VAR mal anders

02. April 2019 08:54; Akt: 02.04.2019 15:00 Print

Geht es unseren Video-Schiris auch so?

Mit Hilfe eines Papiers überprüft ein Schiedsrichter-Assistent in Chinas 2. Liga eine Offsideposition. Das Video geht viral und sorgt für Lacher.

Einfaches Hilfsmittel: In China prüft ein Videoassistent im Kontrollraum mit einem Blatt Papier eine Abseitsposition. (Video: Youtube/Unknownfirst)
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Beim Spiel Shanghai Shenxin gegen Heilongjang Lava Spring ereignete sich eine kuriose Szene. Sie spielte sich allerdings nicht direkt auf dem Rasen, sondern vielmehr im Kontrollraum der Videoassistenten ab.

Die Gastgeber bejubeln den Ausgleich zum 1:1, bis der Pfiff des Schiedsrichters ertönt. Der Linienrichter hat seine Fahne gehoben und ein Abseits angezeigt. Mit dem VAR (Video Assistant Referee) wird geprüft, ob der Treffer zählt oder nicht. Die TV-Kameras schalten in den Kontrollraum. Nun reiben sich die Zuschauer wohl die Augen und fragen: «Der wird doch nicht...?» Oh doch, der Videoassistent nimmt tatsächlich ein Blatt Papier zu Hilfe, um so festzustellen, ob der Entscheid des Unparteiischen auf dem Platz richtig war.

Nach kurzer Rücksprache mit seinen Kollegen im Kontrollzentrum kommt der Assistent zum Schluss: Der Torschütze stand im Offside und der Treffer wird aberkannt. Aber: Das war ein Fehlentscheid. Im Video oben ist ganz zu Beginn zu sehen, dass der Spieler knapp nicht im Offside gestanden hatte. Dass Shanghai Shenxin die Partie am Schluss dennoch 2:1 gewinnt, interessiert im Netz weniger als das Video, das viral geht und für viele Lacher sorgt.

Virtuelle Abseitslinien fehlen hierzulande

In der Super League wird der VAR auf die kommende Saison hin eingeführt. Die Swiss Football League (SFL) verzichtet aus finanziellen Gründen allerdings vorerst auf eine Torlinientechnik oder virtuelle Abseitslinien. Da sind der Video-Schiedsrichter und sein Assistent, denen ein Operator für die technische Unterstützung zur Seite steht, im Video Operation Room (VOR) jeweils gefordert. Ob sie dann auch mal ein Blatt Papier zur Überprüfung von Offside-Entscheiden zur Hand nehmen?

Die VAR-Einführung in der höchsten Schweizer Spielklasse kostet viel Geld. Allein für die Testphase werden 1,5 Millionen Franken benötigt. Derselbe Betrag wird pro Saison für den laufenden Betrieb fällig. Die Kosten für die Testphase trägt der Schweizerische Fussballverband (SFV), ab der Einführung muss die Liga sie bezahlen. Die bisherigen Schiedsrichterkosten von 2,5 Millionen Franken steigen auf 4 Millionen an. Jeden der zehn Clubs in der Super League kostet der Videobeweis 150'000 Franken.

In der vergangenen Woche wurde das VAR-Projekt in Muri bei Bern den Medien präsentiert. Am Wochenende werden in der Stockhorn Arena in Thun sogenannte «Shot staged matches» (über 2x20 Minuten) ausgetragen. Die VAR-Tests im Berner Oberland dienen den Schiedsrichtern als weiterer wichtiger Ausbildungsschritt.

Fussball

(ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alex am 02.04.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen

    Wenn es das Blatt gebracht hat wieso nicht. Es muss nicht immer eine Millionenschwere Lösung sein.

  • Helge Schneider am 02.04.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Warum Lacher?

    Ist doch ein legitimes und gutes Mittel um Millimeterentscheidungen zu fällen.

  • Franz Maier am 02.04.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pragmatisch

    Wieso Lacher? Der Mann handelt pragmatisch. Daumen hoch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicht mehr Fussballer am 02.04.2019 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und obendrauf

    ...wird so oder so die falsche Szene/Moment beurteilt. Soweit ich als nicht mehr fussballinteressierter weiss, zählt immer noch der Augenblick der Passabgabe und nicht der Annahme, oder?

  • Inves Tor am 02.04.2019 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    wir leben in einem der reichsten

    Länder weltweit und können uns nicht mal diese virtuelle Abseitslinientechnik leisten? traurig traurig

  • Heinz am 02.04.2019 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll der Quark?

    Mal abgesehen davon, dass das im Leben nie abseits war, nerven diese Centimeter-Abseits-Entscheide einfach nur. Vor ca. 30 Jahren wurde mal eine Regeländerung vorgenommen: gleiche Höhe neu kein abseits mehr. Wenn man nun prüft, ob die Nasenspitze des Stürmers 3 cm weiter vorne war als das Knie des Verteidigers, wird diese Regeländerung von damals ad absurdum geführt, da es "gleiche Höhe" dann nicht mehr gibt.

  • François Meunier am 02.04.2019 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das passt perfekt

    Chinesen sind pragmatisch veranlagt - langes Reden weniger, eher "aktiv und handeln". Ein Papier ist genau so gut wie eine teure Computer-Animation mit Linie - und beim Papier sieht man den Schatten des Spieler auch noch.

    • AntiDummheit am 02.04.2019 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @François Meunier

      Deshalb haben sie falsch entschieden... es ist auch ohne Blatt Papier deutlich zu sehen, dass es kein Offside war. Sachverstand hilft am meisten.

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  • Roger am 02.04.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig??????

    Wir finden einfach und immer alles lustig, wenn andere es mal nicht genau so machen, wie wir es gewohnt sind. Nur so nebenbei, bei uns machen wir (oder haben es bis vor kurzem gemacht) mit blossem Augen von weiter Entfernung. Ist das nicht etwa auch lustig?