Fusstritte gegen den Kopf

09. Dezember 2013 12:04; Akt: 09.12.2013 12:45 Print

Blutige Fan-Krawalle in Brasilien

Parallel zur malerischen WM-Auslosung spielen sich in der brasilianischen Liga wüste Szenen ab. Wegen brutaler Ausschreitungen musste ein Spiel stundenlang unterbrochen werden.

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Für den brasilianischen Spitzenklub Athlético Paranaense sind Fan-Randale nichts Neues. Wegen vorangegangener Ausschreitungen und einer daraus resultierenden Stadionsperre musste Paranaense die Partie gegen Vasco da Gama in das benachbarte Bundesland Santa Catarina verlegen. Alle, die hofften, dass damit mögliche Krawalle ausbleiben, wurden beim Spiel am Sonntag nach 17 Minuten enttäuscht.

Mehrere Hundert «Fans» der beiden Lager gingen auf brutalste Art und Weise aufeinander los. Besonders schockierend: Am Boden liegende Fans wurden noch zusätzlich mit Fusstritten gegen den Kopf traktiert. Auf mässigende Aufrufe der Profis wollten die Schläger nicht hören. «Wir haben versucht, die Atlético-Fans wegzuziehen. Wir haben einen Jungen auf dem Boden liegen sehen, der getreten wurde. Das muss aufhören. Wir haben sie gebeten zu stoppen, aber sie haben nicht gehört», sagte der schockierte Atlético-Spieler Luiz Alberto.

Militärpolizei greift zu spät ein

Da im Stadion eine private Sicherheitsfirma für die Sicherheit zuständig ist, griff die Polizei erst viel zu spät ein. Die Partie musste über eine Stunde lang unterbrochen werden. Militärpolizisten brachten das Geschehen dann mehr oder weniger unter Kontrolle und transportierten einen Schwerverletzten per Helikopter ab. Darüber hinaus wurden drei weitere Männer ins Spital eingeliefert.

Die Fussballnation Brasilien, die sich die blutige Schlägerei live am Fernsehen mitansah, befindet sich im Schockzustand. Beim Organisationskomitee für die WM 2014 und der Fifa zeigt man sich ebenfalls betroffen: «Das ist sehr traurig für den brasilianischen Fussball», erklärte der Fussballverband. Am Sicherheitskonzept für die WM halte man aber weiterhin fest.

Letztendlich gewann Paranaense die Partie 5:1. Dies verkam aber definitiv zur Nebensache.
(Video: Reuters)


(Videos: YouTube)

(bte)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F.h. am 09.12.2013 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Fussball war früher und ist zum Teil heute noch ein Sport für die untere Schicht. In England, Deutschland und halt auch Brasilien haben viele Menschen nur den Fussball. In Gelsenkirchen (Stadt mit riesiger Arbeitslosigkeit) zum Beispiel geben die Menschen den grössten Teil ihrer Existenz dem FC Schalke 04 her. Der Lohn geht für die Jahreskarte drauf. Für solche Menschen ist der Verein wichtiger als ihr Land und jedes Derby Krieg. In Manchester und Liverpool ist es dasselbe.Das braucht man nicht zu verstehen. Es erklärt aber die Situation ein bisschen.

  • Isodor am 09.12.2013 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Chabis

    Es ist traurig, was doch Sport für unterbelichtete Menschen anzieht, da sind man wie erbärmlich der Mensch doch eigentlich ist.

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  • berner am 09.12.2013 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Rubrik Sport

    Weshalb ist dieser Bericht in der Rubrik Sport zu finden? Das hat mit Sport gar nichts mehr zu tun. Unfassbar wie viel Hass Menschen entwickeln können. Und das nur wegen Fussball. Für mich unbegreiflich. Vielleicht sollte man eine neue Rubrik mit dem Namen "sinnlose Gewalt" oben anheften.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Baba am 09.12.2013 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ich kann nicht verstehen wie so viele Bürger der Schweiz immer ein derartiges Drama um Ultras und Hooligans in der Schweiz machen, wenn sie solche Bilder sehen..

  • Rolf Gassmann am 09.12.2013 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Absolut schockierend! Was mich aber noch vielmehr nervt sind alle Bünzlifans hier, die wegen jeden kleinsten Detail laut "Herr jesses" schreien und immer von Problemen sprechen wo keine sind... Zumindest wenn man dies auf internationalet Ebene vergleicht! Aber eben wir sind ein Bünzliland das scheinbar nach Problemen suchen muss.

  • Alfred am 09.12.2013 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklungsländer??

    passiert leider bei uns in EUROPA jedes Wochenende. Brasilien ist fast so gross wie Europa.Bin mir jedoch sicher, dass diese WM "rockt" wie 2006!

    • Klugscheisser am 09.12.2013 15:20 Report Diesen Beitrag melden

      Schwellenland...

      Brasilien ist bei weitem kein Entwicklungsland mehr. Ist laut Definition klar ein sogenanntes Schwellenland!

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  • Tessa I. am 09.12.2013 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Normalität 2014?

    Das ist dort Normalität. Das werden die Besucher im Sommer noch merken. gut für die lokale Bevölkerung, denn die hohen Kosten für die Karten können sich nur die besser Gestellten kaufen. Da ist demzufolge viel zu holen. Ich bin gespannt, wie das abläuft.

  • Alles Roger am 09.12.2013 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Brasilien... wunderbar!

    Das wird dort wunderbar für die verblödeten Fussballfans. Die werden vollkommen blauäugig dahin fahren und ausgeraubt, wenn nicht gar ermordet. Brasilien ist kein wirklich sicherer Ort. Und spätestens diejenigen, die sich dort nicht verständigen können, werden schlechte Karten haben. Dort werden wohl einige dieser verblödeten "Fans" aus Europa mächtig Prügel beziehen.