den Viertelfinal der Champions League kämpft.

Auch wenn in Leipzig die Euphorie ungebrochen scheint und im Schnitt 40'560 Zuschauer die Heimspiele besuchen, bleibt der Club für zahlreiche Fans und Beobachter als reines Marketingprodukt ein Fremdkörper in der Liga.

RB Bröndby?, 2020

Noch ist das Logo gelb, einen roten Bullen sucht man bei Bröndby vergebens. (Bild: Getty Images)

Die Fans sind es auch in Dänemark, die sich gegen eine mögliche Übernahme ihres Clubs durch den Getränkehersteller wehren. «Sowohl in Salzburg als auch in Leipzig hat man gesehen, wie die Österreicher mit dem Geld richtige Fussballvereine in reine Geschäfte verwandelt haben», erklärte der Fanclub Sydsiden in einem offenen Brief.

Und weiter: «Sie haben die Logos, Farben, Stadionnamen der Mutterclubs verändert – alles! Wir werden niemals zulassen, dass das bei unserem Club passiert.» Konsequenz: Am Samstag kommt es zu einem Treffen zwischen Fan- und Clubvertretern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani K. am 24.01.2020 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Was noch?..

    GC ist noch zu haben aber ohne Stadion kaum von Interesse.

  • Neid? am 24.01.2020 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Ok

    Man kann von den Red Bull Vereinen halten was man will, muss aber zugeben, dass alle Vereine tadellos, mit positiver Transferbilanz und dem Aufbau von Talent durchaus sympathisch erscheint. Dass ausserdem wieder etwas Konkurrenzkampf and der Spitze herrscht, ist nur gut für den Fussball. Und ehrlech gesagt sehe ich den Unterschied zwischen dem Investor Red Bull und einem 'normalen' Sponsor nicht, also alles okay.

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  • slay am 24.01.2020 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderner Fussball

    Und das Spieler verschieben geht in die nächste Runde. Wenn man in 3 Teams rund 69 Spieler auf höchstem Level ausbilden kann, finden sich natürlich irgendwelche Talente welche dann in Leipzig um die Honigtöpfe spielen. Zählen wir den FC Liefering dazu wären es sogar 92 Spieler die man gleichzeitig ausbildet auf Profi Fussball Ebene...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Richtige Clubs Holen Sie Nämlich am 26.01.2020 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld schiesst noch lange keine grosse Titel

    Sollen die doch noch mehr Clubs kaufen selbst das Hockey ist nicht mehr sicher

  • slay am 24.01.2020 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderner Fussball

    Und das Spieler verschieben geht in die nächste Runde. Wenn man in 3 Teams rund 69 Spieler auf höchstem Level ausbilden kann, finden sich natürlich irgendwelche Talente welche dann in Leipzig um die Honigtöpfe spielen. Zählen wir den FC Liefering dazu wären es sogar 92 Spieler die man gleichzeitig ausbildet auf Profi Fussball Ebene...

  • Leser am 24.01.2020 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken bei den Red Bull Opfern

    Lieber investiert Red Bull in den Fussball anstelle von Risiko vorstellungen. Zu viele junge Menschen sind aufgrund von Red Bull Invalide geworden oder Verstorben.

    • Näsli am 24.01.2020 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      Die Extremsportler haben die Verträge selber unterschrieben . Niemand hat sie gezwungen .

    • Frohsinn am 24.01.2020 20:47 Report Diesen Beitrag melden

      Red Bull hat keine Zügel

      Das stimmt - aber mit den Geldsummen bietet man eine "wunderbare" Plattform auf Kosten der Athleten. Ist schwierig nach der Abhängigkeit (Vertrag) nein zu sagen, wenn's zu gefährlich wird - weil kein unabhängiger Veranstalter.

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  • M. Onster am 24.01.2020 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    ...

    In der Schweiz könnten sie noch GC und den fcz haben. Die 2 Loser Teams gibte fast umsonst.

  • Peter am 24.01.2020 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    bald beim Rekordmeister?

    Das ist der einzige weg den ich für GC sehe um je wieder in die SL zurückzukehren

    • Hopper86 am 24.01.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Das wäre nicht der GC!

    • Az am 26.01.2020 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      ne ne. Dafür sorgt wohl bereits der SFV mit seiner Modusänderung

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